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Ortsgemeinderat
Platz für 15 neue Häuser

 Direkt im Anschluss an die Ortslage aus Richtung Maßweiler soll neues Bauland geschaffen werden.
Direkt im Anschluss an die Ortslage aus Richtung Maßweiler soll neues Bauland geschaffen werden. FOTO: Norbert Schwarz
Reifenberg. Der Reifenberger Rat hat den Auftrag für den Bebauungsplan neben der Kolbengartenstraße vergeben. Von Norbert Schwarz

Ein neues Baugebiet für Reifenberg ist seit der Mittwochszusammenkunft der Ratsmitglieder in greifbare Nähe gerückt. 15 neue Eigenheime sollen auf der grünen Wiese, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kolbengartenstraße entstehen. Das Gelände ist 9800 Quadratmeter groß. Alle Grundstückseigentümer sind bereit, die Fläche an die Ortsgemeinde zu verkaufen. Den Planungsauftrag für den notwendigen Bebauungsplan vergaben die Ratsmitglieder an das Ingenieurbüro Hort Wonka aus Nünschweiler.

Schon jetzt gibt es 21 potentielle Interessierte. Junge Familien aus dem Ort aber auch solche, die dem Heimatort aus welchen Gründen auch immer den Rücken kehrten und jetzt zurückkommen. Akribisch hatte Pirmin Zimmer die Werbetrommel gerührt und nicht allein die Namen der möglichen Kaufinteressenten notiert. Pirmin Zimmer: „Für jeden Bewerber gibt es ein umfassendes Dossier. Damit konnten wir auch die Verantwortlichen bei der Kreisverwaltung überzeugen, denn die Ortsgemeinde wird die Gesamtfläche aufkaufen, auf der schon in naher Zukunft die neuen Eigenheime gebaut werden können.“

Der Umstand, dass kein klassisches Umlegungsverfahren durchgeführt werden muss, beschleunigt das Verfahren ungemein. Zimmer wie die weiteren Planungsverantwortlichen wissen, dass damit möglicherweise jahrelang währende Verfahrensschritte unterbunden werden. Ortsbürgermeister Zimmer: „Die Vermessung im Eigenbesitz ist ein Riesenvorteil.“ Positiv bewertet er auch das Angebot des Planers Horst Wonka an die Ortsgemeinde. Für 14 000 Euro wird er die Leistungen nach der Honorarordnung für Ingenieure (HOAI) erbringen, welche für einen verbindlichen Bebauungsplan notwendig sind.



Bei seinem Rückblick hatte Pirmin Zimmer nochmals daran erinnert, dass das jetzige Baugebiet eines der vier möglichen Gebiete gewesen sei. Die Verbandsgemeindewerke von Thaleischweiler-Wallhalben hätten bereits grünes Licht für den Aufbau der Ver- und Entsorgungseinrichtungen gegeben. Mit einem Erschließungsträger steht die Gemeinde gleichfalls in Kontakt.

Selbst für den Fall, dass die Ortsgemeinde für eine kurzfristige Übernahme von Erschließungsbeiträgen, was bei der Vielzahl von Interessenten ja kaum zu erwarten sei, einspringen müsse, habe die Kommunalaufsicht aufgrund der guten Haushaltslage von Reifenberg insgesamt, keine Bedenken gegen die Baulanderschließung eingewendet.

Die Geschäftsordnung wurde geändert. Der Vorsitzende verwies darauf, dass es im Rat keine Fraktionen gebe. Deshalb soll jedes Ratsmitglied eine Niederschrift erhalten, die auch den nichtöffentlichen Teil umfasst. Der Ausbau der Hauptstraße deutet sich an. Aus Richtung Battweiler werden bereits Hausanschlüsse erneuert. In diesem Zusammenhang werden die Eigentümer von bisher noch unbebauten Grundstücken aufgefordert zu überlegen, ob sie nicht eine Anschlussleitung zu diesen unbebauten Flächen herstellen lassen. Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer: „Das wird jetzt nicht nur viel kostengünstiger für die Betroffenen, sondern hat zudem den Charme, dass wir als Gemeinde später nicht die neu ausgebaute Ortsdurchfahrt irgendwie beanspruchen müssen. Jeder der die momentane Chance nutzt, sollte sich mit den Verbandsgemeindewerken in Verbindung setzen.“

Was die Brennholzbeschaffung aus dem Gemeindewald anbelangt, müssen sich die Bewerber noch in Geduld üben. Ferdi Hüther als Beauftragter habe wohl alles im Griff, doch erst im Frühjahr des kommenden Jahres ist mit dem Holzeinschlag zu rechnen. Die Kosten für das Giebelholz betragen 25 Euro pro Ster. Deshalb musste Zimmer eine Preiskorrektur vornehmen.

Neu gefasst wurde die Friedhofssatzung. Zahlreiche Vorschriften mussten wieder in Einklang mit den geltenden Rechtsvorschriften gebracht werden. Zudem sind Gebührenkorrekturen unumgänglich gewesen, weil der Gebührenhaushalt Friedhof wie andernorts auch nicht ausgeglichen ist. Als eine Art Zeichensetzung gegenüber der Kommunalaufsicht wollten die Ratsmitglieder deshalb ihre Entscheidung verstanden wissen, dass beispielsweise die Grabplatten zwischen den Einzelgräbern nicht mehr kostenlos wie bisher, sondern zum Selbstkostenpreis von 75 Euro abgegeben werden.