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Gewaltprävention
Starke Kinder lernen Nein zu sagen

Kinder lernten, in gewissen Situationen zu helfen, zu schlichten, sich durchzusetzen, Kompromisse einzugehen.
Kinder lernten, in gewissen Situationen zu helfen, zu schlichten, sich durchzusetzen, Kompromisse einzugehen. FOTO: picture-alliance/ dpa / Peter Steffen
Knopp-Labach. Gewaltpräventionskurs des FC 1964 Knopp und der Ortsgemeinde Knopp-Labach.

(red) Für Kinder der Altersstufen 6 bis 10 Jahre sowie 11 bis 14 Jahre stand kürzlich ein mehrstündiger Kurs unter dem Motto „Starke Kinder sagen Nein“ statt. Organisatoren waren der FC 1964 Knopp und der Ortsgemeinde Knopp-Labach.

Bei den jüngeren Kindern wurde anhand von einem lachenden und einem weinenden Smiley, der Unterschied von guten und schlechten Gefühlen erklärt. Es wurde aufgezeigt, dass es besser ist, bei dem was man tut, nicht nur auf sich selbst zu achten, sondern auch zu schauen, wie der andere sich fühlt. Verschiedene Beispiele zum Thema respektvolles Miteinander aus Schule und Hobby wurden besprochen.

Die Kinder brachten dabei zahlreiche eigene Erfahrungen mit und erarbeiteten gemeinsam mit Kursleiterin Silke Gorges-Westrich Lösungen, um in gewissen Situationen zu helfen, zu schlichten, sich durchzusetzen, Kompromisse einzugehen oder Hilfe zu holen.



Es galt zu verstehen: Spaß ist nur dann schön, wenn alle Spaß schön finden. Spaß darf nie auf Kosten von anderen sein! Wenn einer etwas nicht mag, muss der andere aufhören. Mit diesen Sätzen ging es weiter mit der Selbstverteidigung und somit zum aktivieren Teil des Kurses. Zu lernen, wie man klar und deutlich sagt, was man nicht möchte und was man tun kann, wenn das nicht respektiert wird. Der Geräuschpegel stieg enorm, als die Kinder das übten. „Nein, das möchte ich nicht!“, „Lass das!“, „Geh weg!“, „Stopp!“, schrien die Kinder durch den Saal.

Mit dem Fuß aufstampfen, sich groß machen und den Arm nach vorne strecken, unterstützt die Aussage und lässt einen mutig aussehen. Mit jedem Male merkte man, dass die Kinder selbstsicherer auftraten.

Kommt ein Fremder trotz dieser Vorgehensweise näher, fasst das Kind an oder möchte es mitnehmen, muss es sich mit allen Mitteln wehren. Alle Mittel heißt in diesem Fall schlagen, treten, kratzen, beißen, Haare ziehen. Wenn man in Gefahr ist, sind alle diese Mittel erlaubt.

Das konnten die Kinder mit praktischen Unterrichtseinheiten der Selbstverteidigung üben. Verschiedene Techniken, um sich aus solchen Situationen zu befreien, wurden mit viel Begeisterung und mit vollem Körpereinsatz ausgeführt. Das war auch bei den Großen der Fall. Da kamen die Jugendlichen ganz schön ins Schwitzen. „Kraft darf niemals eine Rolle spielen. Auch ein vermeintlich Schwächerer kann sich aus solchen Situationen mit der richtigen Technik befreien“, brachte Silke Gorges-Westrich den Jugendlichen bei.

Die Situationen, welche bei den älteren Kindern als Beispiele herangezogen wurden, stammen aus Polizeiberichten unserer Region und brachten so manchen Jugendlichen zum Nachdenken.

Auch die Themen Handy, soziale Netzwerke, Chat-Bekanntschaften, sowie Gruppenzwang und die damit verbundenen Gefahren wurden bei den Großen in Gesprächsrunden erläutert.

Die Idee „Gemeinsam gegen Gewalt“ fand so einen tollen Rahmen, der allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat. Der Kurs wurde finanziell vom Landessportbund Rheinland-Pfalz und der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben unterstützt.