| 17:22 Uhr

Anbau am Winterbacher Kindergarten
Platz für 40 Kinder

 Bauunternehmer Berthold Staab (rechts) überwacht selbst die Abtragungsarbeiten beim Kindergarten in Winterbach und freut sich, dass alles reibungslos verläuft.
Bauunternehmer Berthold Staab (rechts) überwacht selbst die Abtragungsarbeiten beim Kindergarten in Winterbach und freut sich, dass alles reibungslos verläuft. FOTO: Norbert Schwarz
Winterbach. In Winterbach sind die Arbeiten für die Erweiterung des Kindergartens „Sonnenkäferstübchen“ angelaufen. Von Norbert Schwarz

Das milde Winterwetter hat es möglich gemacht. Die Arbeiten zur baulichen Erweiterung des Winterbacher Kindergartens „Sonnenkäferstübchen“ sind gestartet. Rund 2000 Kubikmeter gelbsandigen Fels hat die Firma Staab aus Schmitshausen inzwischen mit GPS-Technik profilgerecht abgetragen. HighTec im Firmenbagger macht das möglich. Statt grauer Betonwand wird alles „natürlich“ bleiben.

„Sei schlau, lern am Bau“, lautete einmal der Werbeslogan der IG Bau-Steine-Erden mit dem Ziel, jungen Menschen den Beruf am Bau schmackhaft zu machen. Das Improvisieren, das Hinterfragen, das schnelle Entscheiden vor Ort ist geblieben. Ortsbürgermeister Andreas Weizel, selbst Handwerker und Unternehmer, weiß davon ein Lied zu singen. „Um die Gebäudesicherheit des Kindergartens insgesamt zu gewährleisten, sollte hier eine Betonwand hochgezogen werden. Fels, Betonwand, Gebäude, das wollte nicht so in unsere Köpfe hinein und wie bei uns in Winterbach schon immer praktiziert haben wir überlegt, ob das baulich nicht anders zu lösen ist.“

Die Gespräche mit dem befreundeten Bauunternehmer Berthold Staab verliefen erfolgreich. Nach Schürfproben hoch oben auf dem Sandsteinfelsen war klar: Der ließe sich abtragen. Entsprechendes Arbeitsgerät konnte der Schmitshauser Unternehmer zur Verfügung stellen. Ein leistungsstarker Bagger mit hochmoderner Technik.



So fraß sich in den zurückliegenden Tagen der besagte Bagger immer mehr in die Felswand am Kindergarten hinein. Kippte tonnenweise das losgelöste Material auf einen Berg im früheren Vorgarten, nur selten waren größere Gesteinsbrocken dabei, welche sich jedoch mit dem Baggerlöffel problemlos zertrümmern ließen.

Ortsbürgermeister Andreas Weizel: „Für uns sind dabei zwei Dinge wichtig gewesen. Zum einen durfte es zu keinen Mehrkosten kommen, zum anderen war eine unmittelbare Abstimmung mit der Bauaufsichtsbehörde bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz notwendig. Das hat alles prima geklappt. Insgesamt wird mit der neuen Lösung unser Anbau beim Kindergarten nicht nur in einen besseren Blickwinkel versetzt, sondern die räumliche Enge von Schutzwand zu Kindergartengebäude wird entfallen“.

Aus dem Fels ist schon zu Menschengedenken Druckwasser gekommen, das wird jetzt gefasst und abgeleitet. Eine Maßnahme, die auch beim Errichten der Stützwand hätte erfolgen müssen. Mit dem eigentlichen Bau des Erweiterungstraktes soll es noch im Frühjahr losgehen. 600 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt. Derzeit bietet die Kindergarteneinrichtung Platz für 33 Kinder, wobei alle Möglichkeiten ausgenutzt werden. Nach der Erweiterung können insgesamt 40 Kinder aufgenommen werden. „Der Babyboom in unserem Ort hält aber noch an, vertrauen wir den vielfachen Hinweisen aus der Bevölkerung und damit haben wir beste Erfahrungen in den zurückliegenden Jahren gemacht“, merkt ein verschmitzt dreinlächelnder Ortsbürgermeister Andreas Weizel an.