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Ortsgemeinderat Wallhalben
Berthold Martin entschuldigt sich und übergibt sein Amt

 Christine  Burkhard.
Christine Burkhard. FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. (cos) Die Ära Berthold Martin als Ortsbürgermeister der früheren Marktgemeinde Wallhalben ist Dorfgeschichte. Sie endete jetzt zum Wochenbeginn bei der konstituierenden Sitzung. Berthold Martin selbst führte seine Wunschnachfolgerin von der FWG ins Ehrenamt ein. Von Norbert Schwarz

Peter Sprengart (CDU), als Gegenkandidat um den Bürgermeistersessel knapp unterlegen, wurde einstimmig zum ersten Ortsbeigeordneten gewählt. Lothar Schäfer (SPD), wurde nach einer Kampfabstimmung weiterer Ortsbeigeordneter.

Erstmals steht mit Christine Burkhard eine Frau an der örtlichen Gemeindespitze von Wallhalben. Berthold Martin, zu dessen letzter Amtshandlung es zählte, nach der Verpflichtung sämtlicher Mitglieder des neu gewählten Ratsgremiums seiner Wunschnachfolgerin ihre Ernennungsurkunde auszuhändigen, sprach von einem Novum und wünschte ihr für die kommenden Herausforderungen eine glückliche Hand.

Martin nahm zugleich die Gelegenheit wahr, für die Unterstützung während seiner 35-jährigen Amtszeit, zunächst als Ortsbeigeordneter, danach als Verbands- und Ortsbürgermeister, von Herzen zu danken. Es gelte, Wallhalben als Mittelzentrum mit seiner guten Infrastruktur zu erhalten. Eine Herausforderung, weil der Ort nur noch über die Schlüsselzuweisung („Sozialhilfe für Gemeinden“) am Leben zu erhalten sei. Ein sachorientiertes Zusammenarbeiten unter Christine Burkhard wünschte sich Martin und bat zur Überraschung vieler unter den Ratsmitgliedern und rund 30 Zuhörern im Sitzungssaal alle, die möglicherweise mit seiner Amtsführung zuletzt nicht einverstanden gewesen seien, um Verzeihung.



Ein familiärer Schicksalsschlag (der Tod der Tochter, die selbst Ratsmitglied gewesen war) habe ihn und die Familie schwer getroffen, ihm hart zugesetzt.

Christine Burkhard wünschte sich zum Neuanfang die im harten Wahlkampf so oft geforderte Offenheit, Toleranz, parteiübergreifende Zusammenarbeit und bürgerschaftliches Miteinander.

Karl Dressler (CDU) machte sich für einen eigenen Friedhofs- und Agrarausschuss stark, ohne damit auf Gegenliebe bei den übrigen Ratsmitgliedern zu stoßen. Dagegen war man nicht abgeneigt, mit dem Agrarausschuss die Landwirtschaft in die Ratsarbeit mehr einzubinden. Allerdings, dafür muss erst die Hauptsatzung geändert werden.

Am letzten Septemberwochenende wird es wieder eine Zeltkerwe mit Straußmädels und Straußbuben geben und wie die neue Ortsbürgermeisterin mitteilt, steht kommendes Jahr Wallhalben ein großes Gemeindejubiläum ins Haus. Dann nämlich kann der Ort auf eine erste urkundliche Erwähnung vor 750 Jahren zurückblicken. Ob das groß gefeiert wird? Die Neugewählten werden darüber entscheiden.