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Kirmes in Ommersheim
Die Kerweredner fanden markante Worte

 Florian Schuchard und Elena Vogelgesang bei der Kerwered am Sonntag vor dem Lokal Spielmanns; links unten die Original Ommersheimer Kerwemusikanten und die Straußbuwe und -mäde.
Florian Schuchard und Elena Vogelgesang bei der Kerwered am Sonntag vor dem Lokal Spielmanns; links unten die Original Ommersheimer Kerwemusikanten und die Straußbuwe und -mäde. FOTO: Jörg Martin
saarpfalz-kreis. Auch der zahlenmäßig kleine Jahrgang 2001 sorgte in Ommersheim für prächtiges Kirmestreiben.

Sonntagnachmittag um 14 Uhr in der Saarpfalzstraße in Ommersheim. Trotz kühlem Herbstwetters stehen zahlreiche Leute gegenüber dem Lokal Spielmanns und warten gespannt auf die diesjährige Kerwered. In den umliegenden Häusern stehen Menschen an den Fenstern. Petrus hat ein Einsehen und stellt den Regen ein. Die beiden Redner, Florian Schuchard und Elena Vogelgesang, sind plötzlich im ersten Stock des Gebäudes zu sehen, klettern über einen Stuhl aus dem Fenster und platzieren sich auf dem Vordach über dem Eingang, wo bereits zwei Mikrofone stehen. Eine Etage tiefer haben sich die Original Ommersheimer Kerwemusikanten unter einem Pavillon hingestellt. Vorne stehen ohne Regenschutz die Straußbuwe und -mäde.

Dieses Mal ist es der Jahrgang 2001, der die Kirmes ausrichtet. Dann ist der „Schlachtruf“ der Straußleute zu hören, der an diesem Tag nicht zum letzten Mal zum Publikum schallt: „Wem ist die Kerb…?“. „Allen Unkenrufen zum Trotz findet die Kerb statt. Und zwar stattlich“, vermeldet der Ortsvorsteher, der damit anspielt, dass erst kurzfristig klar war, ob der zahlenmäßig überschaubare Jahrgang das Ganze organisiert bekäme. Einen schweren Wehrmutstropfen hatte Piorko dennoch. In der Nacht zuvor wurden der eigentliche Kerwestrauß gestohlen. „Das is ned scheen“, gab sich der Politiker betroffen. „Wir sind die Geilsten, wir vom Jahrgang 2001. Besser als die Doppelnullen aus dem letzten Jahr“, meinte das Rednerduo denn auch selbstbewusst und stellte zunächst humorvoll die Runde vor.

Eine Kerweredd ist traditionell recht derb und für deutlich-markante Worte bekannt. Das war in Ommaschum nicht anders. Zuerst war die Bürgermeisterwahl dran. Da habe sich einer gewaltig verzählt: Nämlich Gerd Tussing. Der bisherige Bürgermeister habe „die Quittung für Kindergarten, Chlorwasser und schlüpfrige Eskapaden bekommen“, so Florian Schuchard. Die „intensive Mitarbeiterbetreuung“ im Ormesheimer Rathaus sei ihm zum Verhängnis geworden. „Mach’s besser und streng‘ dich an“, meinte Schuchard an die Adresse der Nachfolgerin. Es sei nicht mehr schön gewesen.



Die Musik spielte „Oh, Gerd!“ Dafür ginge die „weiß-blaue Pracht“ unter Ortsvorsteher Stephan Piorko weiter. Besser sei es aber, wenn beim nächsten Mal ein Ommersheimer die Wahl gewinnen würde, so der Mann mit dem Zylinder. Auch die Schwäne, die am Ommersheimer Weiher lange Jahre ein Zuhause hatten, waren Thema der launigen Rede. „Schrohe Mächte waren im Spiel“, verkündeten die Redner. „In Ommaschum wird miteinander geschwätzt und nicht die Behörden aufeinander gehetzt“, stellte man deutlich klar, da die verletzten Tiere aus Tierschutzgründen weichen mussten. Immerhin habe man hier „den Himmel auf Erden statt ‚Unser Dorf soll schöner werden‘“. Auch der knappe Aufstieg des TuS, die Meisterschaft des HVO sowie die zahlreichen Jubiläumsfeste in diesem Jahr fanden sich in der Rede wieder. Danach wurde der Kerwebaum mit vier Flaschen Sekt geweiht, ehe man zum Kerwespiel und Livemusik auf den Sportplatz ging. Am Montagabend spielten die Original Ommersheimer Kerwemusikanten bereits zum fünften Mal vor dem „Spielmanns“ auf, nachdem die Straußbuwe und -mäde zuvor mit dem Lumpenzug durch den Ort gezogen waren.