| 20:13 Uhr

Weihnachtliches Dorfleben
Ein Abend im Zeichen des Miteinanders

 Der Heimatverein Rieschweiler-Mühlbach lud am Samstag vor Heiligabend zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Weihnachtliches Dorfleben“ ans Martin-Luther-Haus ein. Auch der Schlitten von Pfarrer Friedrich Barth hatte einen besonderen Platz bei diesem Fest der besonderen Art – hier beim Mädelstreff mit Weihnachtsmann.
Der Heimatverein Rieschweiler-Mühlbach lud am Samstag vor Heiligabend zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Weihnachtliches Dorfleben“ ans Martin-Luther-Haus ein. Auch der Schlitten von Pfarrer Friedrich Barth hatte einen besonderen Platz bei diesem Fest der besonderen Art – hier beim Mädelstreff mit Weihnachtsmann. FOTO: Norbert Schwarz
Rieschweiler-Mühlbach. Unter dem Motto „Weihnachtliches Dorfleben“ hatte der Heimatverein Rieschweiler-Mühlbach eingeladen. Ziel der Veranstaltung: Die Menschen des Ortes sollen zukünftig wieder mehr miteinander sprechen. Von Norbert Schwarz

Das Zwischenmenschliche zu fördern, sich an alte Werte erinnern. Nicht das Rad der Zeit zurückdrehen, nein, aber eine Plattform zu schaffen, um wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Das hat sich der Heimatverein Rieschweiler-Mühlbach gerade zur Weihnachtszeit auf die Fahne geschrieben und wer die umtriebigen Führungskräfte dieses Vereins kennt, konnte davon ausgehen, dass mit dem organisierten Fest „Weihnachtliches Dorfleben“ ein großer Wurf gelingen kann. Fazit von Gaby Poller, eine der zahlreichen Antreiber und Ideengeberin: „Es hat sich gelohnt. Schade, dass die Witterung für unsere Veranstaltung nicht gerade förderlich war.“

Zwischen altem Rathaus und Kirchenvorplatz versammelten sich die vielen Besucher, lauschten im Gotteshaus dem Männerchor unter der Leitung von Rüdiger Gräbel. Diese sangen bekannte geistliche Weihnachtslieder wie „Vom Himmel hoch da komm ich her“ oder dem „Macht hoch die Tür“. Musikalisch untermalten Instrumentalisten wie Christina Haas (Saxophon), Michael Haas (Tenorhorn), Andreas Kiefer (Posaune) und der wie immer mit gekonnten Geigenklängen aufspielende Hans Isemann die gesanglichen Vorträge und gaben damit der festlichen Einstimmung eine ganz besondere Note.

Begonnen hatte alles am frühen Abend auf der hohen Treppe bei der dem Gotteshaus gegenüberliegenden Treppe am ehemaligen Rathaus. „Ho, ho, ho – was ist den hier los, was passiert denn hier?“, so die Frage des Weihnachtsmanns, der mit weißem Rauschebart und rotem Mantel erschien.



Mit selbst gebackenen Keksen gesellte sich Denise Florl zu dem auf die Besucher blickenden Weihnachtsmann und erklärte diesem, dass die Menschen hier auf der Erde wieder mehr miteinander sprechen sollten und man sich darum mehr als bemühe.

Karl-Heinz Schaaff vom Männergesangverein klärte den Himmelsboten im roten Mantel darüber auf, dass auch der Männerchor diese Absicht habe und mit Gesang seinen Beitrag leisten wollen, weil ja bekanntlich mit Gesang alles besser gehe.

Glühwein und Reibeküchlein mit Apfelmus brachten zur Stärkung Gaby Poller und Joachim Fricker dem Gesellen zur Stärkung und meinten, für die Besucher würden gleichfalls diese Leckereien mit anderen feilgeboten.

Was es mit dem vorausgegangen Weihnachtsrätsel auf sich gehabt habe, beschrieb rückblickend Michael Haas, der Urheber der hölzernen Weihnachtsmänner, die auf 24 verschiedenen, meist markanten Dorfplätzen wie dem ehemaligen Eiskeller zwischen den beiden Ortsteilen oder den Ortsein- und ausgängen versteckt gewesen sind. Bei der Rätsellösung und Rundgängen kamen die Suchenden gleichfalls miteinander ins Gespräch. Wollten vom Nachbar wissen, ob dieser denn schon den Weihnachtsmann Nummer 13 gefunden habe, weil für ihn selbst nicht auffindbar.

Ortsbürgermeister Peter Roschy fand die Idee des menschlichen Miteinanders großartig und wünschte sich Impulse für das Dorfleben. Wie immer hatten die Verantwortlichen des Heimatvereins besondren Wert auf die Dekoration, Illumination und Ausgestaltung des Festplatzes gelegt. So war am Treppenfuß der hohen Rathaustreppe der alte Schlitten des früheren Dorfpfarrers Friedrich Barth aufgebaut. Ein geradezu herausforderndes Motiv, um sich gemeinsam mit dem Weihnachtsmann fotografieren zu lassen – eine Chance, die sich viele an diesem Abend nicht entgehen ließen. Rund ein Dutzend Helfer sorgten später dafür, dass die vielen Besucher bei den mitgebrachten Keksen, Kuchen, dem Glühwein und andere Angeboten ins Gespräch kamen.

Wie viele Dorfbewohner am Weihnachtsrätsel, dem Aufsuchen der 24 Weihnachtsmänner teilnahmen, konnte Gaby Poller noch nicht sagen. Die Rätsellösungen jedenfalls wurden bei der nicht alltäglichen Dorfweihnacht abgegeben. Ausgewertet wird in den kommenden Tagen und den Hauptgewinn, einen Staubsauger, gibt es im Januar des neuen Jahres.

Zahlreiche Gespräche wurden geführt, und es sollte wirklich nicht verwundern, wenn von diesem besonderen Weihnachtsabend ein Impuls für eine lebendige Dorfgemeinschaft in Rieschweiler-Mühlbach ausging.

 Bei Keksen, Kuchen und Glühwein kamen die Menschen beim Weihnachtsfest miteinander ins Gespräch.
Bei Keksen, Kuchen und Glühwein kamen die Menschen beim Weihnachtsfest miteinander ins Gespräch. FOTO: Norbert Schwarz