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Kriegergedächtniskapelle
Weiteres Wandbild restauriert

 Freigelegtes und restauriertes Wandbild inüber dem Wendelinus-Seitenaltar in der Reifenberger Dorfkirche.
Freigelegtes und restauriertes Wandbild inüber dem Wendelinus-Seitenaltar in der Reifenberger Dorfkirche. FOTO: Norbert Schwarz
Reifenberg. Das Kunstwerk in der Kriegergedächtniskapelle zeigt die Grablegung des Heiligen Wendelinus. Von Norbert Schwarz

(cos) Auf Kapellchen und Dorfkirche sind nicht allein die Reifenberger Bürger stolz. Die Kriegergedächtniskapelle ist ein Kleinod der Gemeinde und Wahrzeichen für die gesamte Sickingerhöhe. Ähnliches gilt für die Dorfkirche der einheimischen Katholiken. Dort wurde in den zurückliegenden Monaten erfolgreich ein altes Wandbild restauriert. Diesmal auf der rechten Seite des Chorraumes, über dem Alter des Kirchenpatrons, dem Schutzheiligen Wendelinus.

Auf der gegenüberliegenden Seite, beim sogenannten „Marienaltar“, hatte die Restauratorin Eva Linculn bereits ausgezeichnete Arbeit verrichtet. Der anerkannten Restauratorin, sie war zuvor bei der Kirchenrenovierung des Knopper Gotteshauses für ihre exzellente Arbeit mit viel Lob und Anerkennung bedacht worden, waren vom Bischöflichen Bauamt des Bistums in Speyer auch die Arbeiten in der Reifenberger Sankt-Wendelinus-Kirche übertragen worden.

Toni Hüther, nicht allein passionierter Dorfchronist und Autor für die Fortschreibung der Dorfchronik, sondern zudem Kirchenrechner bei der örtlichen Kirchengemeinde: „Wir alle können mehr als froh sein, dass sich Eva Linculn dieser Arbeit widmete. Ein Blick über die Schulter zeigte, wie gewissenhaft und sensibel sie nicht allein bei der Freilegung, sondern der jetzigen Restaurierung des Wendelinusbildes zu Werke ging.“ Toni Hüther ist es mit seinem Engagement auch zu verdanken, dass es nicht allein bei der Freilegung des Bildes über dem Marienaltar blieb. „Unsere Vorfahren haben mit großen Opfern den Bau des Gotteshauses überhaupt erst ermöglicht. Ja, im Nachhinein gesehen sind die Entscheidungen in der Nachkriegsära doch nicht passend gewesen. Geldknappheit und die Welle der „Nachkonziliaren Neugestaltung“ haben unserer Dorfkirche ohne Zweifel die innere Schönheit geraubt. Das lässt sich leicht an den nunmehr freigelegten  und bestens restaurierten Wandbildern feststellen. Mit alten Bildern lässt sich die einstige innere Schönheit unserer Dorfkirche noch gut erkennen. Schade, dass mit dem damaligen Übertünchen doch viel an Kirchencharme genommen wurde. Deshalb sollten wir alle mehr als froh darüber sein, dass wir in kleinen Schritten zumindest einen Hauch des Vergangen wieder sichtbar machen“, sagte Hüther.



Auf dem nunmehr freigelegten und restaurierten Ölwandbild wird die Grablegung des Heiligen Wendelinus in seiner ehemaligen Einsiedelei dargestellt. Zudem kann bei diesem rechten Wandbild eine Besonderheit festgestellt werden. Auf Höhe der Grablege wird, mit roter Wallfahrtsfahne, portraithaft an den große Förderer und Stifter beim Kirchenbau, Jakob Zimmer, erinnert. Dieser war wie viele Landsleute aus der Pfalz im 19. Jahrhundert über den großen Teich nach Amerika ausgewandert und konnte dort erfolgreich Fuß fassen. Ohne seine Spende von rund 25 000 Mark im Jahr 1893 hätte jedenfalls der Kirchenbau nicht so schnell erfolgen können, belegen die Daten aus den Kirchenbüchern.

Über der Grablege des Heiligen Wendelinus ist der Bau der Wendelinusbasilika im saarländischen St. Wendel angedeutet. Eindeutig zudem der Hinweis auf die königliche Abstammung des Kirchenheiligen. Die beiden Engel am Kopf des Bildes tragen drei Kronen.

Nicht allein die beiden Wandbilder über den  beiden Seitenaltären sind nunmehr erfolgreich restauriert. Bei den jetzigen Arbeiten konnten auch unfachmännische Handwerksarbeiten aus den 60er Jahren erneuert werden. Toni Hüther: „Es gab auf beiden Seiten sogenannte Tabernakelnischen. Sie wurden einfach verschlossen, die neugotischen Seitenaltäre abgebaut und unsachgemäß gelagert. Ein Unternehmen aus Lambrecht hat jetzt zumindest die Nischen mit entsprechenden Putzträgerplatten verschlossen, verspachtelt und neu gestrichen.“ Viel Eigenleistung haben Mitglieder der Kirchengemeinde gleichfalls verrichtet. Die Arbeitsgerüste wurde auf- und aufgebaut, Vorarbeiten für das Setzen von Podesten für die Holzskulpturen geleistet.