| 21:10 Uhr

Burkhard gewinnt Bürgermeisterwahl gegen Sprengart
Wahl-Drama in Wallhalben

 Schöne Geste nach hartem Wahlkampf. Peter Sprengart (CDU) gratuliert sofort der Wahlsiegerin Christine Burkhard (FWG).
Schöne Geste nach hartem Wahlkampf. Peter Sprengart (CDU) gratuliert sofort der Wahlsiegerin Christine Burkhard (FWG). FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. Christine Burkhard mit nur 21 Stimmen Vorsprung vor Peter Sprengart neue Ortsbürgermeisterin. Von Norbert Schwarz

Christine Burkhard beerbt ihren Parteifreund Berthold Martin und sichert der FWG in Wallhalben das Amt des Ortsbürgermeisters. Mit elfeinhalb Prozentpunkten Vorsprung vor Peter Sprengart (CDU) im ersten Wahlgang vor drei Wochen war Burkhard gestern in die Stichwahl gegangen. Doch bei dieser gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Für Christine Burkhard stimmten gestern 295 Wähler was im Endergebnis 51,8 Prozent ausmacht. Für Sprengart entscheiden sich 274 Wähler, das waren 48,2 Prozent. Insgesamt wurden 569 gültige Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,6 Prozent.

Exakt um 18 Uhr verkündete gestern im Ludwig-Katz-Haus Ortsbürgermeister Berthold Martin als Wahlleiter das Ende des Urnengangs. Mit Schwung beförderten Hubert Scherer und Martin die blauen Stimmzettel auf das große Tischgeviert. Zu den am Sonntag abgegebenen blauen Stimmzetteln gesellten sich viele gelbe Briefwahldokumente, die erst einmal von den Wahlhelfern mit Brieföffnern oder Taschenmessern geöffnet wurden. Das Öffnungsprozedere heizte die ohnehin über dem Auszählungsraum liegende Spannung zusätzlich an.

Peter Sprengart hatte mit Ehefrau Christine in der einen Ecke seinen Standort eingenommen und sah, wie die beiden Stimmzettel-Häufchen in die Höhe wuchsen. Von der Fensterseite aus verfolgte Christine Burkhard mit Familie und zahlreichen Wahlunterstützern das emsige Treiben am großen Auszähltisch, wo bis zum Ende die Häufchen-Höhen mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden waren.



Um 18.40 Uhr dann war es soweit: Wahlleiter Martin gibt das Wahlergebnis bekannt. In der Fensterecke brandet Jubel auf, Christine Burkhard wird von ihren Familienmitgliedern geherzt und beglückwünscht. Noch ehe dies auch ihre weitere Unterstützerschar tun kann, kommt Peter Sprengart mit einem Lächeln im Gesicht auf Burkhard zu und gratuliert ihr zum Wahlsieg.

Dass er nach fünfjähriger Pause in der Kommunalpolitik so viele Wähler mobilisieren konnte, spreche für seine Person und das Wahlprogramm, sagt der Unterlegene danach. „Ich war gut, aber nicht gut genug. Das Ziel ist nicht erreicht, aber ich werde mich der kommunalen Mitarbeit im Rat stellen. Mein Ratsmandat habe ich schon angenommen.“ Das neue Ratsgremium werde zu einer spannenden Sache, so seine Prognose, denn die Mehrheiten im Rat sind knapp

Das sieht auch Wahlsiegerin Burkhard so, für die spontan eine Siegerparty organisiert wird und die Sektkorken knallen. „Den hätten wir uns auch bei einer Niederlage verdient gehabt, denn wir haben in diesem Wahlkampf viel geleistet“, so die Glückliche. An Koalitionsgedanken verschwendet sich noch keine Zeit, erst habe ja mal die Wahl gewonnen werden müssen. Dass es mit dem Finden von Mehrheiten nicht einfach wird, zeige das Wahlergebnis für den Ortsgemeinderat Wallhalben: Dort habe jetzt die FWG sechs Stimmen (ihre als Bürgermeisterin mitgezählt). Die CDU habe vier Sitze, die Wählergruppe Lauer zwei und die SPD einen Sitz. Sondieren und ausloten, wie es zusammen passt, das wird die erste Aufgabe für die neue Bürgermeisterin sein.