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Anzeige Ich lebe gerne in Knopp-Labach
„Die sind ja echt gigantisch“

Owen Olsen neben seinem zur Zeit noch wachsenden 400-Kilogramm-Kürbis im eigenen Gewächshaus.
Owen Olsen neben seinem zur Zeit noch wachsenden 400-Kilogramm-Kürbis im eigenen Gewächshaus. FOTO: Volker Baumann
In Knopp-Labach wachsen Rekord-Kürbisse.

Wenn Owen Olsen aus der Hauptstraße 47 in Knopp von seinen Kürbissen erzählt, merkt man gleich, dass der Hobby-Exoten-Züchter bei diesen Gewächsen bereits zum Profi geworden ist. Früher in den USA über 20 Jahre beim Militär und „keine Zeit für Garten“, zog es ihn 1999 mit seiner Lebensgefährtin in deren Anwesen nach Knopp-Labach, wo sozusagen das „Gartenparadies“ auf ihn wartete. „Ich liebe es, den Boden zu bepflanzen, zu säen und zu beobachten, wie alles keimt, sprießt und wächst“, verrät er seine Liebe zur Pflanzenwelt. 2001 sei dann, durch ein Geschenk seines Sohnes, einem großen Kürbis, der Startschuss zu seiner Kürbiszucht gefallen. Zunächst habe er sich im Internet informiert, Samen bestellt und dann losgelegt. Das erste Exemplar wog bereits stattliche 75 Kilogramm und erweckte in ihm eine Art Virus, immer größere und schwerere Exemplare heranzuzüchten und auf die Waage zu bringen. Auf die Waage bringen ist der richtige Ausdruck – denn Olsen nimmt jährlich an den offenen pfälzischen Wiegemeisterschaften in Kaiserslautern teil, wo er seine Riesenfrüchte per Pickup hin transportiert, wiegen lässt und meist auch einen der ersten Preise mit nachhause nimmt. Im Moment warten in seinen, extra für die Kürbiszucht angelegten Gewächshäusern, zwei Riesenexemplare auf den 23. September, den Tag der Meisterschaft. „Die sind ja echt gigantisch“, sagt jeder, der einmal vor den 400 und 450 Kilogramm schweren Kolossen steht und die Mega-Früchte bewundert. Sage und schreibe fünfzehn bis 20 Kilogramm am Tag nehmen die Kürbisse in ihrer Hochwachstumsphase unter der richtigen Pflege zu, was ungefähr einem täglich erweiterten „Bauchumfang“ von zehn Zentimetern bedeutet. Im Moment seien es noch etwa sechs Kilogramm pro Tag. Olsens Erfolgsrezept: „Gute Keime, guter Boden und – viel Glück“. 2017 sei bisher sein bestes Jahr gewesen und er habe mit einem 600-Kilogramm-Kürbis einen Rekord in Rheinland-Pfalz aufgestellt. Mit einem 360 Kilogramm schweren „Squash“, einem Gartenkürbis, habe er 2005 sogar einen Europarekord erzielt. Etwa 100 Tage haben die Riesenfrüchte von der eigenhändigen Bestäubung – Olsen überlässt das nicht den Bienen – bis zur „Ernte“ Zeit, sich zu Rekordhaltern zu entwickeln. Über 70 000 Liter Wasser gönnt in dieser Zeit der Gärtner seinen durstigen Früchten. Auf eine ebenfalls von ihm gezüchtete Wassermelone, sie wiegt zur Zeit etwa 40 Kilogramm, sieht er schon jetzt einen deutschen Rekord zukommen. Und was passiert nach dem Wiegen? Preisvergabe, einen Monat Ausstellung und dann „Schlachtfest“ und Kürbissuppe für die Besucher. ⇥bav