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Schleppjagd
Jagdvergnügen im Wald und auf Wiesen

Bei Kaiserwetter freuten sich Mensch und Tier auf die Schleppjagd.
Bei Kaiserwetter freuten sich Mensch und Tier auf die Schleppjagd. FOTO: Cordula von Waldow
Weselberg. Die Traditionsjagd des RFV Weselberg gefiel nicht nur den 35 Reitern und ihrer Meute. Auch die zahlreichen Besucher waren begeistert. Von Cordula von Waldow

In fünf voll geladenen Erntewagen begleiteten kürzlich zahlreiche Zuschauer die Traditionsjagd des RFV Weselberg. Bei Kaiserwetter genossen sie die herrlichen Bilder der rund 35 Reiter in Jagdkleidung und ihrer edlen Pferde auf den Galoppstrecken hinter den Hunden der Rheinland-Meute. Die Klänge des Bläserchorps Sickinger Höhe rundeten das Erlebnis ab.

In acht „Schleppen“ galoppierten die Reiter hinter den Hunden her. Im Gegensatz zur Fuchsjagd von früher, legen zwei Reiter heute mit Tierlosung eine Schleppe an, der die Hunde dann schwanzwedelnd, mit lautem Gebell und wieselflink folgen, ihrerseits gefolgt von den Reitern.

Für den 46-jährigen Mario Rutz war es eine ganz besondere Jagd. Zum ersten Mal durfte er als Stellvertreter den Vereinsvorsitzenden, Karl Keßler als Master vertreten und das Feld anführen. „Ich gebe das Kommando zum Aufgalopp und bin für das Tempo verantwortlich“, beschreibt er die Aufgabe. Seine erfahrere Paintmix-Stute ist sicher am Sprung, ruhig und sehr zuverlässig. Außerdem kenne er die Stecke gut. „Karl hat ein neues Pferd. Die muss sich erst noch an die Jagd gewöhnen und buckelt dabei manchmal“, begründet er die Ehre.



Eine Ehre war es auch für die beiden Nachwuchs-Pikeure des Vereins, Simon Müller (20) und Julian Adrian (25), die gemeinsam mit dem jagderfahrenen „alten Hasen“, Gerald Jann aus Homburg, dafür sorgten, dass das Feld geschlossen blieb und niemand den Master überholte.

Beim letzten Aufgalopp gesellten sich auch Sabine Schmitt und Ursula Faulhaber auf ihren Islandpferden zu dem Jagdfeld hinzu. Die Weselbergerin hatte erstmals ein Zweites Feld mit einer verkürzten Strecke und auf Wunsch ohne Sprünge angeboten. „Das kam von der Idee her auch sehr gut an, muss sich jedoch erst noch rumsprechen“, stellte sie fest.

Begeistert war auch Janina Heyng. Die 31-jährige Amazone aus der Nähe von Speyer reitet bereits seit einigen Jahren die Weselberger Jagd mit. „Sehr schöne und abwechslungsreiche Strecke, Wald, Wiese, Acker, super Schleppen und eine tolle Gemeinschaft“, lobte sie. Ebenfalls weit über die Grenzen der Saar- und Südwestpfalz hinaus wohnt Rainer Kurth. „Wir kommen von der Ferme de Bombach in Frankreich schon lange hierher“, erzählt er. Sein Mitreiter, Remy Meyer, war das erste Mal dabei und sehr angetan auch von der guten Kameradschaft.

Höhepunkt für Reiter und Zuschauer war am frühen Nachmittag das „Curree“, der Dank an die Hundemeute auf dem Weselberger Reitplatz. Aus Respekt für die Leistung der Tiere saßen die Reiter, die sich rund um das hell lodernde Feuer gruppiert hatten, ab. Mit lautem Geheul stürzten sich die mehr als 20 Jagdhunde auf den Pansen und balgten sich unter den Klängen der Jagdbläser darum.

Im Anschluss wurde mit der Dorfbevölkerung und zahlreichen Gästen im Kesslerschen Festzelt noch lange gefeiert. Dabei wurde auch der Hütschenhauser Michael Honninger geehrt. Für den 76-Jährigen war es nach eigener Aussage die letzte Jagd.