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Schützen schießen gegen Gemeinde

 Der Schützenverein Maßweiler hatte damit begonnen, die frühere US-Sporthalle in ein Vereinsheim mit Schießstand für Luftdruckwaffen und Räumen umgestalten, am Ende wurde sie an „Tierart“ verkauft – jetzt wollen die Schützen Schadenersatz. Foto: pma
Der Schützenverein Maßweiler hatte damit begonnen, die frühere US-Sporthalle in ein Vereinsheim mit Schießstand für Luftdruckwaffen und Räumen umgestalten, am Ende wurde sie an „Tierart“ verkauft – jetzt wollen die Schützen Schadenersatz. Foto: pma FOTO: pma
Maßweiler. Der Schützenverein Maßweiler klagt erneut gegen die Ortsgemeinde. Die Sportler fordern fast 44 000 Euro, die sie in die frühere US-Sporthalle investiert haben. Schon vor über einem Jahr waren sie mit einer Klage gegen den Verkauf der Halle gescheitert. Dieter Becker

Scharf geschossen wird seit vergangener Woche vor dem Landgericht Zweibrücken: Der Schützenverein Maßweiler klagt erneut gegen die Ortsgemeinde, nun geht es um 43 799,86 Euro Schadensersatz. Die Schützen wollen diesen Betrag für ihre Arbeit und Investitionen, die sie in die frühere US-Sporthalle gesteckt, aber am Ende nicht bekommen haben. Bereits im Oktober 2015 scheiterte der Verein mit einer Klage gegen den Verkauf der Halle an den Konkurrenten "Tierart" vor dem Landgericht (wir berichteten).

Bei der neuen Klage des Vereins handelt es sich um die juristischen Nachwehen im Streit um die frühere US-Sporthalle und das Grundstück, das die Gemeinde Maßweiler an den Verein "Tierart" verkauft hatte. Der Schützenverein, der in das Gelände zuvor nach eigener Aussage sehr viel Zeit und Geld investiert hat, weil er es selbst erwerben wollte, fordert: 2679,86 Euro Materialkosten, 1920 Euro Traktorkosten und 39 200 Euro für geleistete Arbeitsstunden. Der Vorsitzende Richter der ersten Zivilkammer, Peter Ehrmantraut, erklärte in der 40-minütigen Verhandlung, dass er beim Lesen der Klage des Schützenvereins "fast vom Stuhl gefallen sei". Weiter: "Mir fehlt die Fantasie, wie man auf einen derart hohen Betrag kommen kann."

Rechtsanwalt Klaus Leinenweber aus Pirmasens, der in dem Rechtsstreit die Ortsgemeinde Maßweiler vertritt, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: "Der Vorsitzende Richter hat den Schützenverein explizit darauf hingewiesen, dass die Klage keine Erfolgsaussicht hat, weil es keinen Vertrag gibt. Es waren lediglich Absichtserklärungen durch die Gemeinde bezüglich der Verpachtung des jetzt vom Verein 'Tierart' erworbenen Geländes erteilt worden. Daraus erschließt sich keine Haftung zu Lasten der Ortsgemeinde."



Nach Darstellung des Schützenvereins wurde ihm das Grundstück mündlich von Ortsbürgermeister Herbert Semmet (CDU ) zugesagt, unter anderem bei der Neujahrsansprache im Jahr 2015. Leinenweber hielt dagegen: "Es gibt keine notariell beurkundete Erklärung."

Im Hinblick auf den Weihnachtsfrieden habe die Ortsgemeinde Maßweiler dem Schützenverein eine Zahlung von 3000 Euro angeboten, so Leinenweber: "Das war dem Verein zu wenig. Der forderte schließlich 10 000 Euro statt die in der Klage aufgelisteten 43 799,86 Euro . Aber auch 10 000 Euro entbehren unserer Meinung nach jeder Grundlage."

Die Gerichtsverhandlung soll am 13. Januar fortgesetzt werden.