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Zwölf werden gefällt
Rieschweiler: Streit um Bäume am Sportplatz beendet

Rieschweiler-Mühlbach. Groß war das Geschrei in Rieschweiler, als mit dem einsetzenden Herbst die Bäume ihr Laub abgeworfen haben. Grund: Die Spielgemeinschaft (SG) Rieschweiler hatte plötzlich viel Laub auf dem neuen Kunstrasenplatz und Sorge, das könne dem Platz schaden. Von David Oliver Betz

Die umstehenden Bäume sollten weg, am besten alle. Nun hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, dass erst mal zwölf Bäume gefällt werden.Doch nicht nur die Bäume und das Laub sind ein Problem, sondern auch Schädlinge. Genauer gesagt: Der Eichenprozessionsspinner hat sich auf einigen Eichen rund um den neuen Kunstrasenplatz eingenistet. Die Härchen der Raupen dieses Falters können extreme allergische Reaktionen hervorrufen. Die Gemeinde als Grundstückseigner ist hier zur Beseitigung verpflichtet. Deshalb, sagt Ortsbürgermeister Heino Schuck auf PZ-Nachfrage, habe die Gemeinde der Beseitigung der Nester natürlich zugestimmt. „Im Frühjahr wird dann noch einmal geschaut, ob der Eichenprozessionsspinner da ist, und gegebenenfalls gespritzt.“

Inzwischen gebe es von der Bundesregierung die Anweisung, dass die Entfernung der Eichenprozessionsspinner nicht mehr die Kommunen zahlen müssen wie bisher, sondern die Länder. „Da hoffen wir natürlich auf finanzielle Unterstützung der Landesregierung“, sagt Schuck.

Allerdings habe das nichts mit der Entnahme der Bäume zu tun. Insgesamt werden zwölf Bäume gefällt, wovon vier bereits geschlagen wurden. „Damit kommen wir dem Wunsch der SG entgegen, das Laub vom Platz fern zu halten. Man kann im kommenden Jahr dann auch noch mal über fünf bis sechs weitere Bäume sprechen“, informiert Schuck.



Allerdings werde die Gemeinde nicht dem Wunsch der Spielgemeinschaft entsprechen und dort einen Kahlschlag bis hinunter zu Straße machen. „Man muss sich als Verein eben auch darüber im Klaren sein, dass ein Sportplatz im Wald eine gewisse Laubbelastung mit sich bringt“, sagt Schuck trocken.

Er hoffe, dass damit eine Lösung gefunden ist, die die zuletzt hoch gekochten Emotionen wieder beruhigt. „Wir wollen doch alle die SG Rieschweiler unterstützen. Aber es muss ja auch alles Hand und Fuß haben. Einen ganzen Hang kahl zu schlagen, ist da einfach nicht zielführend“, findet der Ortsbürgermeister. Zudem stünden bei einer ganz großen Lösung Kosten von 14 000 Euro und mehr im Raum.