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Orientierungsritt in Reifenberg
Knifflige Aufgaben auf und mit dem Pferd

Konzentriert zeichnet Sophie Lang das „Montagsmaler-Bild“.
Konzentriert zeichnet Sophie Lang das „Montagsmaler-Bild“. FOTO: Cordula von Waldow
Reifenberg. Der achte Orientierungsritt rund um Reifenberg forderte von den Teilnehmern Konzentration und Können. Von Cordula von Waldow

„Wir haben uns verritten“, stellten die Sarah Seim aus Thaleischweiler und Steffi Folz aus Pirmasens auf der Höhe hinter Reifenberg fest. Mit ihren beiden Quarter Horses nahmen die beiden Freizeit orientierten Westernreiterinnen erstmals an einem Orientierungsritt des kleinen Privatstalls Chaydahedo in Reifenberg teil.

Während das Duo noch seinen Weg von der Kneispermühle zum nächsten Stop an Hand von Pfeilbildern für Abzweigungen suchte, war an der Schmitshauser Rosenhütte im Wald längst Action angesagt. Hier erprobten sich die Teilnehmer an dem achten Wanderritt, den Nadine Bold ausgerichtet hat, als „Montagsmaler“. Mit einem an einen langen Holzstab montierten Eddingschreiber galt es, einen Begriff aus der Reiterei so zu zeichnen, dass der Teampartner ihn erraten konnte. Vom Pferd aus – natürlich. Halfter, Cowboyhut und Bürste forderten einigen Teams bereits enorme Fähigkeiten ab.

Da hingegen war das Balancieren über einen mehrfach gebogenen Baumstamm mit dem Pferd an der Hand ein Kinderspiel – nahezu. „Du wärst die Erste, die runterfällt“, hörte Tatjana Stähly von der Lohbergranch in Mauschbach, die zu den Stammreitern gehört. Natürlich blieb sie oben. Gemeinsam mit Bianca Krebs schaffte es die erfolgreiche Westernreiterin auf den Bronzeplatz hinter Margot Kruber und Heike Schunck, die zum fünften Mal dabei waren.



„Es war echt kniffelig, wieder einmal ganz neue Aufgaben“, stöhnte Sabine Schmitt mit ihrer Islandpferdestute Lilli am Ende Augen zwinkernd. Was die erfahrene Orientierungsritt-Reiterin, die selbst seit mehreren Jahren den Ritt in Weselberg ausrichtet, jedoch eher beflügelte. Am Ende siegte sie im Team mit Ehemann Christian, der sie, nachdem ihre Reitpartnerin am Vorabend ausgefallen war, stattdessen auf seinem Fahrrad „Wildefire“ begleitete und unter anderem beim Hufeisenweitwurf entscheidend dazu beitrug. „Echt fies“ fand die Weselbergerin die Abkürzungen aus der Pferdefachsprache wie etwa DRA für „Deutsches Reitabzeichen“. Auch Annika Hafner-Meyer nahm mit Ehemann Christoph Hafner auf dem Fahrrad teil. „Das machen wir schon lange so, dann können wir gemeinsam Spaß haben“, erzählten die beiden. Das Paar aus dem saarländischen Köllerbach hatte zudem die weiteste Anreise.

Jüngste Teilnehmerin war die sechsjährige Hermine Mayer aus Knopp-Labach mit ihrem Pony Mathilda. Auch die beiden 14-Jährigen, Tabea Straßner aus Rimschweiler und Sophie Lang auf Kindsbach, bildeten ein mutiges Nachwuchs-Team, das erstmals überhaupt und dann gleich ganz allein mitritt. Mit insgesamt 17 und 38 Teilnehmern freute sich das Team von der Chaydahedo Ranch über einen neuen Teilnehmerrekord. Sie alle waren ganz begeistert von der super schönen Strecke, vorbei am Reifenberger Kapellchen, der Kneispermühle, über den Waldlehrpfad und das Steinzeitmenschenlager zur Rosenhütte Schmitshausen und weiter über das Wäschbrünnchen und die Auberghütte zurück zum Ausgangsort. Hier wartete noch eine besonders lustige Aufgabe auf die Teilnehmer: Einer hörte 15 Lieder – darunter das Fliegerlied, Cowboy&Indianer oder den Ententanz per Kopfhörer und musste dazu so vortanzen, dass der Partner den Titel erkennen konnte. Erraten werden musste auch der Lösungsspruch, der auf Buchstabenkärtchen entlang der Route versteckt war. Er lautete: Das Pferd bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!