| 20:23 Uhr

Tierauffangstation Maßweiler
Zahnarzttermin für Cara

 Ein Team um Dr. Jens Ruhnau (Dritter von rechts) kümmert sich um das Zahnproblem von Tigerdame Cara.
Ein Team um Dr. Jens Ruhnau (Dritter von rechts) kümmert sich um das Zahnproblem von Tigerdame Cara. FOTO: Tierart
Maßweiler. Die Tigerdame bekommt eine Krone. Ein komplizierter und seltener Eingriff. Von Bastian Meyer

(bam) Das war knapp. Beinahe wäre Tigerdame Cara, die in der Tierauffangstation in Maßweiler zu Hause ist, der obere Fangzahn abgebrochen. Ein Team aus Zahnmedizinern kümmert sich in zwei Operationen um Caras Gebiss. Bei einer Routineuntersuchung im Juni war festgestellt worden, dass der obere Fangzahn von Cara zwei tiefe Rillen aufweist und brechen könnte, berichtet Biologin Eva Lindenschmidt von Tierart. Rasch war klar, dass die Tigerdame nicht um eine OP kommt.

Um das Gebiss der Tigerin zu retten und die Raubkatze vor Schmerzen zu bewahren, wurde ein Team aus Zahnmedizinern einberufen, um für die Tigerin eine Krone anzufertigen. „Ein komplizierter und seltener Eingriff für Cara“, erklärt die Biologin.

Die Tigerin beiße mit Vorliebe an allem herum. Sie nage nicht nur gerne an Knochen, sondern leider gerne auch an ihrer Gehegeeinrichtung und Drahtgittern. Vermutlich habe sie sich dabei ihren rechten oberen Fangzahn beschädigt, glaubt Lindenschmidt. „Wir haben auf einem Röntgenbild gesehen, dass die Rillen im Zahn bis in den Wurzelkanal reichen. Würde der Zahn brechen, bedeutet das für die Tigerin große Schmerzen. Zum Glück hat sich ein internationales Team von Spezialisten auf dem Gebiet der Zahnmedizin gefunden, die für Cara eine Krone anfertigen“, so die Biologin.



Eine Krone für einen ausgewachsenen Tiger anzufertigen sei keine Routine. Nachdem eine erste OP erfolgreich vom Ärzteteam um den dänische Tierzahnmediziner Jens Ruhnau, Dr. Johanna Painer von der veterinärmedizinischen Universität in Wien und der Dr. Matthias Seewald vom Alpenzoo Innsbruck durchgeführt wurde, steht nun am 5. Oktober die zweite Operation an. „Wir hoffen sehr, dass alles klappt und Cara hinterher wieder alle mit ihrem Goldzahn-Lächeln begeistern kann“, sagt die Biologin.

„Cara wurde von Privatleuten in einem Bauernhaus im italienischen Mugnano gehalten und im Dezember 2013 von Behörden konfisziert. Nach einigen Zwischenstationen wurde Cara am 1. August 2015 schließlich zu uns transferiert, wo sie zum ersten Mal Artgenossen sah, hörte und erschnuppern konnte“, erzählt Lindenschmidt.