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Krimiautorin aus der Region
Verbrechen mit Lokalkolorit

Krimiautorin Monika Geier.
Krimiautorin Monika Geier. FOTO: Nadine Bröcker / Nadine Bröckre
ThaleischweilerFröschen. Die Krimi-Autorin Monika Geier liest am Mittwoch im Merkur-Pressezentrum. Von Nadine Bröcker

„In einem Frankfurter Vorstadtbordell empfängt eine viel zu junge Hure einen Stammkunden. Alles wie immer: Man geht aufs Zimmer. Kommt zur Sache. Dann schnappt sie sich seine Kanone, schießt ihn nieder und ergreift die Flucht. Knallt gleich noch einen Zuhälter ab, kassiert sein Smartphone, nimmt seinen Wagen und fährt los. Sie weiß genau, wo sie hinwill. Kriminalkommissarin Bettina Boll wird mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt. Ein Kollege ist tot, heißt es. Erschossen. In einem Frankfurter Puff . . .“

Klingt wie aus einem Krimi entsprungen? Ist es auch, nämlich aus „Alles so hell da vorn“, dem neuesten Werk von Monika Geier. Die 47-Jährige Ludwigshafenerin lebt mittlerweile in Thaleischweiler-Fröschen und hat 1999 ihren Traum vom Schreiben zum Beruf gemacht. Schreiben tut sie allerdings „Seit . . . immer!“, wie sie mit einem Augenzwinkern erklärt. Zuvor wollte sie Architektin werden, veröffentlichte im gleichen Jahr ihres Examens ihr erstes Buch im Argument Verlag aus Hamburg, der auch ihr mittlerweile achtes Buch im Mai letzten Jahres verlegt hat. „Da dachte ich: Das macht einfach viel mehr Spaß – ich werde lieber Autorin.“ Diese Entscheidung bereut sie bis heute nicht und auch die Zusammenarbeit mit dem recht kleinen Verlag war für sie der richtige Weg, der sich dadurch auszeichnet, dass zwar viel an den Texten gearbeitet wird, sie dennoch viel mitbestimmen darf. „Wenn viele Leute reinreden würden, würde es mir keinen Spaß mehr machen“, ist sich Monika Geier sicher. Und Spaß am Schreiben hat sie allemal. „Es ist schön, etwas aus meiner Sicht heraus darstellen zu können, ins rechte Licht zu rücken und auch Magie zuzulassen, wenn welche da ist.“ Der Autorenalltag sieht hingegen etwas nüchterner aus. Die Autorin sitzt am Schreibtisch und schreibt“, erklärt Monika Geier grinsend. Doch auch Abwechslung gehört dazu, etwa durch die verschiedenen Reisen zu Lesungen oder zu Recherchezwecken. Zum Krimi kam sie durch das eigene Interesse am Genre. Sie mag das Rätselhafte, liest selbst gerne Krimis, schaut gerne Kriminalserien und mag die geheimnisvollen Figuren. Der Krimi bietet plausible Erklärungen und logische Pfade bei aller Verwirrung. „Das finde ich einfach wahnsinnig reizvoll“, erklärt sie. Ihre eigene Hauptfigur Bettina Boll lebt in Ludwigshafen, Monika Geiers Heimatstadt. Doch damit soll kein Regionalkrimi „erzwungen“ werden, die Verortung in der Pfalz hat andere Gründe, wie Monika Geier erklärt. „Ich mag einfach das, was ich lebe, darum spielt es in der Pfalz.“ Aus diesem Antrieb hat sie sich nun auch in einem anderen Genre ausprobiert, denn aktuell arbeitet sie auch an einem Kinderbuch, welches die Pflanzen erklärt, die hier wachsen. Pflanzen und Natur: eine weitere Leidenschaft der Autorin. Das stellt aber das Kriminelle keineswegs in den Hintergrund, hat Monika Geier doch gerade den zweiten Platz beim deutschen Krimipreis gewonnen.

Und wer nun wissen möchte, wie es für die Romanheldin Bettina Boll und dem erschossenen Kollegen im Frankfurter Puff weitergeht, der sollte sich unbedingt zur Lesung im Pressezentrum des Pfälzischen Merkurs anmelden, denn noch sind wenige Plätze frei. Die Autorenlesung mit Monika Geier findet am kommenden Mittwoch, 18. April, um 17 Uhr statt.