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Anzeige Ich lebe gerne in Schmitshausen
Seine Heimat liegt ihm am Herzen

Willi Hunsicker kennt sich mit landwirtschaftlichem Gerät aus.
Willi Hunsicker kennt sich mit landwirtschaftlichem Gerät aus. FOTO: Norbert Rech
Willi Hunsicker will die Region nach vorne bringen. Von Norbert Rech

Auch wenn Willi Hunsicker seit nunmehr vier Jahren nicht mehr in Schmitshausen politisch aktiv ist, liegt dem 74-Jährigen die Region und sein Heimatdorf sehr am Herzen. Über viele Jahre leitete er als Ortsbürgermeister die Geschicke des Dorfes. Heute ist er als stellvertretender Vorsitzender des Tourismusvereins Mühlenland-Sickingerhöhe-Schwarzbachtal bemüht, Gästen in die Südwestpfalz zu locken. Die Gegend biete den Besuchern neben einer herrlichen Natur auch Entspannung pur. Darüber hinaus könnten sie viel über die Landwirtschaft und deren Geschichte erfahren. Hunsicker weiß, wovon er spricht – hat er doch bis 2004 selbst einen 70 Hektar großen Betrieb bewirtschaftet. „Wir hatten 32 Kühe“, erinnert sich der Schmitshauser.

Schon als Junge hat er die verschiedensten Arbeiten gelernt, die über das Jahr hinweg auf einem Hof anfallen. Um die historischen Techniken auch den nachfolgenden Generationen zu zeigen, tritt er mir Freunden als „Sickinger Drescher“ auf und demonstriert, wie früher das Getreide geerntet wurde.

Hunsicker geht es darum, seine Heimat nach vorne zu bringen: „Der sanfte Tourismus ist für uns eine große Chance.“ Deshalb wirbt er mit seinen Vereinskollegen und der zuständigen Tourismusbeauftragten der Verbandsgemeinde, Lea Strasser, immer wieder an Infoständen für die Vorzüge der Region. Auch Schmitshausen könne schon jede Menge an Gästen zählen. Schließlich gebe es hier viel zu sehen. Allen voran das idyllische Rosengärtchen, das sich am Friedhof befindet. 1967 wurde Schmitshausen das erste deutsche „Rosendorf“ im Verein der Deutschen Rosenfreunde, der seinen Sitz in Baden-Baden hat. Als anerkannte Rosengemeinde neben der Kurstadt am Schwarzwald, Dortmund, Zweibrücken und dem Rosenkreis Neunkirchen, zieht das Dorf immer wieder Besucher an, die hier unzählige Edelrosen, Strauchrosen, Kletterrosen und Wildrosen sehen können.



Vom Rosengarten führt der Rundgang durch den Ort dann zum Waldlehrpfad. An 25 Stationen kann sich hier nicht nur der Nachwuchs über die herrliche Natur informieren.
Weiter geht es auf dem Gräfin-Sonja-Bernadotte-Weg in Richtung Mühlental. Bei der Schutzhütte mit Spielplatz, Grillhütte und Brunnenanlage ist eine Pause möglich. Sehenswert ist auch das Heimatmuseum der Verbandsgemeinde Wallhalben im Dorfgemeinschaftshaus. Es wurde 1977 eröffnet. Gleich zu Beginn des Rundgangs birgt eine Tischvitrine die Sonderausstellung von Albert Westrich. Durch einen Teil der Exponate wird nachgewiesen, dass Schmitshausen bereits in der mittleren Steinzeit (10 000 Jahre vor Christus) Siedlungsraum war. Dies zeigen Funde von Fossilien und Steinbeilen der Bronze und Eisenzeit.
In dem Museum lässt sich auch die Entwicklung der heimischen Landwirtschaft und des bäuerlichen Lebens anhand von Werkzeugen, Geräten und einfachen Maschinen oder auch Wohnungseinrichtungen verfolgen.
Weit über die Grenzen des Dorfes ist Schmitshausen auch durch seinen Jugendzeltplatz bekannt.

Hunsicker wirbt aber nicht nur, sondern packt auch an. So sorgt er immer wieder für den Austausch von Schildern an den Wanderwegen, repariert Bänke oder betätigt sich mit seinen Geräten in der Landschaftspflege. ⇥nob