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Kerwe
Doppelfete in Knopp und Labach

 Ein Hoch auf die Kerwe. Noch sind sie etwas zu jung, doch für die kommende Zeit werden sie als Straußmäd und Straußbuben in Knopp wieder zur Verfügung stehen.
Ein Hoch auf die Kerwe. Noch sind sie etwas zu jung, doch für die kommende Zeit werden sie als Straußmäd und Straußbuben in Knopp wieder zur Verfügung stehen. FOTO: Norbert Schwarz
Knopp-Labach. Die Einheimischen und ihre Gäste konnten dank vieler Helfer und guten Wetters entspannt feiern. Von Norbert Schwarz

Ein Ort, zwei Ortsteile und zweimal Kerwefeiern am gleichen Wochenende. Das gibt es nicht alle Tage, Jahr für Jahr allerdings in Knopp-Labach. Besonders beschäftigt dabei ist Bürgermeister Ralf Schneider, denn er muss sozusagen auf „zwei Hochzeiten“ tanzen. In Labach zum Auftakt das erste Festbierfass anzapfen, Tags darauf in Knopp der Kerwerede lauschen.

„Alles halb so schlimm, das bekommt man mit gutem Willen schon hin“, merkt Ralf Schneider an, der vergangenen Freitag beim traditionellen Kerweauftakt in der Talgemeinde Labach einmal mehr das Zeremoniell des Anzapfers mit großer Gelassenheit über die Bühne brachte. Die wenigen Bierspritzer auf dem Hallenboden sind nicht seine Schuld gewesen, waren vielmehr dem Umstand geschuldet, dass man Schneider zunächst den falschen Zapfhahn gereicht hatte. „Do hammer graad nochemol die Kurv griet“, so der Ortsbürgermeister, der sich zusammen mit den weiteren Verantwortlichen des Labacher Heimatvereins darüber freute, dass es auch im 29. Jahr des Kerwefeierns unter der Regie des Heimatvereins ein großartiges Fest geworden ist, wie die Kerwe überhaupt. BOberchef Hans-Jürgen Graf: „Wir sind restlos zufrieden, das Wetter lockt die Menschen nach draußen, zudem ist es eine Binsenweisheit, dass man hier bei uns in Labach zusammen mit dem Heimatverein großartig feiern kann.“

Das galt natürlich ebenso für die Feiernden im Ortsteil Knopp, wo sich zur Kerwezeit alles rund ums Dorfgemeinschaftshaus „Eintracht“ dreht, welche gleich zu allen Kerwetagen Dreh- und Angelpunkt für ausgelassenes, zünftiges Feiern ist. Ralf Schneider: „In beiden Ortsteilen geht, was die Kerwe anbelangt, sehr viel zusammen, da engagieren sich viele Helfer und Dorfbewohner.“



Ralf Schneider kann dabei aus dem Nähkästchen plaudern, denn Ehefrau Eva ist selbst in die Vorbereitung und Traditionsbewahrung der Kerwe als großes dörfliches Ereignis eingebunden und Tochter Paula ließ es sich auch dieses Jahr nicht nehmen, zusammen mit Helen Mayer eine sehr humorvolle, mit Seitenhieben gespickte Kerwerede zu halten. Dabei wurde auch mit gutgemeinten Ratschlägen nicht gespart.

Keine Frage, Peter K. wird sich die Worte der beiden schlagfertigen Kerwerednerinnen schon zu Herzen genommen haben, denn die Blessuren der letzten Kerwe sind bei ihm gerade verheilt Da nämlich war es passiert, dass er zur vorgerückten Stunde ein Wortgefecht in der Bar schlichten wollte und sich dabei den Fußknöchel brach, was ihm diesmal einen vielbeklatschten Kerwerednerinnen-Rat einbrachte: „Du uns dies Joor enner Gefalle liewer Pitt, wenn diesmol hann zwä Balaver, dann gehschde efach enaus un machschd am Bierstand enner druff…“

 Nach dem Faßbieranstich in Labach.
Nach dem Faßbieranstich in Labach. FOTO: Norbert Schwarz