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Ortsgemeinderat Wiesbach
Wiesbach will Hochwasser vorbeugen

Geruhsam (solange kein Starkregen fällt ...) fließt der Nepach von Martinshöhe kommend nach Wiesbach, um sich beim Sportheim mit dem Felsbach zu vereinen und dann als Wiesbach Zweibrücken zu erreichen.
Geruhsam (solange kein Starkregen fällt ...) fließt der Nepach von Martinshöhe kommend nach Wiesbach, um sich beim Sportheim mit dem Felsbach zu vereinen und dann als Wiesbach Zweibrücken zu erreichen. FOTO: Norbert Schwarz
Wiesbach. Ortsgemeinderat möchte günstige Gelegenheit für das Erstellen eines Schutzkonzeptes nutzen. Von Norbert Schwarz

Von Hochwasser blieb Wiesbach zwar in den letzten Jahrzehnten verschont. Dennoch wollen die Ratsmitglieder ein eigenes Hochwasserschutzkonzept erstrellen lassen. Das Land förderte derartige Untersuchungen und Planungen mit bis zu 90 Prozent Zuschuss. Diese Gelegenheiten wollen die Gemeindeverwantwortlichen beim Schopfe packen und gemeinsam mit den Bürgern unter der fachlichen Anleitung eines Planer ein Schutzkonzept entwickeln. Das hat der Ortsgemeinderat am Montagabend einstimmig beschlossen.

Zumindest die untere Ortslage Richtung Sportheim habe in früheren Jahren höhere Wasserstände bei Starkregen zu verzeichnen. Daran erinnerte der Beigeordnete Udo Adam-Ringelsbacher, der im alten Ortskern groß wurde. Adem-Ringelsbacher, der für Bürgermeister Emil Mayer die Ratssitzung leitete, kramte diese Kindheitserinnerungen bei der Themendiskussion wieder hervor und meinte, dass Felsbach und Nepach zwar als kleinere Rinnsale den Ort durchqueren, auf die Talauen schon höhere Wasserstände führten, zumal beide Bäche große Abflussgebiete mit viel Hanglage durchqueren.

Möglicherweise habe auch die derzeit laufende Renaturierung des Auerbachs zwischen Ober- und Niederauerbach, Auswirkungen auf die Wasserlage in Wiesbqach, gab Ratsmitglied Karl-Heinz Scharfenberger zu bedenken.



Die Diskussion ausgelöst im Ortsgemeinderat hat die Arbeit des Landesamtes für Umwelt, das im Auftrag des Landes derzeit eine neue Starkregenkarte erarbeitet und in Verknüpfung damit das Angebot an die Kommunen macht, eigene Pläne für ein Hochwasserschutzkonzept zu erstellen. Adam-Ringelsbacher schätzte die Kosten dafür zwischen 10 000 und 30 000 Euro was bei der Fördermöglichkeit bedeute, dass an der Ortsgemeinde 1000 bis 3000 Euro hängen blieben. Die Bürger wollen die Verantwortlichen auf jeden Fall mit ins Boot nehmen, denn vielfach sind Felsbach und Nepach in Uferbefestigungen eingezwängt, die vielleicht nicht den Vorgaben der Wassergesetze entsprechen.

Mit der von Förster Jürgen Leis oftmals zitierten „schwarze Null“ soll auch der Forstwirtschaftsplan 2019 ausgeglichen sein. In der Vergangenheit ergaben sich zum Abschluss dann meist positive Ergebnisse für den Gemeindehaushalt. Warum im Jahr 2017 ein Minus von 3329 Euro zu verzeichnen war erläuterte Leis damit, dass die Erlöse eines Teils der eingeschlagenen Holzmenge erst im Jahr 2018 verbucht wurden und somit nicht mehr im Abschluss 2017 berücksichtigt werden konnten. Der Wiesbacher Gemeindewald ist fast 100 Hektar groß. 700 Festmeter dürften nach der Betriebseinrichtung jährlich eingeschlagen werden. Vorgesehen sind 630 Festmeter. Mit einem Erlös in Höhe von rund 35 000 Euro wird gerechnet. Diesen Einnahmen stehen allein Ausgaben von 19 945 Euro für den Holzeinschlag gegenüber. In den Waldwegebau sollen 3500 Euro investiert werden, für die Verkehrssicherung sind 1500 Euro vorgesehen und für die Beförsterung muss die Ortsgemeinde Wiesbach rund 6000 Euro an das Land überweisen.

Wie sich der Gemeindewald nach der Hitzeperiode präsentiere wollten die Ratsmitglieder wissen und richteten dabei insbesondere das Augenmerk auf Borkenkäferbefall. „Da hatten wir in Wiesbach Glück“, stellte Förster Leis fest und wünschte sich für kommende Wintertage viel Schnee, damit der Borkenkäfer in seiner Population getroffen wird. Dem Forstwirtschaftplan stimmten die Ratsmitglieder zu, der Auflösung des alten Vertrages über die Holzvermarktung ebenso.