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Veganes Koch- und Backseminar mit Katja Friedrich in Höheischweiler
„Backen“ im Kühlschrank

 Organisatorin Katja Friedrich (2.v.l.) und Kursleiterin Franziska Brehmer (3.v.l.) hatten beim dem roh-veganen Kuchen- und Tortenseminar viel Spaß mit den Teilnehmerinnen.
Organisatorin Katja Friedrich (2.v.l.) und Kursleiterin Franziska Brehmer (3.v.l.) hatten beim dem roh-veganen Kuchen- und Tortenseminar viel Spaß mit den Teilnehmerinnen. FOTO: Cordula von Waldow
Höheischweiler. Wie einfach zuzubereiten, wie gesund, köstlich und nahrhaft roh-vegane Kuchen und Torten sind, davon überzeugten sich acht Teilnehmerinnen beim Seminar in Höheischweiler. Frei von Gluten, Laktose und Einfachzucker erfüllt die roh-vegane Küche und Konditorei die Bedürfnisse vieler Menschen – ohne mehr Aufwand. Von Cordula von Waldow

„Hätte ich es nicht gesehen, ich hätte es nicht geglaubt!“ Immer wieder staunten die acht Teilnehmerinnen beim roh-veganen Menü und dem roh-veganen Kuchen- und Tortenseminar über die erzielten Ergebnisse. Frischkäsetorte mit Zwiebackboden kommt seit langer Zeit in vielen Haushalten auf den Tisch, doch ähnliche Delikatessen ohne erhitzte Butter und ganz ohne Milchprodukte zuzubereiten, konnten sich die acht Frauen nicht wirklich vorstellen.

So waren alle sehr neugierig, selbst Gastgeberin Katja Friedrich vom Naturheilverein Südwestpfalz, die sich seit Jahren sowohl mit veganer Ernährungsweise als auch mit köstlicher Rohkost befasst.

Für Silvia Dreher aus Thaleischweiler war dies bislang kein Thema, doch die Außendienst-Mitarbeiterin war auf einen Facebookpost sofort angesprungen und freute sich auf etwas „ganz Neues!“. Mit russischem Zupfkuchen als Nachspeise nach einer kalten Rote-Beete-Suppe mit einem „Blupp“ aus Cashew-„Sahne“, veganem Zwiebelkuchen und Canelloni aus Zucchinischeiben mit Tomatensoße wurde bereits im Viergang-Menü das „vegane Kalt-Backen“ geübt.



Eine Teilnehmerin schwärmte: „Die Streusel aus Buchweizenmehl, Kakao und Kokosöl haben geschmeckt wie richtiger Teig.“ Buchweizenmehl und Kokosöl bildeten auch die Basis für die Apfelschnitten. Im Dörrofen bei maximal 42 Grad über zwei Stunden getrocknet, ergab die Masse ein Mundgefühl wie Bisquitteig – frei von Mehl, Ei und Milchprodukten und deshalb bekömmlich für alle Genießer, die mit Glutenallergien oder Laktoseintoleranz kämpfen, auf ihren Cholesterinspiegel achten müssen oder wollen.

Mit dem Sparschäler hauchfein gehobelte Apfelscheiben erhalten dadurch eine ganz andere Textur und geben dem Kuchen einen superfruchtigen Geschmack. Mit der Zitruscrème auf Cashewbasis wird der Kuchen für ein paar Stunden in den Kühlschrank gestellt und verfestigt sich dort im Tortenring. „Mit dem Messerrücken lösen, damit ihr kein Metall vom Rand auf euren Kuchen schabt und die Form drehen, die Hand ruhig halten“, gab Kursleiterin Franziska Brehmer von „Superfran’s Feinkostmanufaktur“ auch hier wertvolle Tipps.

Am Sonntagnachmittag türmten sich süße Leckereien auf dem Tisch. Nussig-schokoladige Brownies, besagte Zitrustorte, die Apfelschnitten, mit Flohsamen gelierte Rote Grütze, Mohnkuchen, kleine (noch zu frische) Christstollen sowie Kokos- und Kakaotrüffel. Die Damen schlemmten ohne Reue, denn die süßen Köstlichkeiten waren mit Datteln und Feigen oder anderen Früchten und ganz ohne jeden Haushaltszucker gesüßt und ließen damit die eigene Fruchtigkeit oder Nussigkeit perfekt zur Geltung kommen.

„Wir haben so viel Spaß gehabt und so viel gelacht“, freute sich die gesamte Gruppe. Die Antwort auf die Frage nach dem persönlichen Hightlight und dem größten „Aha-Effekt“ des Wochenendes beantworteten alle spontan unisono: „Der Quark!“ Eine Kostprobe offenbarte einen über sechs Tage aus einer Cashew-Masse fermentierten und mit frischen Wildkräutern gewürzten „Frischkäse“.

„Es macht nicht mehr Arbeit, als jeder entsprechende ‚normale’ Kuchen oder jede ‚normale’ Torte auch, eher weniger“, freuten sich die acht Frauen über die einfache Zubereitung. „Gewusst wie!“ für gesunden Genuss ohne Reue mit einem extrem hohen Nährwert für den gesamten Organismus. Karin Gantner, Biologin und Umweltpädagogin, weiß: „Erhitzen zerstört wertvolle Vitamine und Enzyme und entwertet damit die besten Rohstoffe.“ Eine Teilnehmerin lachte: „Hiervon kann man auch noch ein drittes Stück essen, ohne Völlegefühl hinterher. Auch wenn es viel nachhaltiger sättigt.“ Dem allgemeinen Wunsch nach einer Fortsetzung werden Katja Friedrich und das Team von „Superfran’s“ im Herbst nachkommen. Bis dahin wollen alle daheim fleißig „gebacken“ und Variationen der Rezepte ausprobiert haben.