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Stadt-Umland-Strategie
Kanu-Anlegestelle und Bewegungspark

Dem Projekt „Bewegungspark mit Kanu-Anlegestelle“ am Schwarzbach zwischen dem Gewässer und der Fischerhütte in Rieschweiler-Mühlbach räumt Ortsbürgermeister Heino Schuck erste Priorität ein.
Dem Projekt „Bewegungspark mit Kanu-Anlegestelle“ am Schwarzbach zwischen dem Gewässer und der Fischerhütte in Rieschweiler-Mühlbach räumt Ortsbürgermeister Heino Schuck erste Priorität ein. FOTO: Antje Feldner
Rieschweiler-Mühlbach. Im Rieschweiler-Mühlbacher Rat wurde jetzt eine Machbarkeitsstudie für das Gelände am Schwarzbach vorgestellt. Von Lothar Feldner

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rieschweiler-Mühlbach wurden die Ergebnisse der „Machbarkeitsstudie für die Aktivierung des Schwarzbachs“ vorgestellt. Neben einer ersten Bewertung durch die Ratsmitglieder wurden die Alternativstandorte für die Einzelprojekte beraten.

Verbandsbürgermeister Thomas Peifer von der für den Planungsauftrag zuständigen Verbandsgemeinde stellte den Hintergrund des Projekts heraus, das ähnliche Maßnahmen für Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben vorsieht. Es gehe bei dieser „Stadt-Umland-Strategie“ mit dem Auftakt in Zweibrücken seit 2015 um Vorhaben, durch welche die Region aufgewertet werden solle. Federführend sei die Verbandsgemeinde. Diese habe das Planungsbüro Laub aus Kaiserslautern entsprechend beauftragt. Zuständig für die Bewertung und Förderung sei das rheinland-pfälzische Innenministerium.

Ortsbürgermeister Heino Schuck sprach im Anschluss von „einer besonderen Chance für die Gemeinde“, weil bislang solche Projekte nur in anerkannten Schwerpunktgemeinden für Dorferneuerung gefördert würden. Ein Prozess, der sich dort über Jahre hinziehe, könne nunmehr in einem „Zeitraffer-Tempo“ bewältigt werden.



Ute Züge, Landschaftsarchitektin und Prokuristin beim Planungsbüro, stellte die vier Projekte vor, durch die der Schwarzbach „erlebbar“ gemacht werden soll. Bei den ersten beiden Projekten gehe es um einen „Kneipp-Bereich“ samt Kanu-Anlegestelle und einen Beach-Volleyball-Platz im Bereich der Tennisanlagen. Was die Anlegestelle betreffe, so könne man sich als Standortalternative den Bereich Festplatz vorstellen. Es sei mit Projektkosten von etwa 100 000 Euro zu rechnen, so die Referentin.

Für den Spielplatz unterhalb der Fischerhütte ist eine Ausweitung zum „Bewegungspark“ vorgesehen. In dem Zusammenhang könnte auch die schon vorhandene Kanu-Anlegestelle erneuert werden. Was die Platzgestaltung betrifft, so ist eine Vergrößerung des Spielplatzes auf die doppelte Fläche avisiert, um daraus ein Gelände für alle Generationen zu schaffen. Gedacht sei dabei an Geräte wie Bauch-Rücken-Trainer, Schwingball und Liegestütz in den Materialkombinationen Holz/Stahl oder Stahl/Kunststoff. Was die Kosten betrifft, so ist mit einem Aufwand von 115 000 Euro zu rechnen.

Beim letzten Projekt geht es um einen „Wohnmobil-Stellplatz“ am Rande der Ortslage in Richtung Dellfeld. Geschaffen werden sollen sechs Stellplätze sowie eine Aufenthaltsmöglichkeit mit Tischen und Bänken und einem Blick auf den Bachlauf. Als alternativen Standort könne man sich den Kerweplatz gegenüber dem Spielplatz vorstellen. Dort sei die Umsetzung einfacher, auch was die Strom- und Wasserversorgung betrifft. Entscheiden müsse letztendlich der Gemeinderat und erst dann können durch das Planungsbüro die erforderlichen Planungsunterlagen samt genaueren Kostenschätzungen erstellt und schließlich durch die Verbandsgemeinde eingereicht werden, so Züge. Peifer wies darauf hin, dass man die Projekte bereits in Mainz vorgestellt habe und dort eine Anerkennung der Förderungswürdigkeit signalisiert wurde. Zu rechnen sei mit einer Förderung zwischen 65 und 75 Prozent. Kämen die Projekte auf dieser Grundlage zum Tragen, würde dies zu einer „Riesenaufwertung“ für den Ort führen, einmal für die eigenen Bürger, aber auch für den Tourismus. Alle Maßnahmen kämen am bereits vorhandenen Radweg zum Tragen. Auch wenn sich der Gemeinderat dafür ausspreche, könne allerdings nicht alles auf einmal verwirklicht werden. Eine Prioritätenliste für die nächsten Jahre müsste erstellt werden. Peifer warnte davor, sich zu sperren, denn eine solche Chance auf Förderung komme so schnell nicht wieder.

Schuck sprach sich ebenfalls dafür aus und empfahl, den Bewegungspark an die Spitze zu setzen. Des Weiteren wies er darauf hin, dass man fast überall auf gemeindliches Gelände zugreifen könne. Was die Realisierung betrifft, so nannte er eine Zeitschiene von bis zu fünf Jahren. Die Bürger werde man fürs erste über das Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde informieren.

Kritische Anmerkungen kamen vor allem von Pascal Schuck (SPD) der auf den notwendigen Erhalt von geschaffenen Anlagen verwies. So habe man schon viele Plätze angelegt, um die sich der Folge niemand mehr kümmere und die deshalb „katastrophal“ dalägen. Demgegenüber wurde herausgestellt, dass nach den Förderrichtlinien mindestens 15 Jahre lang zu unterhalten sei. Bei Investitionen in einer Gesamthöhe von 340 000 Euro fallen zweifellos Folgekosten an. Einig war man sich bereits jetzt, dass die Wohnmobil-Stellplätze im Bereich Kerweplatz untergebracht werden sollten. Bürgermeister Schuck informierte abschließend, dass auf der nächsten Gemeinderatssitzung Ende April beschlossen werden soll, was die Gemeinde wolle.

 Ortsbürgermeister Heino Schuck
Ortsbürgermeister Heino Schuck FOTO: Norbert Schwarz / nos