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Ich lebe gerne in Wallhalben
Mit der Marktgräfin wandern und plaudern

 Wallhalber Marktgräfinnen bei einer früheren Wanderung (von links): Sophie Wilhelm (zurzeit amtierend), Eva Heck, Sonja Bauer und Hanna Schmitt. Rechts Jasmin Klein, die ohne Marktgräfinnen-Vergangenheit mitwanderte.
Wallhalber Marktgräfinnen bei einer früheren Wanderung (von links): Sophie Wilhelm (zurzeit amtierend), Eva Heck, Sonja Bauer und Hanna Schmitt. Rechts Jasmin Klein, die ohne Marktgräfinnen-Vergangenheit mitwanderte. FOTO: Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben / VG Thaleischweiler-Wallhalben
Marktgräfinnenwanderung am 16. August in Wallhalben. Auch der beliebte Grumbeere-Markt steht bevor. Von Volker Baumann

Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben und der Verein für Tourismus Mühlenland-Sickinger-Höhe-Schwarzbachtal laden für diesen Samstag, 16. August, 17 Uhr, nach Wallhalben, Treffpunkt Busbahnhof in der Hauptstraße, ein. Die dort startende Marktgräfinnenwanderung soll nun zum dritten Mal dazu genutzt werden, um mögliche Bewerberinnen für dieses Amt anzusprechen. Im Gespräch mit der amtierenden und den ehemaligen Hoheiten der Sickingerhöhe, soll sich jeder über das Ehrenamt und die damit verbundenen Möglichkeiten und Pflichten informieren können. Damit die Wanderung für eine möglichst breite Gruppe der Bevölkerung interessant wird, bietet Vorstandsmitglied und Gästeführerin Hiltrud Woll mit ihrer Führung „Friedrich Poth – vom Schustersohn zum Biermillionär“ einen kurzen Einblick in das Leben und Wirken des „Wallwer Buh“, der im fernen Nordamerika sein Glück fand, die Heimat aber nie vergaß. Im Anschluss an die Wanderung ist ab etwa 19 Uhr in der Taverne in Wallhalben ein zünftiger Abschluss vorgesehen, bei dem, passend zum Thema, eine Bierprobe mit Flammkuchen angeboten wird. Die Marktgräfinnenwanderung ist in diesem Jahr nicht das letzte besondere Ereignis, das in Wallhalben über die Bühne geht. Am 5. Septemberwochenende steht zunächst in Wallhalben die Zelt-Kerwe auf dem Dorfplatz ins Haus. Zwei Jahre sind bereits seit dem letzten „Grumbeeremarkt“ vergangen und alle freuen sich deshalb auf das diesjährige Genuss-Spektakel. Mit mittelalterlichen Fanfarenklängen wird der „Werkvolk-Fanfarenzug“ aus Bann den jetzt schon legendären 15. Grumbeere-Markt am Samstag, 5. Oktober, ab 13 Uhr, mit historischem Flair eröffnen. Das ländliche Markttreiben mit bäuerlicher Kultur, alter Handwerkskunst und einem Bauernmarkt weckt Erinnerungen an fast vergessene Kindheitstage. Der Sickinger Grumbeere-Markt in Wallhalben, zwischen Landstuhl, Zweibrücken und Pirmasens gelegen, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Hungrig sollte man sein, wenn man an den über 20 Ständen mit den schweren zischenden und dampfenden Gusspfannen vorüber kommt, wo nach Großmutters überlieferter Tradition gebrutzelt wird. Alles dreht sich um die leckere Grumbeere oder, für den Nichtpfälzer, um die Kartoffel. Es wird gekocht nach Urgroßmutters altehrwürdiger Kochkunst, so dass ein Freudentag für den Gaumen angesagt ist. Keiner wird den Gerüchen von Horischen mit Specksoß, Brodgrumbeere mit geräucherten Forellen, Majoran-Grumbeere mit Grillschinken, Grumbeere-Waffeln, Rollbrode mit Wallwer Knepp, Räucherlachs mit Röschti, Saumaworscht, Grumbeere-Pannekuche, Schneebällcher mit Rollbrode und Grumbeere-Hörncher widerstehen können. Der Höhepunkt am Eröffnungstag, Samstag gegen 15 Uhr, wird die Wahl der Marktgräfin Sickinger Land. Die Krönung der Hoheit findet auf der Bühne am Dorfplatz statt. Das Publikum hat bei der Wahl ein Stimmrecht, da Stimmzettel unter den Marktbesuchern verteilt werden. Und weil das Feiern so schön ist: Die neue Ortsbürgermeisterin Christine Burkhard hat über die erste urkundliche Erwähnung von Wallhalben (1270) nachgedacht und daraus gefolgert und im Gemeinderat eingebracht, dass im nächsten Jahr eigentlich eine 750-Jahr-Feier anstehen müsste. Es kommt also noch etwas großes, Feierliches zu auf Wallhalben.

Wanderung zum



Thema Giftpflanzen

Heike Burkhardt, Apothekerin aus Wallhalben und zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, geht mit interessierten Gästen gerne auf eine erlebnisorientierte Giftpflanzenführung durch Wald und Flur. So traf sich vor kurzem eine große Gruppe an der Weihermühle, zwischen Wallhalben und Thaleischweiler, um mit Heike Burkhardt – auch die neue Ortsbürgermeisterin Christine Burkhard war dabei – auf eine etwa sieben Kilometer lange Strecke zu gehen und unterwegs zu erfahren, welche Pflanzen wertvolle und welche giftige Inhaltsstoffe enthalten. Die Teilnehmer sollten dabei die wichtigsten vorkommenden Giftpflanzen kennenlernen, sie von ähnlichen Arten unterscheiden und in ihrer Giftwirkung einschätzen können. Bei der Bevölkerung gebe es große Unsicherheiten, gerade wenn Kinder verlockend aussehende Beeren gegessen hätten, die man nicht kenne. Bei der vierstündigen, unterhaltsamen Führung, entlang des schattig bewaldeten Wasserlaufs des Odenbachs, wurden solche und ähnliche Fragen beantwortet. Zum Abschluss war bei einer Einkehr in der Weihermühle für das leibliche Wohl gesorgt. Heike Burkhardt führt in Wallhalben auch ein Apotheken-Museum. Die Hummel-Apotheke feiert in diesem Oktober ihr 60-jähriges Bestehen und lädt die Bevölkerung zu einem Tag der Offenen Tür ins Museum ein, direkt vor dem Grumbeeremarkt, am 2. Oktober. Aufgrund des Platzmangels wird um Anmeldung gebeten. Die Apothekerin freut sich, die Pharmazie in ihrem Facettenreichtum präsentieren zu können, zu zeigen, wie im Mittelalter Arzneimittel hergestellt wurden und wie sich aus der Klostermedizin eine moderne Arzneimitteltherapie entwickelte. Darüber berichtet sie auch bei einem Vortrag am 27. August im Historama des Klosters Hornbach.⇥bav

 Fühlen, was durch die Hände hinter dem Rücken geht – Einstimmung auf die Giftwanderung mit Heike Burkhardt (Mitte).
Fühlen, was durch die Hände hinter dem Rücken geht – Einstimmung auf die Giftwanderung mit Heike Burkhardt (Mitte). FOTO: Volker Baumann
 Die neue Bürgermeisterin Christine Burkhard.
Die neue Bürgermeisterin Christine Burkhard. FOTO: Volker Baumann