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Wallhalben
Rücktritt vom Rücktritt?

Wallhalben. Bürgerempfang in Wallhalben würdigt Ehrenamtliche. Ortsbürgermeister Berthold Martin deutet an, dass er noch einmal antreten könnte. Von David Oliver Betz

(dob) Statt eines Neujahrsempfangs im ohnehin terminlich vollen Januar, entschied sich die Ortsgemeinde Wallhalben für einen Bürgerempfang im Februar. Im Ludwig-Katz-Haus hat Ortsbürgermeister Berthold Martin dabei Jugendbetreuer der Vereine und Blutspender geehrt. Am Rande signalisierte Martin, dass er jetzt doch für eine weitere Amtszeit für Verfügung stünde.

„Unsere Vereine leisten eine hervorragende und engagierte Jugendarbeit“, lobte Martin, der fand „dass eine Ehrung in so einem großen Rahmen schöner ist, als im kleinen Kreis, wo es keiner mitkriegt“. Für das Engagement gab es den Applaus der gut 60 Anwesenden.

Steffen Gross und Patrick Zimmer waren für die Feuerwehr vor Ort, Jonas Ferber, Tristan Burkhard und Daniel Weber für den Angelsportverein. Weitere Engagierte, die nicht vor Ort waren, bekommen ihr Präsent nachgereicht. Martin betonte, dass die Geehrten dazu beitrügen, „ein positives Heranwachsen“ mitzugestalten. Das geschehe eben auch und oft außerhalb von Schule und Elternhaus. Daher könne man den Vereinen für die aufwendige und zeitintensive Jugendarbeit nicht genug danken.



Ebenfalls verbunden mit dem Bürgerempfang gab es Ehrungen für besonders fleißige Blutspender. Torsten Sachs hatte 50 mal gespendet, Heinz Ewig 100 mal und Franz Nagel sogar 125 mal. Seitens des Deutschen Roten Kreuzes gab es hier Anstecknadeln und Urkunden. Martin gab den Anwesenden mit auf den Weg, doch ruhig auch einmal Blut zu spenden, denn Blut sei immer noch nicht synthetisch herstellbar und die Spendenbereitschaft gehe insgesamt betrachtet zurück. „Umso mehr wollen wir den Geehrten danken, für ihren Einsatz, mit dem sie Leben retten“, sagte der Ortschef.

Martin ging auch auf die Lage der Gemeinde ein. Mit 600 000 Euro stehe Wallhalben in der Kreide. „Und das wird mehr werden. Die laufenden Kosten können nicht gedeckt werden, von Investitionen ganz zu schweigen“, sagte der Ortsbürgermeister. „77,5 Prozent unserer Steuereinnahmen gehen per Umlage an die Verbandsgemeinde und den Kreis.“ Hier müssten Land und Bund endlich handeln und die Gemeinden finanziell besser ausstatten.

Trotz der klammen Kassen sei es gelungen, das Ludwig-Katz-Haus zu sanieren und neu zu streichen. Zuletzt wurde eine Versorgungsküche für Grundschule und Kindergarten installiert. Zwar könne man nicht immer umgehend alles, was anfalle, in Angriff nehmen, aber doch immer wieder Stück für Stück einiges abarbeiten, bat Martin auch um Geduld und Verständnis gegenüber Gemeindeführung und Rat, die mit den wenigen Mitteln bedacht umgehen müssten.

Zum Thema wiederkehrende Beiträge hatte Martin auch etwas mitzuteilen. Wie alles Neue, führten auch die Beiträge mitunter zu Unmut oder dem Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, „gerade wenn es darum geht, Beiträge zu zahlen“, sagte Martin. Doch für ihn seien die wiederkehrenden Beiträge das „beste und gerechteste Beitragssystem, wenn es um den Ausbau öffentlicher Verkehrswege geht“.