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US-Streitkräfte
US-Amerikaner investieren in Rheinland-Pfalz

Mainz. Die US-Streitkräfte sind der fünftgrößte Arbeitgeber im Land und betonen, sich hier gut aufgehoben zu fühlen. Innenminister Lewentz wurde auf seiner USA-Reise dennoch auch auf das Zwei-Prozent-Ziel bei den Nato-Ausgaben angesprochen.

Die US-Streitkräfte investieren nach Darstellung von Innenminister Roger Lewentz (SPD) auch künftig kräftig in Rheinland-Pfalz und wissen das Bundesland als Standort zu schätzen. Der Bau des größten amerikanischen Militärhospitals außerhalb der Vereinigten Staaten im pfälzischen Weilerbach liege im Plan und werde ungefähr 2024 fertig sein, sagte Lewentz gestern nach seiner USA-Reise der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der erste Spatenstich war 2014.

Für den Neubau des Krankenhauses stelle der US-Kongress rund 990 Millionen Dollar zur Verfügung. Die Amerikaner hätten auch durchaus positiv zur Kenntnis genommen, dass der Bund sich mit etwa 151 Millionen Euro an den Planungskosten beteilige, sagte Lewentz.

Die Amerikaner wollten zudem in zehn Jahren elf Schulen in Rheinland-Pfalz bauen und dafür 650 Millionen Euro investieren, berichtete der Innenminister. Ein Wohnungsprogramm für Streitkräfte und deren Familien werde im Haushalt beraten: Eingeplant seien 53 Millionen Dollar für Spangdahlem in der Eifel sowie 29 Millionen Dollar für Baumholder (Kreis Birkenfeld).



Ende 2018 waren in Rheinland-Pfalz dem Innenministerium zufolge insgesamt etwa
18 500 US-Soldaten stationiert. Dazu kamen knapp 12 000 zivil beschäftigte Amerikaner sowie mehr als 7000 deutsche Ortskräfte.

Er habe in seinen Gesprächen in Pentagon, Kongress und Senat aber auch immer wieder den Hinweis bekommen, dass Deutschland die Zwei-Prozent-Regel bei den Nato-Verteidigungsausgaben einhalten müsse, sagte Lewentz. Nach einer Übereinkunft der Nato-Staaten von 2014 soll jeder Bündnispartner ab 2024 mindestens zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung in den Wehrbereich stecken. Er habe in diesen Gesprächen unter anderem daraufhin gewiesen, dass Deutschland die Nummer 8 in den Rüstungsausgaben der Welt sei. Dies werde auch gesehen und gewürdigt, berichtete Lewentz. Immer wieder habe er bei seinen Gesprächen auch das „ganz eindeutige Bekenntnis“ gehört, „dass man sich in Rheinland-Pfalz als Stationierungsland gut behandelt und aufgenommen fühlt“, berichtete Lewentz, dessen Rückreise aus den USA sich problematisch gestaltete. Sein Flugzeug landete gestern vier Stunden später als geplant in Frankfurt. Der Betrieb am größten deutschen Luftdrehkreuz war am Morgen aus Sicherheitsgründen eingestellt worden, nachdem eine Drohne gesehen worden war.