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Bürger-Behörde
Viele Informationen und „dankbare“ Anrufer

 Im Servicecenter 115 erhalten Bürger zu allen möglichen behördlichen Themen Auskunft.
Im Servicecenter 115 erhalten Bürger zu allen möglichen behördlichen Themen Auskunft. FOTO: dpa / Arne Dedert
Ludwigshafen/Mainz. Frage zum Perso oder der Autozulassung? Viele Bürger in Rheinland-Pfalz können dafür einfach die 115 wählen. Sie landen in einem von fünf Servicecentern – mit einer großen Wissensdatenbank.

() Meist rufen Leute wegen ihres Auto an, sagt Alexandra Kattler. Man melde ein Auto ja nicht so oft an oder um. Sie und ihr Team in einem Servicecenter in Ludwigshafen nehmen Anrufe von Bürgern der Rhein-Neckar-Region zu allen möglichen behördlichen Themen entgegen. Acht der zwölf kreisfreien Städte des Landes sind mittlerweile über die zentrale Behördennummer erreichbar, teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium mit. Dazu kommen viele Landkreise und Gemeinden.

In Ludwigshafen gehen täglich 15 000 Anrufe ein. Bei 6000 Anrufen haben die Bürger selbst die 115 gewählt, sagt Kattler. Die anderen werden zu Kattler und ihrem Team weitergeleitet, weil Behörden zu bestimmten Zeiten nicht besetzt sind. Durch die Einsparungen können Kommunen Geld sparen, sagt Kattler. Ihr Servicecenter ist nach eigenen Angaben für fast 1,9 Millionen Bürger in der gesamten Rhein-Neckar-Region zuständig. Das sind fast 80 Prozent der Bewohner der Metropolregion. Kattler bekommt auch länderübergreifende Anrufe aus Nordbaden und Südhessen. In Rheinland-Pfalz gebe es noch vier kleinere Center in Mainz, Trier, Koblenz und Cochem, sagt sie.

„Der 115-Service wird stetig weiter ausgebaut“, sagt ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums über die Nummer, die sich sogar bundesweit zur zentralen Anlaufstelle für Bürger entwickelt. „Betrachtet man das Verhältnis zwischen der 115 und den lokalen Einwahlnummern, liegt der Anteil der 115 in den Servicecentern zwischen 8 und 15 Prozent“, sagt er. Die Tendenz sei aber steigend.



Das Bundesinnenministerium brachte die Nummer im Jahr 2011 ans Telefon-Netz. Seitdem schließen sich nach und nach Behörden an. Der Landkreis Germersheim ist seit über fünf Monaten dabei. Das Servicecenter Ludwigshafen beantworte monatlich bis zu 200 Anrufe, die die Kreisverwaltung Germersheim betreffen, sagt eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Noch melden sich aber mehr Bürger bei der Kreisverwaltung direkt.

Alleine das Servicecenter der Metropolregion Rhein-Neckar in Ludwigshafen ist nach eigenen Angaben für fünf kreisfreie Städte in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus für sechs Landkreise und 68 kreisangehörige Kommunen sowohl in Rheinland-Pfalz, als auch in Baden-Württemberg und Hessen zuständig. Aus Weinheim im Norden Baden-Württembergs kommen genauso Anrufe wie aus Viernheim in Hessen.

„Meist werden Leistungen von der Zulassungsstelle abgefragt, weil man selten ein Auto anmeldet“, sagt Kattler. Daneben werde auch oft nach der Erneuerung des Personalausweises gefragt. „Grundkonzept ist, dass alles selber gelöst werden soll“, sagt sie. Das funktioniere auch bei über 80 Prozent der angenommenen Anrufe. Andernfalls könne man den Anrufer auch noch an die betreffenden Behörden weiterleiten.

Kattlers Mitarbeiter – in Stoßzeiten sind das etwa zehn – greifen auf eine große Wissendatenbank zurück. Darin sei aufgelistet, was genau jemand für die Anmeldung seines Autos braucht. Und vieles andere. Diese Informationen gebe man dann weiter, sagt sie. Manche Bürger riefen auch einfach an und fragten nur nach den Öffnungszeiten einer Behörde, sagt Kattler.

Negative Erfahrungen machen Kattler und ihr Team mit den Anrufern eher wenig. „In dem Moment, wo sie in der öffentlichen Verwaltung einen Ansprechpartner haben, sind die Leute dankbar, dass ihnen jemand alles erklärt“, sagt Kattler.

(dpa)