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Kerwe
Zurück zu altem Glanz

Kaum zu glauben, aber doch wahr. Nach genau zwei Jahrzehnten wurde in Wallhalben jetzt wieder zünftig die Kerb gefeiert. Mit Straußmädels, Straußbuben, einem schmucken Kerwestrauß und einer Kerwerede, bei der die vielen Zuhürer viel zu lachen hatten.
Kaum zu glauben, aber doch wahr. Nach genau zwei Jahrzehnten wurde in Wallhalben jetzt wieder zünftig die Kerb gefeiert. Mit Straußmädels, Straußbuben, einem schmucken Kerwestrauß und einer Kerwerede, bei der die vielen Zuhürer viel zu lachen hatten. FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. Nach 20 Jahren gibt es dieses Jahr wieder eine Straußjugend in Wallhalben. Von Norbert Schwarz

Zwischen dem letztmaligen Auftritt mit Kerwestrauß, Straußmädels und Straußbuben und dem gleichen Ereignis am Wochenende liegen in Wallhalben sage und schreibe 20 Jahre. Klar, dass sich am Sonntag in den frühen Nachmittagsstunden die jüngeren Dorfbewohner die Augen rieben und erstaunt dreinblickten, derweil die schon älteren Mitbewohner selbst in Erinnerungen schwelgten. Ja, wie war das damals, als beim „Uschbes“ und den beiden anderen Wirtschaften im Dorf die Straußbuben für buntes Kerwetreiben sorgten.

In Orkanstärke kam das bekannte „Unn die Wallwer Kerb soll läwe …“ rüber, als die diesjährige Straußbubengilde mit einem einzigen Straußmädel über die Dorfbrücke zum Ludwig-Katz-Haus marschierte. Dort angekommen, gab es den Schwenk zum Käthe-Dassler-Platz, wo sich in den frühen Nachmittagsstunden des Kerwesonntags auf dem kleinen Rummelplatz doch schon viele Zuhörer eingefunden hatten, um Zeuge des Kerwespektakels zu werden, das es die letzten 20 Jahre nicht mehr gegeben hatte: Eine Kerwe wieder mit allem Drum und Dran, eben mit Strauß, Straußbuben und einer Rede. „Nicht einfach, doch wir haben es geschafft“, meinte die Ortsbeigeordnete Christine Burkhard, die nicht unwesentlich am Gelingen der Wiederbelebung des Brauchtums beteiligt war.

Schmuck sahen sie aus, die, die es wieder so richtig krachen ließen und mit ihrem umfassenden Programm für schöne Kerwetage im Heimatort sorgten. Rote Halstücher, rote Schürzen, auf dem Kopf Strohhüte und natürlich mit zu diesem Zeitpunkt noch kräftiger Stimme, die lautstark die „Kerwe“ hochleben ließen. Ob des großen Ereignisses ließ die Ortsgemeinde beim Ludwig-Katz-Haus, dem Dorfgemeinschaftshaus, extra eine Straußhalterung anbringen. Weeitere Schützenhilfe leistete die örtliche Löscheinheit, damit das Befestigen des bunten Bänderstraußes und das Verlesen der Kerwe-Neuigkeiten problemlos klappte.



Zehn stramme Burschen, gerade dem Teenageralter entwachsen, hatten sich zusammen mit Larissa Burkhard endlich dazu durchgerungen, wie „Wallwer-Kerb“ zünftig nach altem Vorbild zu feiern. „Ihr liewe Leid unn Kerwegäschd, mir häße eich willkomme zu unsrem Feschd …“, versicherten Maximilian Job und Florian Flohr aus erhöhtem Standort und dankten zunächst einmal denen, die mit ihrer Spende einen Beitrag dafür leisteten, dass alles finanziert werden konnte. „Die Tradition zu belebe hann mir uns vorgenumm un ganz viele Unnerstützer gefunn …!“ An „Stoff“ für die Kerwerede mangelte es gleichfalls nicht, und mehr als einmal hatten die beiden Redner Maximilian und Florian die lachenden Zuhörer auf ihrer Seite. Etwa, als es um die Manöverschäden ging und für die „Flinten-Uschi“ und Soldaten Nenas „99 Luftballons“ gespielt wurde.