| 20:35 Uhr

Lesung in Rieschweiler-Mühlbach
Ein heiterer Abend mit Christian Job

 SR-Moderator Christian Job traf im Lauf der Jahre viele Künstler – auch den BAP-Vordenker Wolfgang Niedecken.
SR-Moderator Christian Job traf im Lauf der Jahre viele Künstler – auch den BAP-Vordenker Wolfgang Niedecken. FOTO: Christian Job
Rieschweiler. Der SR-Moderator las in der Gemeindebücherei Rieschweiler-Mühlbach. Von red

(red) Kürzlich konnten die zahlreichen Besucher der Leseveranstaltung der Gemeindebücherei Rieschweiler-Mühlbach einen vergnüglichen Ausflug in die Welt der Prominenten erleben. Der in Rieschweiler gebürtige SR-3-Saarlandwelle-Radioreporter Christian Job stellte sein neuestes Buch „Lyoner für Cliff Richard“ vor. Schon die Anekdote, wie er zum Titel dieses Buches kam, war sehr unterhaltsam.

In früheren Zeiten sangen durchaus internationale Stars ihre Lieder auch in der Landessprache des Landes, in dem sie ein Konzert gaben. Vor diesem Hintergrund überlegte sich das SR3-Team am Vorabend eines Studiobesuches von Cliff Richard, dass dies doch auch auf Saarländisch funktionieren müsste. Nach dem Durchstöbern von Richard-Songs und zwei Gläsern Wein ist die Munartversion von „Lucky lipps are always kissing“ fertig. Ein Text zu dem Titel „Gudd Lyoner musche esse“ ist schnell zusammengereimt. Job beschreibt in seinem Buch auf amüsante Weise, wie man dem Engländer Cliff Richard die saarländische Mundart für dieses Lied im Schnelldurchlauf beibrachte. Der erklärte Vegetarier probierte sogar zwei Zipfel vom „dead pig“ – dem toten Schwein.

Job ist seit Jahren eine Größe auf dem Halberg, eine tragende Stimme des Senders. Und seine Talks mit Stars, mit den strahlenden wie den fast verglühten, sind selbst mittlerweile sowas wie saarländische Radiogeschichte. So liest man zwar kaum ein kritisches Wort, erfährt aber viel darüber, wie es im Studio zugeht. Und dass viele Stars Mensch geblieben sind, allen nachgesagten Allüren zum Trotz. So wie in Jobs unaufgeregter Skizze der saarländischen Grand-Prix-Siegerin Nicole, letztlich das einfühlsame Bild einer authentisch Gebliebenen.



Die Geschichte mit seinen Idolen von der „Spider Murphy Gang“, deren Konzert nahe der Heimatgemeinde in Rodalben er als Teenager besuchte, nahm breiten Raum ein. 33 Jahre nach diesem für Job denkwürdigen Ereignis, hatte er endlich Gelegenheit deren Frontmann Günther Sigl zu interviewen. Dabei schilderte er der Bayernlegende Sigl seinen damaligen Besuch und dass er links von der Band in der zweiten Reihe gestanden und mitgejubelt hatte. „Jo i erinner mi no sehr guat“ gab Sigl zur Antwort. Damit war die Tür zu einem lockeren Plausch geöffnet, den Job in seinem Buch noch weiter ausführt. Ein besonderes Erlebnis war für ihn auch immer das Wiedersehen und die Gespräche mit Wolfgang Niedecken von BAP. Besonders das traditionelle Micky Maus T-Shirt, das der Radiomann vorzugsweise trug, hatte es dem Kölner Musiker angetan. Sehr pointenreich schildert er seine Treffen mit diesem charismatischen Typen.

Weitere Geschichten und Geschichtchen von seinen Interviewpartnern Peter Maffey, Peter Kraus, Udo Jürgens und Klaus Eberhartinger/Thomas Spitzer von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung präsentierte er der Zuhörerschaft im Martin-Luther-Gemeindehaus in Rieschweiler.