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Wasserzweckverband
Kerosinbelastung wird weiter geprüft

 Wassermeister Jürgen Schnur überwacht penibel die Versorgungsanlage oberhalb von Winterbach. Für 221 000 Euro wurde die 2018/2019 erneuert.
Wassermeister Jürgen Schnur überwacht penibel die Versorgungsanlage oberhalb von Winterbach. Für 221 000 Euro wurde die 2018/2019 erneuert. FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. Neue Messungen sollen Bürgern und Landwirten Klarheit verschaffen, wie gefährlich das Sprit-Ablassen wirklich ist. Von Norbert Schwarz

Der Zweckverband Wasserversorgung Sickingerhöhe-Wallhalbtal investiert weiter ins Netz, liefert Trinkwasser und nimmt die Sorgen der Bürger sehr ernst, was den Ablass von Kerosin durch Flugzeuge angeht. Dabei verlässt sich der Zweckverband nicht allein auf die Daten und Erkenntnisse des Luftfahrtbundesamtes. Notfalls soll mit einem erweiterten Mess-Spektrum Klarheit darüber geschaffen werden, dass die Böden tatsächlich nicht verseucht sind.  

„Wir sind zum Investieren geradezu verpflichtet, die Orte im Zweckverbandsgebiet sind rührig und dabei ist es unumgänglich, dass wir auch unser Versorgungsnetz stets auf Vordermann halten“, sagte Werkleiter Joachim Becker am Rande der Zweckverbandstagung zur Wochenmitte im großen Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben in Wallhalben. Die Ortsgemeinde Maßweiler baut die Waldstraße aus, in diesem Zusammenhang soll die Landstraße 476 in Richtung Thaleischweiler-Fröschen am Ortsrand einen Kreisel bekommen. Dies wird eine Gemeinschaftsaufgabe von Ortsgemeinde und dem Landesbetrieb Mobilität in Kaiserslautern sein.

Wie Verbandsbürgermeister Thomas Peifer in der Sitzung darlegte, unterhält der Zweckverband in diesem Bereich noch eine Wasserversorgungsleitung aus Guss mit einer Nennweite von DN 100 und DN 150. Eine Größerdimensionierung ist ebenso angesagt wie eine Leitungserneuerung, so das Ergebnis einer Überprüfung. In einem Grundsatzbeschluss stimmten die Zweckverbandsmitglieder nicht allein dem Projekt zu, beauftragt wurde zugleich das Ingenieurbüro Dilger aus Dahn, die Maßnahme auszuschreiben und in der Bauphase zu begleiten.



Ähnlich verhält es sich mit dem Großprojekt der Ortsgemeinde Herschberg, wo die Ortsdurchfahrt, Hauptstraße (K 19) und Thaleischweiler Straße (K18) von Grundauf erneuert werden. In verschiedenen Bauabschnitten wird dieses Großprojekt realisiert. Auch hier ist das Erneuern der Hauptversorgungsleitung wie der Hausanschlüsse zu den angrenzenden Versorgungsgrundstücken dringend geboten.

Wie Werkleiter Joachim Becker in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur darlegte, konnte in den Jahren 2018/2019 mit einem Kostenaufwand von fast einer viertel Million Euro der Wassererhochbehälter oberhalb von Winterbach erfolgreich abgeschlossen werden. Über Biedershausen wird die Ortschaft mit Trinkwasser vom Tiefbrunnen bei der Knoppermühle versorgt. Den Erdhochbehälter hatte noch die Ortsgemeinde Winterbach in den Jahren eigener Zuständigkeit errichtet. Jetzt wurde das gesamte „Innenleben“ der Versorgungseinrichtung zeitgemäß erneuert. Insgesamt werden hier 240 Kubikmeter Wasser zur Versorgung und für den Brandfall vorgehalten. 

Ein Lob gab es an diesem Abend von Werkleiter Becker auch für die heimische Landwirte. Von überhöhtem Nitratgehalt sei nämlich im Trinkwasser des gesamten Versorgungsgebietes nichts zu spüren. Im Gegenteil, der Grenzwert von 50 mg/l werde überall weit unterschritten. Die Messungen vom November letzten Jahres ergaben bei der Erlenmühle einen Wert von 9,4 mg/l. In der Kneispermühle lag dieser bei 11,0/l und der Knoppermühle bei 12,5/l. In Obernheim-Kirchenarnbach wurden 11,8 mg/l gemessen, bei der Kläranlage Wallhalben  11,9 mg/l. Soweit die Stadtwerke Pirmasens Wasser zuliefern, ist dieses gleichfalls bestens, was das Einhalten der Grenzwerte anbelangt. Hier wurden 7,4 mg/l gemessen. 

Nicht zufrieden will sich der Zweckverband mit der Situation zum Ablassen von Kerosin über der Sickingerhöhe durch Flugzeuge geben. Ortsbürgermeister Ralf Schneider aus Knopp-Labach, im Hauptberuf Landwirt, führte deshalb in der letzten Verbandssitzung erhebliche Beschwerde. Die Dachorganisation aller deutschen Wasserwerke und Zweckverbände, der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) hatte Werkleiter Becker in einem Einzeiler auf dessen Vorbringen zur Ablasssituation auf der Sickingerhöhe mitgeteilt: Keine kritischen Belastungen auf Boden, Grundwasser, Luft und Mensch. Doch Werkleiter Joachim Becker will weiter am Thema bleiben. „Wir wollen mit unserem Labor bei den Unikliniken in Homburg/Saar selbst überprüfen, ob Kohlenwasserstoffbelastungen da sind oder nicht.“ Auch Verbandsbürgermeister Thomas Peifer ´versicherte, dass die Sicherheit der Bürger im Versorgungsgebiet Priorität habe und die Sorgen , wie von Ralf Schneider aus Knopp-Labach geschildert, ernst genommen werden.