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Reifenberg
Spender gesucht

 Die Freilegungsarbeiten in der Dorfkirche von Reifenberg werden fortgesetzt. Nach den Arbeiten über dem Marienaltar (Bild) soll jetzt der Wendelinusaltar folgen.
Die Freilegungsarbeiten in der Dorfkirche von Reifenberg werden fortgesetzt. Nach den Arbeiten über dem Marienaltar (Bild) soll jetzt der Wendelinusaltar folgen. FOTO: Norbert Schwarz
Reifenberg. Bei der Renovierung der Kirche in Reifenberg soll auch ein altes übertünchtes Wandbild freigelegt werden. Von Norbert Schwarz

Das Gotteshaus der katholischen Kirchengemeinde in Reifenberg soll dieses Jahr innen renoviert werden. Nach vorläufiger Kostenschätzung des verantwortlichen Planers Hermann Held aus Contwig, welcher bereits die Renovierungsarbeiten bei den Kirchen in Labach, Knopp und Martinshöhe für das bischöfliche Bauamt in Speyer zur vollen Zufriedenheit betreute, muss mit einem Kostenaufwand von rund 300 000 Euro gerechnet werden.

In diesem Kostenrahmen enthalten ist eine weitere Freilegungsarbeit. Auch das alte, übertünchte Wandbild über dem Wendelinus-Altar soll wieder zum Vorschein gebracht werden. Es ist davon auszugehen, dass damit auch diesmal die aus Neustadt stammende Restauratorin und Konservatorin Eva Lincul betraut wird. In einer wahren Sisyphusarbeit hat sie bereits die Bildpracht über dem Marienaltar wieder zum Vorschein gebracht. Ein Kunstwerk, das in Farben und Gesamtheit inzwischen die Blicke vieler Betrachter bannte. So war es weiter nicht verwunderlich, dass selbst der für das Bistum Speyer zuständige Dom- und Diözesankonservator Wolfgang Franz nunmehr auch die Initiative der Gläubigen aus der Pfarrei Reifenberg, wie der Großpfarrei Bruder-Konrad, dahingehend unterstützte, dass die Freilegungsarbeiten am zweiten Seitenaltar, dem Marienaltar gegenüberliegenden Altar des Schutzheiligen des Gotteshauses, dem Heiligen Wendelinus, fortgesetzt werden.

„Wir sind alle wie Flitzebogen gespannt, ob die Arbeiten gleichfalls von solchem Erfolg gekrönt sind wie im Frühjahr letzten Jahres, als Eva Lincul nach wochenlangen Arbeiten mit speziellen Tinkturen, Schabern, Spachteln und Pinseln links das Gemälde freizulegen wusste“, sagt Toni Hüther, der über Jahrzehnte das Ehrenamt des Kirchenrechners bei der noch eigenständigen Pfarrgemeinde Reifenberg bekleidet hatte.



Hüther ist zudem begeisterter Ortschronist, ist verantwortlich dafür, dass die bestehende Dorfchronik mit neuzeitlichen Anhängen in Buchform erweitert wurde und ist auch nicht müde geworden beim Suchen von alten Zeugnissen über das Kircheninnere insgesamt und speziell zum Wandbild über dem Wendelinusaltar. Der inzwischen in der Anilinstadt lebende Sohn des früheren Ortsbürgermeisters Ludwig Härich, so Toni Hüther, erinnere sich heute als 85-Jähriger noch sehr gut an das Wandbild rechts. Der Gründer der Pfarrei sei darauf dargestellt, die Grabstätte des Kirchenpatrons und symbolhafte Kirchenbauten. Alte Schwarzweiß-Fotografien ließen den Eindruck entstehen, dass vielleicht das Gemälde insgesamt in dunklen Farbtönen gehalten sei, was jedoch Theo Härich als Kenner des alten Wandbildes nicht bestätigen wollte, so Hüther. Die fast gleichaltrige Magda Prestl aus Reifenberg sei zur gleichen Aussage gekommen, stellt Hüther in seinen persönlichen Nachforschungen fest.

Gleichwie, zum Finanzieren des Kostenaufwandes für die Wandbilder (vom Bischöflichen Bauamt werden diese Arbeiten nicht gefördert), klappert Toni Hüther jetzt schon eifrig Geldspender ab und freut sich sehr darüber, dass ihm beispielsweise die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn eine Hilfe in Aussicht gestellt hat, von der Daniel-Theysohn-Stiftung bereits 6000 Euro zugesagt wurden und inzwischen von etlichen privaten Spendern bereits 2000 Euro eingingen. Für die örtliche Frauengemeinschaft kam das Aus. Sie hatte ein Vereinsvermögen von 1630 Euro. Auch das wurde speziell für die Wiederherstellung der Wandbilder gespendet.