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Streit in Maßweiler
Vorwürfe gegen ihn machen Ortschef stutzig

Maßweiler. Herbert Semmet zweifelt, ob die beiden SPD-Kandidaten, die ihm Gewalt vorwerfen, überhaupt in den Gemeinderat wollen

Noch nicht beendet ist für den Maßweiler Ortsbürgermeister Herbert Semmet der Vorwurf, dass er in der „Hexennacht“ ein SPD-Ratsmitglied eine Treppe hinuntergestoßen haben soll (wir berichteten). Der Vorfall am 30. April sei es offensichtlich nicht wert gewesen, Strafanzeige zu stellen oder ihn gar als Wahlkampfthema innerhalb der verbleibenden Zeitspanne von drei Wochen bis zur Wahl zu nutzen, teilt Semmet mit. Der Christdemokrat wundert sich, dass von Seiten der SPD in diesem Zeitraum mehrere Infoblätter verteilt wurden.

Der Ortschef vermutet, dass die SPD wieder genau so weitermache, wie seit seinem Amtsantritt 2014, „nachdem die Wahl für sie nicht zufriedenstellend endete“. Die fünf Jahre seiner Amtszeit seien geprägt gewesen von Angriffen gegen die demokratisch gefassten Beschlüsse, indem in gefühlt fast jeder Sitzung die Kommunalaufsicht angeschrieben worden sei, teilt Semmet mit und verweist auch auf die PZ-Berichterstattung. „Immer wieder kamen Bürger auf mich zu und haben mich aufgefordert und ermuntert, weiter zu machen und ja nicht aufzugeben“, so der Ortschef.

Dass der Stachel bei Semmet tief sitzt nach der Anschuldung, zeigen seine Aussagen über Willi Oster und Hans Dieter Schulz sowie die Sozialdemokraten im Ort. Mit ganz wenigen Ausnahmen habe die SPD-Fraktion nie an den Veranstaltungen in der Gemeinde teilgenommen. „Ein Herr Schulz war überhaupt nicht zu sehen. Herr Schulz ist Berufssoldat a.D. und ist zwischenzeitlich als Physiotherapeut tätig. In der vergangenen Wahlperiode hat er sehr oft an Sitzungen, offensichtlich wegen Zeitmangel, nicht teilgenommen. Jetzt stand er auf Platz zehn der Wahlliste“, erklärt Semmet, der sich fragt, ob Schulz überhaupt in den Rat gewählt werden wollte?



„Herr Oster hat mehrfach geäußert, dass er ebenfalls nicht mehr auf die Liste wollte. Mehreren Bürgern gegenüber hat er gesagt, dass man ihn, in Ermangelung von genügend Kandidaten , auf die Liste gesetzt hat“, so der Ortschef, für den fraglich ist, ob Oster sein Mandat überhaupt annehmen wollte.

Nicht unerwähnt lässt Semmet, dass trotz „intensiver Verbreitung von Infoblättern“, auf die die CDU überhaupt nicht reagiert habe, die SPD auf vier, die CDU auf acht Sitze kam und er selbst trotz massiver Vorhaltungen der SPD mit 73,6 Prozent im Amt bestätigt wurde. „Kann die SPD nicht mit Anstand verlieren?“, fragt sich der wiedergewählte Ortsbürgermeister deshalb.

Die im Bericht „Hat Bürgermeister Ratsmitglied eine Treppe hinuntergestoßen?“ gemachten Aussagen hätten ihn sehr nachdenklich und betroffen gemacht. „Ich übe ein Ehrenamt aus, das mich viel Zeit und Energie insbesondere durch die Auseinandersetzungen mit der SPD gekostet hat. Dafür hatte ich mich letztendlich entschieden und konnte es auch bis jetzt aushalten“, teilt Semmet mit. Doch nun scheint es, dass dem nicht mehr so ist. Augenscheinlich ist Semmet bis auf Weiteres nicht im Dienst. Er selbst wollte sich gegenüber der Pirmasenser Zeitung nicht äußern, ob er derzeit die Amtsgeschäfte ausübt.

Abschließend teilt der Ortsbürgermeister noch mit, dass im übrigen nicht vergessen werden sollte, dass ein Bürgermeister in einer Gemeinde in der Regel noch einen Beruf ausübe. Er sei selbstständig und könne momentan seine Tätigkeit nicht ausüben. „Ich hoffe, dass meine Kunden Rücksicht nehmen“, informiert Semmet.

(bme)