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Kreisausschuss
US-Streitkräfte prüfen Nutzung von Realschule

Die Amerikaner interessieren sich für das Schulgebäude in Wallhalben.
Die Amerikaner interessieren sich für das Schulgebäude in Wallhalben. FOTO: Norbert Rech / red
Wallhalben. Wallhalber Schule schließt bald. Bürgermeister Martin: Kinder von US-Amerikanern könnten in Zukunft dort unterrichtet werden.

Die Realschule plus in Wallhalben wird mit dem Schuljahresende am 22. Juni stillgelegt. Darüber informierte Landrätin Susanne Ganster den Kreisausschuss. Wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitgeteilt hat, wären für das neue Schuljahr 2018/19 nur noch vier Schüler übrig geblieben, die nun anderen Schulen zugewiesen wurden. Über die Zukunft des Gebäudes würden schon Gespräche geführt.

Momentan besuchen 15 Schüler die neunte Klasse der Realschule plus, vier Schüler sind in der achten Klassenstufe. Weil schon jetzt feststeht, dass neun Schüler mit dem Schulabschluss nach der neunten Klasse die Realschule plus verlassen und die übrig gebliebenen sechs Schüler sich für die zehnte Klasse an anderen Schulen in der Region angemeldet haben, wird es keine zehnte Klasse mehr geben. Damit wären alleine vier Schüler für die neunte Klassenstufe im nächsten Schuljahr übrig geblieben. Die Schulaufsicht hat diese Schüler, nach Kontakt mit den Eltern, anderen Schulen in der Region zugewiesen. Damit wird es nach den Sommerferien keinen Unterricht mehr an der Realschule plus in Wallhalben geben.

Das Gebäude befindet sich seit der Übernahme der Realschule plus durch den Landkreis auch in dessen Besitz, erklärt Verbandsbürgermeister Thomas Peifer von der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, sodass beim Landkreis momentan auch die Federführung bei den Überlegungen, wie es mit dem Schulgebäude weitergeht, liege.



Wie Thorsten Höh, Pressesprecher der Kreisverwaltung, ergänzt, sieht eine Vereinbarung vor, dass nach der Aufgabe der schulischen Nutzung das Gebäude innerhalb eines Jahres an die Verbandsgemeinde zurückgegeben werden kann.

Wallhalbens Ortsbürgermeister Berthold Martin bedauert die Schließung der Schule. Nach Übernahme des Kreises vor einigen Jahren sei dies aber absehbar gewesen. Im Grunde hätten die Verantwortlichen darauf hin gearbeitet, übt er Kritik. Laut Martin gibt es  bereits konkrete Überlegungen: So solle das Gebäude künftig von den US-Amerikanern genutzt werden. Geprüft werde, ob Kinder der US-Streitkräfte dort unterrichtet werden könnten. Entsprechende Verhandlungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen, sagte Martin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Ortsbürgermeister sieht vor allem beim Thema Sicherheit noch Klärungsbedarf. Wenn die US-Streitkräfte das Gebäude tatsächlich als Lehranstalt nutzen sollten, werde dort aller Voraussicht nach ein Sicherheitsdienst („Security“) eingesetzt. Es müsse beispielsweise sichergestellt werden, dass die Sportanlagen auf dem Gelände der Schule auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch dürfe es in Zukunft keine Einschränkungen für Wander- und Fahrradwege geben, sagte Martin mit Blick auf mögliche Umzäunungen des Areals Das alles müsse berücksichtigt werden, bevor es zum Vertragsabschluss komme, mahnt der Wallhalber Bürgermeister.

Der Merkur sprach Verbandsgemeinde-Bürgermeister Thomas Peifer und Kreissprecher Thorsten Höh auf die Planspiele in Sachen US-Amerikaner an – beide wollten aber mit Blick auf die laufenden Verhandlungen aktuell nichts sagen.