| 20:24 Uhr

Wallhalben
„Hätte, hätte, Fahrradkette“

 Auch die Landgrafenmühle (links) hätte vom einst geplanten Landschaftsweiher profitiert.
Auch die Landgrafenmühle (links) hätte vom einst geplanten Landschaftsweiher profitiert. FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. Dass die Renaturierung des Stuhlbachtales immer noch nicht geregelt ist, wurmt den scheidenden Bürgermeister Martin. Von Norbert Schwarz

Die Renaturierung des Stuhlbachtals ist seit Jahren Thema in Wallhalben, doch in der Sache selbst besteht weiterhin Gesprächsbedarf. Ortsbürgermeister Berthold Martin wird die Maßnahme sozusagen als „amtliche Erblast“ an seine Nachfolgerin Christine Burkhard übergeben müssen. Das fällt ihm schwer, denn die Stuhlbachrenaturierung hätte nach seiner Einschätzung ein Bündel von Verbesserungen für den Ort gebracht.

„Hätte, hätte, Fahrradkette. Langes Hinauszögern ist selten für ein Projekt gut. Wir könnten längst in der Sache weiter, nein fertig sein.  Fest steht, dass 12 000 Kubikmeter Wasser im Bereich des Stuhlbachtals zurückgehalten werden müssen. Wenn dieses Gewässer sich mal durch das gleichnamige Tal schlängelt, machen wir das nicht zum Spaß, selbst wenn jetzt schon die ganze Sache so hingestellt wird,“ erläutert der noch amtierende Ortsbürgermeister Martin in wenigen Sätzen die gegenwärtige Situation.

In  der Grundsatzfrage kann es nach den Worten Martins keinen Dissens gebe. Fördermittel für das Vorhaben seien schon geflossen. Was einmal das Projekt an Kosten verschlingen wird, ist noch unklar. Ob 200 000 Euro reichen? Berthold Martin ist skeptisch.  Mit der Landespflegebehörde und dem Naturschutz bei der Kreisverwaltung  muss gesprochen werden. Ein Gesprächstermin, in der Wahlkampfphase für die CDU-Fraktion ein Anlass, sich an die Landrätin zu wenden, gibt es noch immer nicht.



Den Makel „unendliche Geschichte“ hat die Renaturierungsmaßnahme allemal. Dabei war alles schon mal in trockenen Tüchern, hatte die Ortsgemeinde eine wasserrechtliche Genehmigung samt Landschaftsweiher (wir berichteten), der inzwischen wie ein Luftballon platze. Aus Kostengründen scheiterte damals der Landschaftsweiher mit großer Wasserfläche. Zudem habe die Ortsgemeinde zugestimmt, einem verstärkten Landschafts- und Naturschutz zuzustimmen. Der Landschaftsweiher kam damit auf den Opferaltar.  „Ich will die Frage überhaupt nicht vertiefen, ob es nicht falsch gewesen ist, diese Baugenehmigung rechtlich verstreichen zu lassen. Mit dem Landschaftsweiher hätten wir heute bestimmt den Anfang zu einer touristischen Attraktion“.

Ein hölzerner Steg ist inzwischen erneuert worden.  Auf höchstens 7500 Euro wurden die Kosten geschätzt. Auflagen, neue Berechnungen, Statiken und der Dinge mehr führten dazu, dass fast das dreifache an Kosten den Gemeindehaushalt belastet. Das Fällen von Uferrandbäumen ist schon vor zwei Jahren erfolgt. Es sei der Auftakt zur Renaturierung des Stuhlbachtals gewesen, stellt der Ortsbürgermeister fest. Zum Ausgleich für die Versiegelung im Neubaugebiet „Bornbach“ sollte der genehmigte Landschaftsweiher damals geschaffen werden. Gleiches gelte inzwischen für den Ausbau der K 20. Deshalb müsse sich der Landkreis auch an den Kosten der Renaturierung beteiligen. Selbst, wenn die einstigen Pläne mit einem großen, touristischen Schwerpunkt in der Ursprungsversion nicht mehr umzusetzen sind,  die Anbindung der dahinter liegenden Marbach sollte weiterhin das Ziel sein, sagt Martin und findet, dass für die Bürger die Talaue erlebbar werden soll.