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Empfang in Rumbach
Ins Gespräch gekommen

Rumbach. Der Bundespräsident stellt ehrenamtlich Engagierte in den Mittelpunkt. Von Bastian Meyer

Nicht die anwesenden Bundestagsabgeordneten, Landtagsabgeordneten oder Verbandsbürgermeister standen am Montagabend im Mittelpunkt bei der Abschlussveranstaltung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Nein, es waren die ehrenamtlich Engagierten. Keine große Rede hielt der Bundespräsident im bis auf den letzten Platz gefüllten Rumbacher Dorfgemeinschaftshaus. Doch bevor er sich zu Gesprächen mit den Ehrenamtlichen, darunter die Landfrauen und der ambulante Hospizdienst, an die Stehtische begab, ging er nochmals kurz auf den Grund seiner Themenreise, die unter dem Motto „Land in Sicht – Zukunft ländlicher Räume“ steht.

In den Köpfen der Deutschen sei bei vielen, wenn vom ländlichen Raum die Rede sei, Postkartenidylle auf der einen Seite, und abgehängter Raum auf der anderen Seite. „Beide Klischees sind grundfalsch“, wiederholte Steinmeier, der selbst in einer ländlichen Region aufgewachsen ist, sein eigenes Zitat vom Morgen. Bei all seinen Stationen, egal ob in der Stadt Zweibrücken oder in den Gemeinden der Südwestpfalz (wir berichteten) konnte er sich davon überzeugen, dass gezielt in die Zukunft investiert wird.

Bei Ministerpräsidentin Malu Dreyer – sie begleitete den Bundespräsidenten auf seiner Reise – bedankte sich Steinmeier für die Wahl der Region: Dreyer nahm den Ball direkt auf. „Die Bürger haben ihren Besuch wertgeschätzt“, sagte die Ministerpräsidentin, die die Digitalisierung als wichtige Voraussetzung für den ländlichen Raum sieht. Dankbar war Dreyer, dass Steinmeier mit den Vorurteilen gegen das Leben im ländlichen Raum aufräumte.



„Ohne ehrenamtliches Engagement wäre Deutschland ärmer“, machte der Bundespräsident deutlich. Fast jeder zweite Bürger von Rheinland-Pfalz sei ehrenamtlich engagiert. „Wir sind, was dies betrifft, die Nummer eins in Deutschland“, freute sich die Ministerpräsidentin. Nachdem sich Frank-Walter Steinmeier ins Goldene Buch der Ortsgemeinde Rumbach und des Landkreises Südwestpfalz eingetragen hatte, überreicht ihm Landrätin Susanne Ganster eine „Elwetritsche“. Anschließend setzte sich der Wagen mit dem Kennzeichen „0-1“ und Standarte gemeinsam mit dem Tross in Bewegung, verließ Rumbach, das Dahner Felsenland und die Südwestpfalz. Für die Rumbacher und ihre Gäste war dies aber noch nicht das Ende. Sie feierten noch „den besonderen Besuch“ in ihrem Ort.