| 22:54 Uhr

Schäden an Bäumen vergleichsweise gering
Verband: Wälder nach Stürmen noch tagelang gefährlich

 Wer in rheinland-pfälzischen Wäldern unterwegs ist oder daran vorbeifährt, sollte vorsichtig sein: Es können weiterhin vom Sturm geschädigte Äste von den Bäumen abbrechen, warnt der Waldbesitzerverband.
Wer in rheinland-pfälzischen Wäldern unterwegs ist oder daran vorbeifährt, sollte vorsichtig sein: Es können weiterhin vom Sturm geschädigte Äste von den Bäumen abbrechen, warnt der Waldbesitzerverband. FOTO: dpa / Thomas Frey
Mainz. Die Januarstürme haben die Wälder kräftig durchgeschüttelt. Die Schäden an Bäumen sind vergleichsweise gering. Aber noch lauern Gefahren für Spaziergänger.

Nach den Januarstürmen „Burglind“ und „Friederike“ warnt der Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz jetzt Spaziergänger und Wanderer eindringlich vor Waldbesuchen. „Wenn aus 20 Metern ein Ast herunterfällt, kann das katastrophale Auswirkungen haben“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Wolfgang Schuh.

Abgeknickte Äste, die sich im Dickicht verfangen haben, könnten sich schon bei kleinen Böen lösen – mit lebensgefährlichen Folgen. Das gelte selbst für kleine Äste. Waldbesucher sollten deshalb vorsichtig sein. Man dürfe nicht zu neugierig sein, wenn beispielsweise irgendwo Sägearbeiten vorgenommen würden, mahnte Schuh. Klar sei aber auch: „Sie können nicht einen ganzen Wald absperren.“

Auch auf den Baumbestand haben sich die Stürme ausgewirkt. Der Holzbestand hat sich nach Angaben des Umweltministeriums aufgrund der Stürme jeweils um etwa 180 000 Kubikmeter reduziert. Den Großteil machten demnach Schäden an Nadelbäumen aus.



Insbesondere Fichten seien betroffen, erklärte der Waldbesitzerverband. Diese Baumart biete aufgrund ihrer grünen Krone im Winter eine große Angriffsfläche. Hinzu komme, dass der Boden während des Sturms wegen des Januarregens aufgeweicht gewesen sei. Die Bäume hätten deshalb keinen festen Stand gehabt. „Sturm ist immer ärgerlich. Aber so ist Natur“, bilanzierte Geschäftsführer Schuh.

Alles in allem ist der Schaden aber gering ausgefallen, wie eine Vergleichszahl zeigt. Der jährliche Holzeinschlag liegt dem Umweltministerium zufolge bei 3,5 Millionen Kubikmetern. Die Schadholzmenge aus beiden Stürmen führe daher zu keiner nennenswerten Beeinflussung des regionalen Holzmarkts.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte auch Schuh. Nun würden die rheinland-pfälzischen Wälder überprüft. Brauchbares Bruchholz könne laut Schuh vermarktet werden. Der Großteil könne ohne größere Verluste verkauft werden.