| 23:07 Uhr

Vor allem am Sportheim ging es rund
Launige Reime am Sportheim

Ausgelassen und mit dem einen oder anderen alkoholischen Kaltgetränk feierten die Winterbacher ihre Kerwe.
Ausgelassen und mit dem einen oder anderen alkoholischen Kaltgetränk feierten die Winterbacher ihre Kerwe. FOTO: Norbert Schwarz
Winterbach. In Winterbach wurde am Wochenende Kerwe gefeiert. Vor allem am Sportheim ging es heiter und ausgelassen zu. Von Norbert Schwarz

Das Kerwefeiern steckt den Bürgern aus den beiden Ortsteilen Niederhausen und Winterbach einfach im Blut. Dieses Wochenende war es wieder soweit. Die Jugend aus der kleinen Ortschaft lockte am Sonntag bei großartigem Spätsommerwetter viele Dorfbewohner zum Sportheim des SC Winterbach, wo nach altem Brauch eine Kerwerede gehalten wurde.

„Ihr liewe Kerwegeäschd unn annre Leit, mir bräuchte mol eijer Uffmerksamkeit“, verkündeten Susanne Hüther und Pascal Weigel lautstark als Vertreter der drei Straußmädels und sechs Straußbuben. Dabei schickte das Rednerduo gleich von allem Anfang eines voraus: „Die Theme werre jedes Johr geringer, unn sinn in die Kerweredd ned so de Bringer“. Damit alle vom harten Recherchieren und passenden Reimen dann auch die passende Vorstellung bekamen, wurde zugleich kund getan: „Mir misse uns ganzscheen quäle um eich was Spannendes se verzehle…“ Begonnen wurde, das ist gleichfalls Brauch, mit denen, die neu zur Straußtruppe gekommen sind und jenen, die leider Gottes die Gemeinschaft verlassen haben.

Der SC Winterbach, bei dessen Sportheim der mit 10 000 bunten Bändern geschmückte Kerwestrauß hängt, sorgte einmal mehr für Schlagzeilen in der Kerwerede. Etliche Akteure hätten den SC Winterbach „feloss – klar, do iss halt viel Transfergeld gefloss…“ Der ehemalige Torgarant des SCW habe inzwischen bereits viele Tore für den benachbarten Verein geschossen und dem Daniel habe es in Martinshöhe so gut gefallen, dass ihn niemand mehr in Winterbach halten konnte. Trotzdem, Trübsal blasen käme für die SCWler auf gar keinen Fall in die Tüte. „E neijer Trainer war schnell gefunn, de Frank Dietrich hat die Horde iwwernumm. Der is werklich e Mann vunn Qualität, wenn der nur ned so gern Bier trinke däd…“



Der Unterschied zwischen Stadt- und Dorfkindern war in der Kerwerede gleichfalls ein Thema: Mir Dorfkinner hann die Finger von de Droge geloss, unn han uns lieber mit Alkohol de Kopp weggeschoss…“ Beim Festefeiern seien alle Bürger einfach spitze, gab es Lob in der Kerwerede. Gleich ob beim Verbrennen der Tannenbäume oder dem unlängst erst organisierten Dorffest. Geschehen sei dabei jedoch ein großes Malheur, weil Diebe eine Bude heimgesucht und 75 Flammkuchenböden geklaut hatten. Ehrenvoll die anschließende Tat eines Spenders, der 50 neue Flammkuchenböden spendierte und damit zumindest ordentliche Resteinnahmen garantierte.

Dachstuhl-Sprengspezialist Volker war einmal mehr mit von der Partie. Diesmal allerdings mit einem viel zu großen Wohnwagen, den der Volker in die eigene Grube bugsierte und nur unter größten Anstrengungen wieder herausbekam. Dass die etablierten Bierbrauereien jetzt sogar nach Winterbach schielen, sei gleichfalls klar, denn mit dem Winterbacher- Stugge gebe es jetzt echte Konkurrenz.

Dass einer aus Winterbach, Andreas Wente Oberbürgermeister in Zweibrücken werden will, ließ die Straußmädels und Straußbuben völlig kalt und sie merkten an: „Im Oschde hotter nix zu melle, desweh losst er sich als Kandidat fa de OB uffschdelle. Basse uff, ball dut der net nur de Auerbacherhof bewirde, sondern is ah noch Herr über die Zweibrigger Bezirke…“