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Corona-Update Südwestpfalz
Wallhalben wird Standort für Notfall-Lazarett

 Die leerstehende Realschule plus in Wallhalben soll ein Notlazarett werden.
Die leerstehende Realschule plus in Wallhalben soll ein Notlazarett werden. FOTO: Norbert Schwarz
Südwestpfalz. Zahl der Infizierten steigt auf 31 an – Labore brauchen länger für Testergebnisse. Von Bastian Meyer

An der früheren Realschule plus in Wallhalben in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben wird ein Notfall-Lazarett eingerichtet. Darüber informierte Landrätin Susanne Ganster. Derweil steigt die Zahl der Infizierten im Gesundheitsbezirk der Kreisverwaltung, wozu auch die Städte Pirmasens und Zweibrücken zählen, auf 31 an. 

Derzeit würden die Testergebnisse immer längern brauchen, bis sie aus den Laboren zurückkommen, informierte Ganster. So seien bis Dienstagmittag noch nicht die Ergebnisse der am Freitag entnommenen Abstriche aus dem Testzentrum in Höhfröschen zurück. Deshalb gebe es auch nur vier weitere positiv getestete Fälle im Bereich des Gesundheitsamtes, meinte die Landrätin. Bei den Neuerkrankungen handelt es sich erstmals um eine Person aus der Ortsgemeinde Geiselberg aus der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, zwei Personen kommen aus der Ortsgemeinde Rieschweiler-Mühlbach in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben und sind Familienmitglieder einer bereits infizierten Person, sowie um einen Betroffenen aus der Stadt Zweibrücken. „Wir müssen bei den Erkrankungen aber davon ausgehen, dass die Anzahl der Infizierten weiter steigt“, sagte Ganster. Sie informierte, dass im Nardini-Klinikum in Zweibrücken zwei Personen stationär aufgenommen wurden. „Hier liegt der Verdacht einer Infektion vor“, so Ganster. Neben den beiden Personen wird auch das Krankenhauspersonal getestet.

Fündig geworden ist die Kreisverwaltung hinsichtlich der Suche nach Standorten für die vier geplanten Notfall-Lazarette. Derzeit laufen an der früheren Realschule plus in Wallhalben bereits Vorbereitungen für die Notunterkunft. „Das Gebäude bekommt eine Grundreinigung und die Wasserleitungen werden durchgespült. Anschließend wird auch eine Wasserprobe entnommen“, sagte die Landrätin. In den kommenden Tagen werden auch unter anderem die bestellten Feldbetten (wir berichteten) und weiteres Material nach Wallhalben geliefert. Inwieweit die Bundeswehr das Vorhaben unterstützt, wird aktuell noch abgeklärt. Fest steht aber, dass zunächst eine sogenannte „Infektions-Ambulanz“ am ehemaligen Schulstandort untergebracht wird, die dann im Bedarfsfall zum „Notfall-Krankenhaus“ wird. „Wir wollen zunächst Patienten, die positiv getestet wurden, dort ambulant versorgen und somit die Patienten von den Arztpraxen trennen“, berichtete Ganster, die sich davon „Synergieeffekte“ verspricht. Das Personal wird bei Inbetriebnahme von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt. „Eine Inbetriebnahme braucht es derzeit nicht“, machte Ganster deutlich, dass der Landkreis aber gerüstet sein will, wenn die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen. Über die zwei weiteren Standorte für die Notfall-Lazarette ist  momentan noch nicht entschieden. Dort sollen dann Kinder und Jugendliche sowie pflegebedürftige Personen betreut werden.



Geändert wird das System bei den Voranmeldungen im Testzentrum in Höhfröschen. Bisher wurden zehn Plätze für Hausärzte als Puffer frei gehalten, so dass über die Hotline nur 90 Voranmeldungen möglich waren. Geklärt werden müsste laut Ganster, dass weitere niedergelassene Ärzte eine Schicht in Höhfröschen übernehmen. Zur Kapazität meinte die Landrätin, dass diese im Testzentrum derzeit ausreiche.