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Skepsis bei Verbrauchern wächst
Viele Nachfragen zu heimischen Eiern

Die Skepsis gegenüber heimischen Eiern wächst.
Die Skepsis gegenüber heimischen Eiern wächst. FOTO: Malte Christians / dpa
Mainz. (dpa) Im Fipronil-Skandal wächst auch die Skepsis gegenüber heimischen Eiern. Verbraucher riefen permanent an und fragten, ob auch die hiesigen Betriebe betroffen seien, sagte der Vorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbands Rheinland-Pfalz, Guido Andres, gestern. Sie seien es nicht. Mit dem Insektizid Fipronil belastet sind vorwiegend Eier aus den Niederlanden und Belgien. Dies sei aber auch schlecht für den Ruf von rheinland-pfälzischen Erzeugern, sagte Andres weiter: „Ich denke mal, der Vertrauensverlust ist nicht ohne.“

Man müsse das Thema ernst nehmen, aber nicht in Hysterie verfallen, sagte Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer. „Ich rate zu ein wenig mehr Gelassenheit.“ Auf den Eiern, die in Deutschland im Umlauf seien, sei gut erkennbar, woher sie stammten. Der Verbraucher könne selbst entscheiden, welches Ei er kaufe.

Andres sagte, ob die heimischen Erzeuger langfristig unter dem Vertrauensverlust leiden oder ob sie von der Schwächung der ausländischen Konkurrenz profitieren werden, würden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Er erwartet weitreichende Rückrufaktionen von Produkten, in denen Eier weiterverarbeitet wurden.

Rheinland-Pfalz versorgt sich nach Verbandsangaben zu 14 Prozent selbst mit Eiern. Es gibt demnach etwa eine Millionen Legehennen im Land. Dass mit dem Insektizid belastete Eier auch nach Rheinland-Pfalz gelangt sind, war am Freitag herausgekommen. Laut Ernährungsministeriums wurden sie in Supermärkten zum Beispiel in Mainz und Koblenz verkauft.



(dpa)