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Neuer Ehrenbürger
„Allzweckwaffe“ und „Menschenkümmerer“

 Bei der Verleihung der Ehrenbürger-Würde (von links) der Beigeordnete Hans Schneble, Ortsbürgermeister Andreas Weizel, der Beigeordnete Jörg Klein, Willi Schwarz mit seiner Frau Evi.
Bei der Verleihung der Ehrenbürger-Würde (von links) der Beigeordnete Hans Schneble, Ortsbürgermeister Andreas Weizel, der Beigeordnete Jörg Klein, Willi Schwarz mit seiner Frau Evi. FOTO: Norbert Schwarz
Winterbach. Die Gemeinde Winterbach hat Willi Schwarz zu ihrem ersten Ehrenbürger ernannt. Von Norbert Schwarz

(cos) Geschichte wurde am Donnerstagabend im großen Saal des Restaurants „Zum Hannes“ in Winterbach geschrieben. Nach 27 Jahren Ehrenamt als Ortsbürgermeister wurde der zum Monatsbeginn 70 Jahre alt geworden ehemalige Realschullehrer Willi Schwarz erster Ehrenbürger seines Heimatortes. Die Gästeschar war groß, an der Spitze Landrätin Susanne Ganster und Verbandsbürgermeister Thomas Peifer.

Humorvoll, einfallsreich, mit einer ganz besonderen Portion an Charme und menschlichem Einfühlungsvermögen wussten alle diesen Festakt zu gestalten. Ortsbürgermeister Andreas Weizel skizzierte noch einmal mit launigen Worten für alle die Person Willi Schwarz. Beim Elternhaus beginnend, über seinen beruflichen Werdegang hin zum Familienvater mit Ehefrau Evi an der Seite. Mit der Wahl in den Rat 1986 wurden die Weichen des kommunalpolitischen Engagements gestellt. Bereits sechs Jahre später die Wahl von Willi Schwarz zum Ortsbürgermeister.

Amtsnachfolger Andreas Weizel zeichnete ein beeindruckendes Bild seines Amtsvorgängers. In zahllosen Facetten und schier unermesslichen Leistungen. Immer korrekt, lebhaft, begeisternd und in seiner Vorbildfunktion als Ortsbürgermeister, stets selbst Hand anlegend. Der Umbau der unter Denkmalschutz stehenden Schule zum Kindergarten mit gerade mal 14 Kindern am Anfang sind dabei ebenso ein Leichtturm in der Schaffenszeit gewesen wie die Projekte und Maßnahmen danach. 



Die innere Liebe im kommunalpolitischen Wirken des Ortes gehörte fraglos dem Kindergarten, mit der „Winterbacher Tagesschau“ in Wort und Bild wusste das Kindergartenteam einen herzerfrischenden, stimmungsvollen Beitrag zu leisten, in welchem „König Willi vom Felsental“ treffend karikierte wurde.

Viele Ämter hatte Willi Schwarz inne, der langjährige Vorsitz beim Verkehrsverein zählt dazu. So war es nicht verwunderlich, dass Marktgräfin Jasmin Klein die Reihe der Grußwortsagenden anführte. Verbandsbürgermeister Thomas Peifer, ein persönlicher Freund des ersten Ehrenbürgers, verstand es, nuanciert den Einsatz von Willi Schwarz für das Gemeinwesen zu skizzieren.

Großartig, wie Pfarrer Tilo Brach den Presbyter, den Handwerker, den Alleskönner Willi Schwarz skizzierte. Die Allzweckwaffe, mal als Krawattenträger und dann im Arbeitskittel. Landrätin Susanne Ganster gab einfühlsame Einblicke ins engagierte Arbeiten des Kreistagspolitikers Willi Schwarz, verhehlte die eigene Freude darüber nicht, dass der Vorschlag, Willi Schwarz die Freiherr-von-Stein-Plakette zu verleihen, im Mainzer Ministerium Beachtung fand und zeichnete zudem auf, wie beharrlich Willi Schwarz auch bei unbequemeren Angelegenheiten war. „Unsere Anfangstage waren da wegen des Kindergarten-Umbaus nicht ganz harmonisch und Willi Schwarz meinte damals: ‚Wir müssen mal reden’.“ 84 Ortsbürgermeister kenne sie im Landkreis. Jeder habe seine Eigenarten, Willi Schwarz sei ein Menschenkümmerer, deshalb habe der Ortsgemeinderat die richtige Wahl darin getroffen, ihn ob der vielen Verdienste zum Ehrenbürger zu ernennen.

Mit großer Herzlichkeit und feinsinnigen Worten charakterisierte der Erste Ortsbeigeordnete Hans Schneble bei der Übergabe des Ratsgeschenkes den langjährigen Vertrauten Willi Schwarz. Dieser war zum Schluss doch recht überrascht und bescheiden und meinte, dass alles das, was in den fast drei Jahrzehnten bewegt worden sei, nur möglich war, weil stets engagierte, couragierte und tatkräftige Ratsmitglieder und Bürger ihn unterstützen. Den Festakt untermalte  der Chor „Generation Voices“ unter der Leitung von Annika Reitender.