| 22:08 Uhr

Band mit vielen Impressionen erschienen
Fotobuch vom Kalendermann

Paul Wagner ist in Rieschweiler-Mühlbach Dorfchronist mit Leib und Seele. Für die künftigen Generationen soll die Vergangenheit lebendig bleiben. Fotobücher sollen dafür ein Medium sein.
Paul Wagner ist in Rieschweiler-Mühlbach Dorfchronist mit Leib und Seele. Für die künftigen Generationen soll die Vergangenheit lebendig bleiben. Fotobücher sollen dafür ein Medium sein. FOTO: Norbert Schwarz
Rieschweiler-Mühlbach. Paul Wagner hat der „Ortsseele“ von Rieschweiler einen Bildband gewidmet. Von Norbert Schwarz

Den Beinamen „Kalendermann“ führt Paul Wagner seit Jahrzehnten. Der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins und leidenschaftliche Chronist von Rieschweiler-Mühlbach schöpft dabei aus einem immer noch wachsenden Fundus. Eine „neue Liebe“ küsste jetzt den Kalendermann in den vergangenen Tagen. An Karfreitag wird die Erstausgabe einer Fotobroschüre beim Tag der offenen Türen des Heimatmuseums vorgestellt. Der „Ortsseele“, der alten Ortsmitte von Rieschweiler widmet sich Wagner auf 20 Seiten mit exakt 63 Bildern.

Indirekt habe der Heimatkalender dieses Jahres dafür Pate gestanden, erklärt Paul Wagner bei einem Gespräch in der „guten Stube“ des Eigenheims, wo allerdings Spuren eines Redaktionsbüros nicht zu übersehen sind. Laptops stapeln sich, alte Fotografien liegen zum Einordnen ausgebreitet auf dem Wohnzimmertisch, Probeabzüge der ersten Fotobroschüre zählen ebenso dazu. Landwirtschaft und bäuerliche Anwesen im Wandel der Zeit, so lautete das Motto für die diesjährige Kalenderausgabe.

Die Resonanz sie diesmal besonders groß gewesen und dabei wurde Paul Wagner von Dorfbewohnern vielfach mit dem Satz angesprochen: „Ei Paul, warum haschde dann unser Haus net ah fer de Kalenner uffgenomm . . .“ Was bei erster Betrachtung wie ein Vorwurf klang, wurde mit einem weiteren Nebensatz von den Bürgern selbst mit dem Hinweis relativiert, dass die Vorfahren doch auch etwas Landwirtschaft betrieben, wenn auch oftmals nur mit einem Kuhgespann und bescheidener Hofstelle. Vielfach wurden spontan Bilder übergeben, welche die Hinweise auf die vergangenen Tage belegten.



So reifte bei Paul Wagner immer mehr die Überlegung, den Zeitenwandel des Heimatdorfes doch einmal unter einem ganz besonderen Aspekt unter die Lupe zu nehmen. Eben räumlich noch mehr abgegrenzt und mit anderen Schwerpunkten. Wagner: „Dabei ist es auch möglich, alte Ortsbezeichnungen wieder ins Bewusstsein der Dorfbewohner zu bringen. Etwa der Feldweg von der Ortsmitte in Richtung Dellfeld. Das ist die Hauptstraße, derweil die entgegengesetzte Richtung einfach als „Hinnereck“ bezeichnet wird“. Dieses „Hinnereck“ soll in einer Drittausgabe der neuen Fotobücher ein Schwerpunkt sein, Friedhofstraße mit Bogen- und sonstigen Nebenstraßen Nummer 4.

Materialien für zehn weitere Fotobücher sind jetzt schon gesammelt, die Grundkonzeptionen hat Chronist Wagner bereits auf seinen Laptops und dem Hauscomputer erstellt und festgeschrieben. Dabei arbeitet der 82-Jährige, der in Linden groß wurde aber schon längst ein echter „Rieschwillerer“ ist, mit verschiedenen Anwendersystemen. „Die Wechsel mache ich nicht immer mit, lieber lege ich mir dann vielleicht einen neuen Laptop zu, um die vertrauten Betriebssysteme, mit denen ich mich eingearbeitet habe, zu behalten.“

Wagners Ansatz ist es, Vergangenes für die Gegenwart passend ins Bild zu rücken. Es versteht sich deshalb von selbst, dass bei den täglichen Rundgängen mit seinem vierbeinigen Hausbewohner die Kamera ein steter Wegbegleiter ist und der Chronist von der nahe gelegenen Pottschütthöhe auch schon mal in die Luft steigt, um die Veränderungen für künftige Generationen im Bild festzuhalten.

Dabei sind es insbesondere die vielen alten Fotos, die ihm die Dorfbewohner von sich aus für die weitere Recherche des Wandels zur Verfügung stellen, womit das Früher und das Heute plastisch ins Bild gerückt werden können.

An Karfreitag wird um 14 Uhr im Heimatmuseum von Rieschweiler die neue Fotobroschüre offiziell vorgestellt. Schon jetzt ist die Erstausgabe für 6,540 Euro im Mühlenladen Isemann, bei Axels Backstubbe und im Friseursalon Edel ebenso wie bei Paul Wagner, Tel. (0 63 36) 62 62 zu haben.