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Ich lebe gerne in Winterbach
Kerwe und „Stugge“ – eine besondere Verbindung

 Steffen Süs mit seinen handgemachten „Lieblingsobjekten“ in der Brauwerkstatt.
Steffen Süs mit seinen handgemachten „Lieblingsobjekten“ in der Brauwerkstatt. FOTO: Volker Baumann
Winterbach Seit Frühjahr 2016 betreibt Steffen Süs in der ehemaligen Milchkammer des heimischen landwirtschaftlichen Betriebs eine Bierbrauer-Werkstatt der besonderen Art. Der Landwirt, der das Handwerk des Bierbrauens bei der Parkbrauerei in Pirmasens gelernt hat, kam nach weiteren Stationen in Brauereibetrieben zum Entschluss, sich selbstständig zu machen und seine Liebe zur Braukunst mit der Herstellung besonderer Biere zu krönen. Von Volker Baumann

Es sollte nichts „Langweiliges“ dabei herauskommen, sondern ein handgemachtes Bier, das so schmeckt, wie es sich viele wünschen, es allerdings nirgendwo bekommen. „Die Menschheit hat ein Recht auf leckeres Bier“, so seine etwas humorvolle Forderung. Bei Steffen Süs fließt es jetzt fast täglich aus dem Braukessel und zwar aktuell in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen, die saisonal ab und zu ergänzt werden. Einen Hektoliter pro Tag kann der Bierbauer verarbeiten und damit rund 320 Flaschen, ebenfalls in „geschmackvoller“ Form, abfüllen. „Pfalz Gose“, „Hella“, „Golden Brown“, „Hi Hops“ und „Bock“ fließen derzeit gerne in durstige Kehlen und haben alle ihren besonderen Hintergrund, den auch das Flaschenetikett verrät. Nicht nur die Brauart und der Alkoholgehalt wird verraten, auch die Story zur Namensgebung. Die „Gose“ beispielsweise ist ein Flüsschen in Goslar, nach dessen Namen bereits im Mittelalter ein Bier gebraut wurde, das irgendwann „in der tödlichen Pilswelle verschwand“, wie das Etikett wiedergibt und jetzt „vornehm blass, spritzig-frisch und leicht säuerlich wieder bierglücklich macht“.

Neben üblichen Brauzutaten lässt die „Pfalz Gose“ mit Salz und Koriander auf den Geschmack kommen. Noch eine Besonderheit auf dem Etikett: Steffen Süs gibt einen Tipp, wozu das jeweilige Bier schmeckt. Allerdings nicht zum Essen, sondern zur Musikrichtung. Alles in allem und rundherum also ein Bier-Erlebnis der besonderen Art und mit allen Sinnen zu genießen. „Beer’s not dead“ steht über dem Markennamen „Stugge“. Und warum eigentlich Stugge? „Ein früherer Beiname in der Familien-Historie“, erklärt der Bierbrauer seine Namensgebung. Nicht nur die Straußjugend ist froh, dass „Stugge“ auch zum Markenzeichen der Kerwe in Winterbach geworden ist.