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Naturheilverein Südwestpfalz
Bio-Schönheiten mit deutlichem Mehrwert

 Das Interesse an Horst Empels (re.) Kräuterwissen war groß.
Das Interesse an Horst Empels (re.) Kräuterwissen war groß. FOTO: Cordula von Waldow
Rieschweiler-Mühlbach. Gärtnermeister Horst Empel klärte rund 20 Besucher im Rahmen einer Veranstaltung des Naturheilvereins Südwestpfalz über die Welt der Kräuter auf. Von Cordula von Waldow

Sie sehen wunderschön aus, verfeinern zahlreiche Speisen und Gerichte und sind gesund, mit vielfältiger Wirkung auf den menschlichen Organismus. Die Rede ist von Kräutern. Bei ihrem Besuch in der Bio-Gärtnerei Empel in Höhmühlbach, einem Ortsteil von Rieschweiler-Mühlbach, auf Einladung des Naturheilvereins Südwestpfalz, erfuhren 20 Teilnehmer viel Interessantes und Wissenswertes über Empels Kräuterwelt.

„Wir essen das ja“, betont der Gärtnermeister in dritter Generation die fünf Jahre zurückliegende Entscheidung für den Bioanbau von Kräutern. Hier werden Nachhaltigkeit, umweltschonende Produktionsweise und Schonung der Ressourcen großgeschrieben. Auf dem Weg durch die Gewächshäuser beschrieb er die Aufzucht und Vermehrung von Kräutern und Gemüsepflanzen. Zum Teil werde zertifiziertes Saatgut zugekauft, die Pflanzen über Stecklinge dann jedoch selbst vermehrt.

Seine Freude an der Vielfalt der einzelnen Kräuter lebt Horst Empel, indem er allein mehr als 40 Sorten Minze anbietet. Er skizziert: „Es gibt Minzen, von denen verkaufen wir 30 Stück im Jahr und andere, von denen brauchen wir mehr als 1000 in der Woche, doch das ist mir den Planungsaufwand wert.“



Dazu erhielt die interessierte Gruppe zahlreiche, wertvolle Pflanztipps und erfuhr Wissenswertes über Düngung und Schädlingsbekämpfung. Horst Empels Geheimtipp ist Schafwolle, die ihm Schäfer der Region mit Kusshand abgeben. „Sie muss schmutzig sein. Dann hält sie, auf die Erde gelegt, Schnecken ab. Eingearbeitet, reichert sie den Boden mit Kali und Stickstoff an und macht ihn basisch, da braucht ihr nicht mehr kalken.“ Das Beste: Mit Schafwolle könne man den Boden nicht überdüngen. Dabei diene grundsätzlich die Gabe von Nährstoffen dem Wachstum der Pflanze und sei somit ebenfalls der beste Schädlingsschutz. „Je kräftiger und härter die Blätter, desto weniger mögen die Schädlinge die Pflanze“, weiß der erfahrene Gärtnermeister.

Immer wieder bewunderten die Besucher die Schönheit der blühenden Kräuter. Horst Empel inspirierte: „Die Vielfalt machts. Allein mit den unterschiedlichen Thymiansorten lässt sich ein ganzer Steingarten prunkvoll gestaltet.“

In seinem abschließenden Vortrag klärte er über den richtigen Standort auf: Die Kräuterspirale versuche, den Ursprungs-Lebensraum der einzelnen Kräuter nachzubilden, vom Feuchtgebiet über humusreichen Boden bis hin zur warmen, trockenen und kargen Spindelspitze. Ein- oder mehrjährig, winterhart oder nicht, sind wichtige Auswahlkriterien.

Neben einem umfangreichen Standardsortiment zieht die Gärtnerei Empel auch Besonderheiten und Exoten, von Alant oder Aloe Vera über Indischen Borretsch, Goji-Beere oder Pilzkraut bis hin zu Schwarzkümmel oder Zitronengras. Die meisten sind mit ihrem Duft, ihrem Geschmack und ihrer unterschiedlichen Wirkung auf unseren Organismus vielfältig einzusetzen, als Küchenkräuter, Teekräuter, Heilkräuter oder Wellnesskräuter.

Spannnende Kräuter:
Jiaogulan (Unsterblichkeitskraut): In China ist diese Jahrtausende alte Teepflanze bekannt als eine Heilpflanze mit „intelligenter“ Heilwirkung: Sie wirkt immer ausgleichend, schwächt, wo zu viel Energie vorhanden ist, und verstärkt dort, wo zu wenig ist.
Murdannia (Thailand): wird heute hauptsächlich in der alternativen Krebstherapie eingesetzt. Ihr wird eine stark stimulierende Wirkung auf das Immunsystem und tumorhemmende Wirkung besonders im Darmbereich nachgesagt; hochaktives Antioxidans, entgiftet die Leber, senkt den Blutzuckerspiegel, unterstützt die Wundheilung.
Ingwer: enthält Vitamine und Mineralstoffe, wirkt antibakteriell und kann somit zu einer gesunden Darmflora beitragen, hemmt die Vermehrung von Viren, fördert Ingwer die Verdauung und steigert Magensaft-, Speichel- und Gallenbildung.
Rosmarin: Ein verauungsförderndes Muss für mediterrane Fleisch- und Gemüsegerichte. Als Tee (und im Badewasser) entfaltet er die Wirkung als morgendlicher Muntermacher und soll die Hirnleistung verbessern. Das Antioixidans wirkt antiseptisch als Antibiotikum gegen Bakterien, Hefen und Schimmelpilze.