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Ortsgemeinderat
Kein Waldrefugium für Winterbach

 Der Wald direkt am Ortsrand von Winterbach hätte ein „Waldrefugium“ werden sollen, doch daraus wird jetzt doch nichts.
Der Wald direkt am Ortsrand von Winterbach hätte ein „Waldrefugium“ werden sollen, doch daraus wird jetzt doch nichts. FOTO: Norbert Schwarz
Winterbach. Der Rat konnte sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die Areale für immer der Natur überlassen werden müssten. Von Norbert Schwarz

(cos) Waldflächen, die sich zum Ausweisen eines „Waldrefugiums“ optimal eignen würden, könnte die Ortsgemeinde Winterbach als schutzwürdig erklären lassen. Allein die Rahmenbedingungen für eine Unterschutzstellung sind jetzt doch nicht so, wie anfangs von den Verantwortlichen bei der übergeordneten Behörde den Gemeindevertreter schmackhaft gemacht. Vom ursprünglich in Aussicht gestellten Ja zum Ausweisen von Waldrefugien auf Winterbacher Gemarkung wird deshalb die Ortsgemeinde abrücken. Das haben die Ratsmitglieder einstimmig entschieden.

Es wäre zu schön gewesen, was im letzten Jahr die Vertreter der unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz im Rahmen einer Dienstbesprechung den Ortsbürgermeistern oder deren Stellvertretern offeriert hatten. Für die absolute Nichtbewirtschaftung von Waldflächen, die sich dann zu sogenannten „Waldrefugien“ entwickeln können, bekommen die jeweiligen Ortsgemeinden einen stattlichen Batzen Geldes. Dafür bleibt 30 jahre lang alles so, wie es die Natur bestimmt. Keine Eingriffe gibt es, weder von Menschenhand, noch durch Maschinen. Für den pfiffigen Ortsbürgermeister Willi Schwarz aus Winterbach hörte sich das gut an. Der in einem landwirtschaftlichen Betrieb groß gewordene Gymnasiallehrer, der sich in der Gemarkung so gut auskennt wie in der eigenen Westentasche, konnte auf Anhieb zumindest zwei Geländebereiche vornotieren lassen, die sich zum Anlegen eines Waldrefugiums eignen würden. Andere Gemeinden aus dem Landkreis folgten dem Beispiel der Winterbacher. Doch jetzt kam die Überraschung seitens der Unteren Naturschutzbehörde: Zwar wird weiterhin eine stattliche Jahresentschädigung gezahlt, allerdings bleibt der Schutzstatus für immer und ewig und eben nicht den bei den ersten Gesprächen prognostizierten 30 Jahren. Wie Ortsbürgermeister Schwarz jetzt bei den Diskussionen zu diesem Punkt erläuterte, sollte es für den Hektar eine Jahresentschädigung von 20 000 bis 30 000 Euro geben. „Bei den drei Hektar wäre das eine Sondereinnahme von jährlich 100.000 Euro gewesen, das war schon verlockend, keine Frage.“ Ob 20, 25 oder gar 30 Jahre, die Winterbacher Ratsmitglieder hätten da alle ganz scharf überlegt und gerechnet, wie Ratsmitglied Hans Schneble „laut denkend“ Revue passieren ließ. Doch eine Unterschutzstellung auf immer und ewig, das komme doch schon einer Enteignung sehr nahe, war nicht allein die Meinung dieses Ratsmitgliedes. Schneble: „Privat würde sich einem solchen Zwang keiner von uns aussetzen, weshalb sollten wir dann eine derartige Entscheidung für die Ortsgemeinde treffen, dann lassen wir es doch lieber.“ Dieser Ansicht schlossen sich alle Mandatsträger an.

Schwer fiel dem Gremium diese Richtungsänderung dann aber doch nicht, denn Ortsbürgermeister Willi Schwarz, der künftig von Andreas Weizel abgelöst wird, übergibt eine Gemeindekasse mit erklecklichem „Barbestand“. Beim Beschluss des Haushaltes (wir berichteten) hatte Schwarz nämlich verkünden können, dass sich der Kassenbestand auf 240 000 Euro belaufe und die im beschlossenen Etat vorgesehen Kreditmittel sicher nicht beansprucht werden. Für die zwischen dem Ortsteil Niederhausen und Winterbach, direkt beim Sportheim des SC Winterbach errichtete Gerätehalle sind noch Restarbeiten im Außenbereich zu verrichten. Mittel in Höhe von 5000 Euro sind im Haushalt eingeplant. Damit sollen die Materialien angeschafft werden, denn natürlich werden die Restarbeiten in Eigenleistung verrichtet.