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Holzeinschlag
2800 Euro Plus mit dem Wald

Fast 1000 Festmeter werden im Gemeindewald von Rieschweiler-Mühlbach (Bild) geschlagen.
Fast 1000 Festmeter werden im Gemeindewald von Rieschweiler-Mühlbach (Bild) geschlagen. FOTO: Norbert Schwarz
Rieschweiler-Mühlbach. Rieschweiler-Mühlbach hat den Forstwirtschaftsplan 2019 beschlossen. Von Norbert Schwarz

(cos) Alle Jahre wieder steht im Ortsgemeinderat die Diskussion um den Forstwirtschaftsplan an. Dann fühlen sich insbesondere Pascal Schuck (SPD) und Axel Stuppy (FWG) herausgefordert und stellen die Frage in den Raum: „Muss aus dem Gemeindewald wertvollstes Holz veräußert werden, damit ein minimaler Gewinn im Forstetat erzählt werden kann?“ So war es auch bei der jüngsten Ratssitzung. Diesmal stand Forstdirektor Theodor Ringeisen, Leiter des Forstamtes Westrich, selbst Rede und Antwort und konnte aufzeigen, an welchen Stellschrauben das Ratsgremium zu drehen hat. Angenommen wurde der Forstwirtschaftsplan 2019 dennoch, einstimmig sogar.

119,6 Hektar groß ist der Gemeindewald, der größte in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben schlechthin. 1332 Festmeter könnten jedes Jahr als Holzernte eingeschlagen werden, ohne überhaupt den natürlichen Zuwachs zu gefährden. Vorgesehen sind dieses Jahr 970 Festmeter und Ringeisen erinnerte daran, dass in jedem Jahr das eigentliche Einschlage-Limit weit unterschritten wird. Der im Plan vorgesehene Einschlag beim Fichtenholz werde wohl zur Disposition stehen, sagte Theodor Ringeisen bei seinen Erläuterungen, denn die Trockenheit habe in anderen Ländern, Ringeisen nannte Italien, zu enormen Holzmengen geführt, die in diesem Umfang nicht vorhersehbar waren. Der Forstmann: „Da kommt Bewegung auf den Weltmarkt, auch die Italiener liefern nach China, da ist es sicherer, mit einem Einschlag zu warten und dafür vielleicht mehr im Douglasienbestand zu fällen.“ Das Plus im Forstwirtschaftsplan 2019 mit 2800 Euro stehe auf gesunden Füßen und spiegele die Erlöse aus dem Gemeindewald aus den zurückliegenden Jahren wider. Als „Ausreißer“ bezeichnete Forstdirektor Ringeisen das Plus des letzten Jahres, wo 19 000 Euro vom Wald in die Gemeindekasse flossen.

Pascal Schuck (SPD) sah das allerdings differenziert. „Ein Holzeinschlag von 970 Festmetern, ich stelle mir den Haufen Holz in Gedanken gerade vor, und dann nur einen Gewinn von nicht mal 3000 Euro, das ist einfach ein Witz. Wir sollten an die Generationen nach uns denken und einfach mal weniger Holz einschlagen.“ Ein Gedanke, den auch Axel Stuppy (FWG) teilte, der in seinem Diskussionsbeitrag insbesondere die Beförsterungskosten als zu hoch empfand und meinte, dass hier das Land gefordert sei. Für Theodor Ringeisen war es kein Problem, aufzuzeigen, wie im Gemeindewald höhere Einnahmen zu erzielen sind, ohne dadurch den natürlichen Nachwuchs zu gefährden. Etwa mit dem Hieb von Eichen, die als Furniereichen derzeit sehr gefragt seien und von denen Rieschweiler-Mühlbach im gesamten Bestand etliche habe. Bäume mit einem Alter von mehr als 160 Jahren zu fällen, nur um höhere Einkünfte zu bekommen, war für Pascal Schuck (SPD) die reinste Horrorvorstellung, die Ringeisen mit dem Hinweis zu kontern wusste, dass auch bei der Waldbewirtschaftung die Frage der Wirtschaftlichkeit gestellt werden müsse. „Eine Vorratsanreicherung macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn.“ Zudem müsse die Gemeinde dann bei Null Einnahmen weiter die Fixkosten für die Waldbewirtschaftung tragen.