| 20:48 Uhr

Verbandsschleppjagd beim RFV Weselberg
Junge Jagdreiter erhalten Tradition

 Erwartungsfroh versammeln sich Reiter, Hunde und Zuschauer vor dem Abritt.
Erwartungsfroh versammeln sich Reiter, Hunde und Zuschauer vor dem Abritt. FOTO: Cordula von Waldow
Weselberg. Rund 50 Jagdreiter waren voll des Lobes für die gelungene Verbandsschleppjagd beim RFV Weselberg. Bei idealem Reitwetter ging es hinter der Rheinland-Meute auf abwechslungsreicher Strecke 18 Kilometer weit über Wiesen, Stoppelfelder und durch den Wald. Von Cordula von Waldow

Früher am Morgen noch hatte Petrus seine Schleusen geöffnet, doch bis sich um halb elf die Teilnehmer an der Verbandsschleppjagd 2019 auf dem Gelände des RFV Weselberg versammelten, lachte zeitweise die Sonne. „Die Böden sind optimal“, sagte der Vereinsvorsitzende, Karl Keßler, zufrieden. Nach der gemeinsamen Hubertusmesse und der ausgedehnten Feier hatten die meisten eine kurze Nacht.

„Ich bin schon noch ein bisschen aufgeregt“, räumte Mario Rutz ein. Er führte seine zweite Jagd als Master an und trug das erste Mal die Verantwortung für eine Verbandsschleppjagd. Ob der unsicheren Wetterverhältnisse blieben mit gut 50 Reitern, vorwiegend aus Reinland-Pfalz und dem Saarland, die beiden Jagdfelder mit und ohne Springen leicht unter den Erwartungen zurück. Dennoch war die Stimmung bereits vor Abritt bestens, die Reiter freuten sich, langjährige Bekannte zu treffen, Freundschaften zu pflegen und auf einen „wunderschönen Ritt“.

Voll des Lobs für das alljährliche, enorme Engagement des Vereins, der von den befreundeten Fußballern unterstützt wird, war Friedhelm von der Marwitz. Der passionierte Jagdreiter aus der Eifel war 20 Jahre lang Master von Rheinland-Pfalz und kommt immer wieder gerne nach Weselberg. „Dieser vorbildliche Zusammenhalt hier, die tolle, abwechslungsreiche Strecke, die super Stimmung – so etwas findet man heute nur noch ganz selten“, dankte er dem Vorsitzenden stellvertretend für alle Helfer.



Um elf Uhr saßen nach dem obligatorischen Sektempfang alle Reiter auf ihren Pferden, die Zuschauer aus dem Dorf und der weiten Region verfolgten vom Platzrand oder den beiden Erntewägen aus, wie die Hunde der Rheinland-Meute auf den Platz stürmten und mit einem dreifach kräftigen „Horrido“ die Jagd eröffnet wurde. „Ich freue mich besonders, so viele junge Leute hier zu sehen. Das ist ein gutes Zeichen, so bleibt die Tradition erhalten“, betonte Brigitte Seidler in ihrer Begrüßungsrede. Die Vorsitzende des Pferdesportverbands Pfalz mit roter Regenjacke und Jägerhut begleitete das Jagdfeld auch in diesem Jahr. Gleich nach dem Dorfdurchritt durch Weselberg ging es auf die erste, lange Galoppstrecke über Wiese und Stoppelfelder mit den ersten Hindernissen: Voran die drei „Schleppenleger“, die aus ihren Beuteln eine Wildtierlosung für die Hunde vertropften, gefolgt von den fast 30 Foxhounds mit jungen und erfahrenen Tieren, der Equipage der Hundeführer sowie den beiden Jagdfeldern.

Dass ein Jagdritt nicht nur etwas für Warm- und Vollblutpferde, Trakehner oder Irische Hunter ist, bewies die große Fraktion der Islandpferdereiter, die sich in dem kleinen, zweiten Feld wohlfühlten. 18 Kilometer weit führte die Strecke durch das Schauertal auf abwechslungsreicher, hügeliger Strecke durch Wald und Feld, begleitet vom Bläserchor Sickinger Höhe.

Trotz einiger Abstürze, besonders am Anfang, erreichten nach einer harmonischen Jagd alle wohlbehalten das Ziel. Zum krönenden Abschluss mit Feuer und dem „Currée“, dem Dank an die Hunde in Form von für diese köstlichen Pansen, versammelten sich zusätzliche Schaulustige auf dem Weselberger Reitplatz. Noch lange wurde im Keßlerschen Festzelt gefeiert und sich an zahlreiche gemeinsame Jagdritte erinnert.