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Ludwig-Katz-Haus soll saniert werden

Mit dem Ludwig-Katz-Haus wird eines in Auschwitz ermordeten jüdischen Viehhändlers gedacht. Fotos: Norbert Rech
Mit dem Ludwig-Katz-Haus wird eines in Auschwitz ermordeten jüdischen Viehhändlers gedacht. Fotos: Norbert Rech
Wallhalben. Das Ludwig-Katz-Haus, die zentrale Begegnungsstätte in Wallhalben, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der heutige Name erinnert an die jüdische Familie Katz, die von den Nazis ermordet wurde. nob

Die Sanierung der Fassade des Ludwig-Katz-Hauses ist eines der wichtigsten Projekte in Wallhalben . Außerdem sollen das Gebäude und drei Privathäuser noch an das Nahwärmenetz der Ortsgemeinde angeschlossen werden. Bisher wird das Haus, das für Treffen und Veranstaltungen genutzt wird, mit einer Elektroheizung erwärmt. "Das Ganze wird rund 80 000 Euro kosten, wobei wir mit Zuschüssen rechnen", informiert Ortsbürgermeister Berthold Martin. Durch die Versorgung mit Abwärme aus einer örtlichen Biogasanlage werde nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet, sondern auch jede Menge Geld gespart.

Das Nahwärmenetz wird von der WVE Kaiserslautern betrieben. Von dieser bezieht Wallhalben die Energie. Sie wird über eine Übergabestation an der Realschule plus an die einzelnen Objekte weitergeleitet.

Beim Ludwig-Katz-Haus handelt es sich um eine ehemalige Gerberei, die wohl Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde, heißt es in der Ortschronik. Für den Ankauf von Tierhäuten war der Platz an der Wallhalb mit seiner Nähe zu den vielen Bauernhöfen auf der Sickinger Höhe ein überaus geeigneter Standort. Außerdem konnte das Leder auch gleich an die Schuhmacher im Dorf verkauft werden, so dass keine langen Transportwege anfielen. So brachte es die Familie Wild, wie der Gerber hieß, innerhalb kurzer Zeit zu großem Wohlstand. Trotzdem kam es im 19. Jahrhundert zur Einstellung des Betriebes aus wirtschaftlichen Gründen. Das Unternehmen wurde dann als Sägewerk weitergeführt. Um 1900 kaufte dann der jüdische Viehhändler Ludwig Katz das Gebäude .

Bis zur Enteignung durch die Nazis war es im Eigentum der Familie. Katz selbst wurde später mit seiner Frau Elsa ins französische Gurs deportiert. Im August 1942 wurde das Ehepaar in Auschwitz ermordet.

Nach dem Krieg hat die damalige Gemeinde Oberhausen - ein Ortsteil Wallhalbens - das Haus gekauft und restauriert. 1986 wurde es in Anwesenheit der Tochter von Katz eingeweiht. Sie hatte mit ihrem Mann einst noch rechtzeitig in die USA fliehen können.