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Baukosten: 800 000 Euro
Der Wallhalber Mühlenweg wird saniert

 Die Ausbauarbeiten für den Mühlenweg von Wallhalben hinunter zur Faustermühle bei Thaleischweiler-Fröschen haben begonnen.
Die Ausbauarbeiten für den Mühlenweg von Wallhalben hinunter zur Faustermühle bei Thaleischweiler-Fröschen haben begonnen. FOTO: Norbert Schwarz
Wallhalben. Der touristisch wichtige Rad- und Wanderweg erhält nun doch keine Asphaltschicht – aber eine auch für Forstfahrzeuge tragfähigere Decke. Von Norbert Schwarz

Schon lange in der Mache, sind jetzt endlich die Ausbauarbeiten für den Mühlenweg von Wallhalben hinunter zur Faustermühle bei Thaleischweiler-Fröschen, am Ende des Wallhalbtales, angelaufen. Allein die reinen Baukosten für die Wegeherstellung belaufen sich auf rund 800 000 Euro. Den größten Kostenanteil trägt allerdings das Land. Von den förderfähigen Gesamtkosten übernimmt dieses 85 Prozent.

Als sich die Bürger und Kommunalpolitiker im Januar zum Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben im schmucken Bürgerhaus von Hettenhausen trafen, kam Verbandsbürgermeister Thomas Peifer bei diesem Projekt nicht umhin, noch auf Probleme hinzuweisen, die es zu lösen gelte. Doch die gehören inzwischen der Vergangenheit an. Mit schwerem Arbeitsgerät ist das Spezialunternehmen T. Hauff aus dem schwäbischen Bruchweiler derzeit am schaffen. Das Unternehmen hat sich auf Erdbewegungsarbeiten spezialisiert und ist mit schwerem Arbeitsgerät angerückt. Ein riesiger Muldenkipper befördert Erdreich von der einen zur anderen Stelle, GPS-gesteuerte Bagger sorgten für den optimalen Geländeabtrag und die weiteren anfallenden Arbeiten.

Die Niederschläge der vergangen Wochen haben das Arbeitsterrain aufgeweicht, Sturmtief Sabine verschonte auch diese Baustelle nicht und entwurzelte stattliche Bäume, welche aus dem Weg geräumt werden mussten.



Den Mühlenweg als touristische Attraktion gibt es seit den späten 70er Jahren. Initiierte hatte ihn damals der erste Verbandsbürgermeister der in jenen Jahren gerade im Aufbau befindlichen Verbandsgemeinde Wallhalben, Karl-Heinz Feik. Drei weitere Verbandsgemeinden, nämlich die aus Landstuhl, Bruchmühlbach-Miesau und Thaleischweiler-Fröschen, mussten in jener Zeit mit ins Boot geholt werden. Das Ziel, mit einem Wanderweg von der Faustermühle bis zur Burg Nanstein oberhalb von Landstuhl ein touristisches Ausrufezeichen zu setzen, sollte von Erfolg gekrönt sein: Viele Kurzurlauber aus dem Saarland und insbesondere dem Badischen entdecken die Vorzüge der Westpfalz und hier schwerpunktmäßig das Wallhalbtal mit seinen vielen Attraktionen.

Es sind die ehemaligen Mühlen im idyllischen Wallhalbtal gewesen, welche auch bei der Namensgebung des Weges Pate standen – und das zugleich in doppelter Hinsicht. Als Zeichen ist nämlich auf den Hinweistafeln stets ein symbolisiertes Mühlenrad zu sehen, das für den Mühlenweg steht.

Das Ansinnen aus früheren Jahren, den Weg einmal zu asphaltieren, konnte jetzt aus mehreren Gründen nicht in die Tat umgesetzt werden. Neben einem passenden Unterbau wird der Mühlenweg deshalb nun mit einer Tragschicht ausgestattet, Zement wird beigemischt. Diese Deckschicht ist dann in ihrer Substanz tragfähiger als eine normale Erdtragschichtdecke und hat zudem den Vorteil der Wasserduchlässigkeit. Damit Quell- und Druckwasser an verschiedenen Stellen der Wegeführung dem Unterbau des Weges keinen Schaden zuführen können, sind Drainageleitungen teilweise mitverlegt worden.

Von Thaleischweiler-Fröschen aus mitverlegt wurden zudem Leerrohre. Sie sollen einmal Datenkabel der Telekom aufnehmen, die auch das beliebte Ausflugsziel Kneispermühle mit schnellem Internet versorgen will. Auch die Pfalzwerke partizipieren von der jetzigen Baumaßnahme – und mit ihr die Verfechter einer freien Landschaft: Eine oberirdische 20-Kilovolt-Leitung, die zum Abtransport der dort gewonnenen Energie notwendig ist, kann dann nämlich abgebaut werden, weil diesen Part dann die im Erdreich verlegte Stromleitung übernimmt.

Großes Interesse an einem ausgebauten Mühlenweg hat auch das Forstamt gehabt. Die Interessen unter einen Hut zu bringen, sei keineswegs einfach gewesen, erklärt Verbandsbürgermeister Thomas Peifer. Die Wegbreite von 3,50 Meter sei hierbei noch das kleinere Problem gewesen. Auf die schadensfreie Nutzung des Weges musste vielmehr die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben pochen. Deshalb ist vereinbart worden, dass beim Abtransport von Langholz die Holzstämme notfalls auf Achsen zum Lagerplatz transportiert werden, damit es keine Schleifspuren im Wegebelag geben kann.