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Jahresgespräch
Berthold Martin tritt nicht mehr an

FOTO: Norbert Rech
Wallhalben. Der Ortsbürgermeister von Wallhalben sieht das vergangene Jahr rückblickend positiv. Von Norbert Rech

Nachdem die Innensanierung des Ludwig-Katz-Hauses nahezu abgeschlossen ist, sollen nun auch die Fassade in neuem Glanz erstrahlen und die Heizung des Gebäudes ausgetauscht werden. Das berichtet Ortsbürgermeister Berthold Martin im Jahresgespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Zuletzt sei das Haus vor rund 25 Jahren renoviert worden. Der Plan, es an das bestehende Nahwärmenetz anzuschließen, habe sich nicht realisieren lassen. Als Grund nennt Martin die „hohen Kosten“. Aber auch die bisherige Stromheizung sei nicht wirtschaftlich, weshalb die Gemeinde nun auf Gas umsteige. „Damit können fast 50 Prozent der Heizkosten gespart werden“, macht der Ortsbürgermeister deutlich, dass der Haushalt der Kommune davon profitieren wird.

Das barocke Herrenhaus der früheren Großgerberei Wild-Ritter wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ist ein Blickfang in der Dorfmitte. Es dient heute als Gemeinderaum. Außerdem befindet sich in dem Gebäude eine Gaststätte. „Der Name erinnert an einen jüdischen Viehhändler“, informiert Martin. Bis zur Enteignung durch die Nazis war es im Eigentum von dessen Familie. Nach dem Krieg hat die damalige Gemeinde Oberhausen – heute ein Ortsteil Wallhalbens – das Haus gekauft und restauriert.

Im Ludwig-Katz-Haus ist inzwischen auch eine neue Küche eingebaut worden. Seit wenigen Tagen wird hier das Essen für die örtliche Kindertagesstätte und Grundschule zubereitet: „Wir haben hierfür zwei Frauen eingestellt.“ Diese müssten 120 Essen kochen.



Martin, der sich seit Jahren insbesondere für den ländlichen Raum einsetzt, sieht diesen gegenüber den Ballungszentren als benachteiligt. Auch wenn in Wallhalben selbst die Infrastruktur noch in Ordnung sei, fühlten sich die Menschen in den umliegenden Orten im Stich gelassen. Ein wichtiger Ansatz wäre die Einführung eines Bürgerbusses, meint Martin. Doch hier sei keine Bewegung in Sicht.

In Wallhalben werde oberhalb der Hofstadtstraße auch ein kleines Baugebiet entstehen. Die Nachfrage sei vorhanden. Martin geht hier von maximal zehn Grundstücken aus.

Im Blick habe die Ortsgemeinde weiterhin den Tourismus. Vor allem der Mühlenweg durch das Stuhlbachtal sei bei den Gästen sehr beliebt, weshalb hier auch eine Brücke errichtet werden soll. Diese sei eine große Erleichterung für Spaziergänger und Wanderer.

Positiv sei die Einführung der wiederkehrenden Beiträge für den Straßenausbau gewesen, da damit ein Sanierungsstau vermieden werden könne. Auf dem Plan stehe jetzt der Beginn des Ausbaus der Hofstadtstraße. Hier rechnet die Gemeinde mit Kosten in Höhe von 700 000 Euro. Energie soll auch in der Oberhausener Leichenhalle eingespart werden. Auch dort wird die Heizung von Elektro auf Gas umgestellt.

Fest steht für den Ortsbürgermeister, dass er bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr antreten werde. Er wäre dann 63 Jahre alt. Martin bekleidet das Amt des Ortsbürgermeisters seit 1999. Von 2004 bis 2016 war er in Personalunion auch Bürgermeister der früheren Verbandsgemeinde Wallhalben.