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Ortsdurchfahrt Reifenberg
Doppelt so teuer wie geplant

Reifenberg. der Kreisausschuss hat die Ausschreibung für die Reifenberger Ortsdurchfahrt aufgehoben. Von Guido Glöckner

(glö) „Kommen wir zu den Sorgenkindern“: Mit diesen Worten wandte sich Landrätin Susanne Ganster im Kreisausschuss den Auftragsvergaben für die Sanierung und den Ausbau von Kreisstraßen zu. Nur wenige Minuten später wussten alle Ausschussmitglieder, was sie damit meinte: Das einzige Angebot für die Sanierung der Reifenberger Ortsdurchfahrt ist doppelt so hoch wie die Kostenschätzung, sodass die Ausschreibung aufgehoben wurde.

Für die Reifenberger bedeutet diese einstimmig vom Kreisausschuss getroffene Entscheidung, dass sich das Straßenprojekt um einige Monate verzögert. Dann soll ein neuer Anlauf genommen werden, jedoch nicht als Gesamtprojekt der Verbandsgemeindewerke, des Landkreises und der Ortsgemeinde, sondern es werden drei Einzelbauabschnitte gebildet, die auch separat ausgeschrieben werden. Durch die getrennte Ausschreibung von Straßenbau, Kanal und Wasser sollen auch kleinere Baufirmen die Möglichkeit bekommen, sich um die Aufträge zu bewerben – und mehr Konkurrenz kann zu realistischeren Preisen führen.

Denn was bei der Ausschreibung für das Gesamtprojekt herausgekommen ist, hat alle Projektbeteiligten geradezu geschockt: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern, der sich um Planung und Bauleitung kümmert, ist von Gesamtkosten von 1,7 Millionen Euro für die Kreisstraße 76 ausgegangen, wovon der Landkreis rund eine Million Euro bezahlen sollte. Nur eine Baufirma hatte ein Gebot abgegeben, das bei 3,3 Millionen Euro lag – also fast doppel so hoch wie geschätzt. Die Landrätin erläuterte, dass der Landesbetrieb das Angebot mit den marktüblichen Preisen und Geboten aus den vergangenen fünf Monaten verglichen habe. Das Fazit: Dieses Angebot spiegele nicht die derzeitige Wettbewerbssituation wider.



Vergeben wurde dagegen der Auftrag für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Heltersberg (K 31) für 1,7 Millionen Euro an die Firma Küntzler, wobei der Kreisanteil nur knapp 700 000 Euro beträgt. Seine Höhe war auf 650 000 Euro geschätzt worden. Angesichts einer Erhöhung von weniger als zehn Prozent kommentierte Heino Schuck (SPD): „Das ist ja fast schon normal.“

Auch die Fahrbahnerneuerung auf der Kreisstraße 66 zwischen Winterbach und Wiesbach wurde an die Baufirma Juchem aus Niederwörresbach für mehr als 200 000 Euro vergeben, wobei sich der Kreisanteil auf rund 173 000 Euro beläuft.

Schließlich hat der Kreisausschuss den Kreisvorstand ermächtigt, der Auftragsvergabe für ein Straßenbauprojekt gemeinsam mit dem Land zuzustimmen: Der Landesbetrieb lässt die Landesstraße 472 zwischen Queidersbach und der Kreuzung mit der Kreisstraße 16, die nach Obernheim-Kirchenarnbach führt, sanieren. Integriert in dieses Bauprojekt ist auch ein neuer Kreisverkehr samt dem Ausbau der Kreisstraße auf 230 Metern. Mit ihm soll die als Unfallschwerpunkt geltende Kreuzung sicherer gemacht werden. Nachdem erst nächste Woche die Auftragsvergabe erfolgt, soll die Kreisführung für den Anteil des Landkreises von 321 000 Euro zustimmen.