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Ortsgemeinderat tagt über Kindergarten Sonnenkäferstübchen
Winterbach ändert Plan für Kita-Ausbau

 Für die Erweiterung des denkmalgeschützten Kita-Gebäudes wurden schon Rodungsarbeiten durchgeführt.
Für die Erweiterung des denkmalgeschützten Kita-Gebäudes wurden schon Rodungsarbeiten durchgeführt. FOTO: Norbert Schwarz
Winterbach. Mit dem Abtragen der Felswand statt Errichten einer Betonwand soll Geld gespart werden beim Bau des 60 Quadratmeter großen Mehrzweckraums. Von Norbert Schwarz

Die Kindertagesstätte „Sonnenkäferstübchen“ wird baulich erweitert. Rund 600 000 Euro wird die Ortsgemeinde Winterbach mit finanzieller Unterstützung des Landes in die Erweiterung investieren. Das Architekturbüro Grub aus Zweibrücken hat für das Projekt den Planungsauftrag. Im Frühjahr sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden.

Ortsbürgermeister Andreas Weizel informierte den Ortsgemeinderat jetzt über eine weitere, wesentliche Änderung. Statt eine zusätzliche Betonwand zu errichten, soll die ins Baugrundstück ragende Felswand teilweise abgetragen werden. Weizel verwies auf den Kostenfaktor für die Betonwand, welche gegen den Fels hin zum Schutz des Bauvorhabens errichtet werden sollte. Überlegungen seien jetzt angestellt worden, wie man diese Kosten unter Umständen einsparen könnte. Je nach Dichte und Festigkeit des vorhandenen Felses sei nämlich denkbar, dass man die vorhandene Felswand teilweise abträgt. Probeschürfungen ergaben , dass ein solches Unterfangen auf keinen Fall unmöglich ist. Es ließen sich erhebliche Kosten einsparen und der zusätzlich gewonnene Freiraum sei unter Umständen für den ohnehin notwendigen Rettungsweg nutzbar.

Auf keinen Fall, so ergab eine Kosten-Gegenüberstellung, würde der Felsabtrag mehr Kosten verursachen als das Errichten der Betonwand. Eine Planungskorrektur sei jedoch notwendig, Peter Martini von der Kreisverwaltung Südwestpfalz, dort Bauamtsleiter und zugleich Denkmalschützer, habe den Überlegungen der Ortsgemeinde bereits zugestimmt, was jetzt auch die Ratsmitglieder taten



Die bauliche Erweiterung im rückwärtigen Grundstücksteil ist notwendig, um einen neuen Mehrzweckraum zu bekommen, der allein für sich eine Größe von rund 60 Quadratmetern hat. Dazu kommt ein mehr als 15 Quadratmeter großer Raum für die Stillbeschäftigung. Ebenso wird es eine neue Küche geben, einen zusätzlichen Schlafraum, Toiletten, Material- und Waschraum.

Ein Bild von der Raumgestaltung wusste Ortsbürgermeister Andreas Weizel für die Ratsmitglieder gleichfalls zu zeichnen. Eingeschossig wird der Anbau vorgenommen, eine Holzakustikdecke soll zudem für ein gesundes Raumklima mit wenig Echo-Lärm sorgen. Losgehen sollen die Arbeiten möglichst schnell und bis zum Spätherbst möglichst fertig sein.

Schon jetzt freut sich die langjährige Kindergartenleiterin Jutta Kehrer mit ihrem Team auf die Erweiterungsmaßnahme, denn die Platznot in der Einrichtung sei groß. Wie sein Amtsvorgänger Willi Schwarz ist auch der neue Ortsbürgermeister Andreas Weizel voll und ganz davon überzeugt, dass mit einem funktionierenden Kindergarten, ein solcher sei seit Jahrzehnten vor Ort, die Gemeinde ihren Wohnwert enorm steigern kann und jungen Familien eine ganz wesentliche Hilfe dafür gibt, dass Familie und Beruf in Einklang gebracht werden können.

Dabei ist die Ortsgemeinde nicht allein im unmittelbaren Bereich des Kindergartens aktiv: Gegenüber, beim Dorfplatz, wo sich auch der Spielplatz des Kindergartens befindet, wird es gleichfalls zu Veränderungen kommen. Erfolgreich konnten Grundstücksverhandlungen dahin abgeschlossen werden, damit die Parksituation vor der Kita geändert wird. Durch den Flächenankauf kann zusätzlicher Parkraum entstehen. Dagegen musste Bürgermeister Weizel den Ratsmitgliedern mitteilen, dass der gleichfalls angedacht Zebrastreifen beim Kindergarten für die Straßenquerung nicht kommen kann. Gemeinsam mit den verschiedenen Fachvertretern habe es nicht nur eine Verkehrszählung, sondern auch Gespräche vor Ort gegeben. Die Verkehrsdichte, so ergab die Zählung, ist nicht so hoch, um einen Zebrastreifen zwingend anzuordnen. Es wird deshalb bei Hinweisschildern für die motorisierten Verkehrsteilnehmer bleiben.

Der Ortsbeigeordnete Hans Schneble bekommt einen eigenen Geschäftsbereich. Der Rat stimmte dieser Maßnahme zu. Andreas Weizel erinnerte daran, dass der Erste Beigeordnete schon Jahrzehnte hinweg sich um diverse Belang im Ort kümmert. Er fand es deshalb für treffend und sinnvoll, wenn nunmehr die Betreuung des gemeindlichen Bauhofs (es wurde ja eine neue Gerätehalle geschaffen) dem Ortsbeigeordneten Schneble übertragen wird. Die Pflege des Gemeindegrüns und der Leichenhalle zählt ebenso dazu. Weizel geht davon aus, dass wie schon in der Vergangenheit das Ortsbild von Winterbach mit seinem Ortsteil Niederhausen sich weiterhin blitzsauber, gepflegt und aufgeräumt den Bürgern wie Gästen und Durchfahrenden präsentieren wird.