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Bruder-Konrad-Ritt
Der Tradition verpflichtet

 Zum Bruder-Konrad-Ritt kamen auch in diesem Jahr gut 50 Reiter und Kutschenfahrer nach Labach.
Zum Bruder-Konrad-Ritt kamen auch in diesem Jahr gut 50 Reiter und Kutschenfahrer nach Labach. FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. 50 Reiter und Gespanne waren am Sonntag beim Bruder-Konrad-Ritt dabei. Von Norbert Schwarz

(cos) Gut 50 Reiterinnen, Reiter und Kutschengespanne trotzten am Sonntag der Witterung und formierten sich in Labach zur Reiterprozession ins vier Kilometer entfernte Wallhalben, wo die Kirche Allerheiligen auf dem Ochsenberg Zielort war.  Schon unterwegs säumten viele Pferdefreunde und Anhänger dieser beliebten Reiterprozession den Weg. Mehr als 200 Besucher waren beim Festgottesdienst im Freien dabei.

Vor 88 Jahren gab es die erste Reiterprozession vom historischen Gotteshaus in Labach hinunter durch die idyllischen Talauen nach Wallhalben. Von der Sickingerhöhe und den Ortschaften der Region kamen die Teilnehmer, die sich bereits früh auf den Weg gemacht hatten, um bei der Prozession mit von der Partie sein zu können. So beispielsweise der längst im Rentenalter weilende Karl Rubly aus Kleinbundenbach, der nicht allein die Reitstiefel auf Hochglanz brachte, sondern ebenso seinen „Braunen“ gestriegelt und herausputzt hatte.

Ein nicht alltägliches Reitspektakel bleibt der Bruder-Konrad-Ritt weiterhin. Entlang der Wegstrecke säumten viele Pferdefreunde und Anhänger des Bruder-Konrad-Ritts  die Straßenränder, als sich die Reiterprozession mit Reliquienreiter Bernhard Selinger an der Spitze im Schritttempo dem Gotteshaus Allerheiligen auf dem Ochsenberg in Wallhalben näherte.



Bereits zur Begrüßung verwies Günter Dinges als Pfarreivertreter darauf, dass der als Festprediger vorgesehene Domkapitular Franz Vogelgesang wegen eines plötzlichen Trauerfalles in der Familie sein Kommen hatte absagen müssen. Auf das Wirken von Bruder Konrad ging Pfarrer Bernhard Selinger im Predigtwort näher ein. Noch auf dem Totenbett liegend habe sich dieser seinen Aufgaben als Klosterpförtner voll und ganz verantwortlich gefühlt. Die Pforte sei nicht allein die Tür des Lebens, sonder auch die zum Himmel gewesen. Anschaulich und einfühlsam schilderte Pfarrer Selingerr, wie sich das Leben damals an der Pforte des Klosters in Altötting abspielte. Nicht selten wurde 200mal am Tag die Einlassglocke betätigt, begehrten Wanderer, Bettler, Notleidende und Wallfahrer Einlass. Schon bei diesem Dienst an der Pforte, den sich der einfache Kapuziner nicht selbst ausgesucht habe, sie die menschliche Zwiesprache von großer Bedeutung für den Bruder Konrad gewesen.

Das Angebot der Dorfvereine nutzten im Anschluss an den Festgottesdienst viele auf dem Käthe-Dassler-Platz. Das kleine Festzelt war extra für die Prozessionsteilnehmer, Wallfahrer und Gottesdienstbesucher beheizt worden.