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Ärger um US-Sporthalle

 Das Objekt der Pacht-Begierde der Schützen. Foto: Verein
Das Objekt der Pacht-Begierde der Schützen. Foto: Verein FOTO: Verein
Maßweiler. Der Schützenverein Maßweiler befürchtet, er könne vergeblich viel Geld in die ehemalige US-Sporthalle gesteckt haben. Die Gemeinde will mit dem Verein über Pachtvertragsgrundlagen verhandeln. Doch der Teufel steckt in den Kosten-Details. Antje Feldner

Die Entscheidung über die künftige Nutzung der ehemaligen US-Sporthalle Maßweiler bleit auch nach der Sitzung des Ortsgemeinderats am Mittwochabend offen. Der Schützenverein sieht in der Halle sein künftiges Domizil. Der Rat beschloss laut Ortsbürgermeister Herbert Semmet (CDU ) nichtöffentlich: Bei einem gemeinsamen Treffen von Ortsgemeinde, Vereinsvorstand und beteiligten Behörden soll eine Basis geschaffen werden, damit der Schützenverein eine Entscheidung über die Anpachtung treffen kann. Dazu sollen dem Vorstand die Pachtvertragsgrundlagen mitgeteilt werden.

Der Schützenverein hat im Glauben, in dem Gebäude künftig eine Bleibe zu haben, darin bereits mächtig investiert. Doch die Ortsgemeinde sieht sich aufgrund ihrer Finanzmisere nicht in der Lage, notwendige behördliche Auflagen zu finanzieren.

Die SPD hatte in der Ratsdebatte auf eine klare Aussage des Bürgermeisters gedrängt. Hans-Dieter Schulz (SPD ) verwies auf mehrere Ausschuss- und Ratssitzungen, in denen Einigkeit bestanden hatte, die Halle einer vertragsmäßigen Nutzung zuzuführen. Der Verein hat die frühere US-Sporthalle seit 2011 gereinigt und gepflegt, für Licht gesorgt, den Außenbereich begehbar gemacht, eine Toilettenanlage gebaut und Renovierungsarbeiten durchgeführt - alles auf eigene Kosten. Für die Gemeinde seien bislang nur Kosten für Notar- und Grundbuchgebühren angefallen, so Schulz. Es sei gerechtfertigt, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, dem Schützenverein die Halle zu verpachten. Ansonsten könnten auch Ersatzansprüche an die Ortsgemeinde für die erbrachten Leistungen erhoben werden. Schulz forderte, die Halle langfristig an den Schützenverein pachtzinsfrei zu verpachten, wenn dieser die Erschließungskosten übernehme. Die Auftragsvergabe an einen Planer zur Änderung des Bauungsplanes solle umgehend erfolgen.

Bürgermeister Semmet sagte, ein bauplanungsrechtliches Verfahren sei erforderlich, wozu eine Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans gehöre. Bauordnungsrechtlich werde die US-Halle als Neubauvorhaben gewertet, wozu Brand- und Wärmeschutz, Erschließung und Rettungswege geschaffen werden müssten. Ob es sich um ein Gemeinde- oder ein Vereinsprojekt handle, sei dabei egal, so Semmet weiter. Natürlich seien die Anforderungen an eine Schützenhalle geringer als an eine Mehrzweckhalle. Es gehe nun darum, eine realistische Kostenschätzung vorzunehmen und dann mit dem Vorstand die Bedingungen des Pachtvertrags zu verhandeln. Wegen der Finanznot Maßweilers könnten Vereinsprojekte nur unterstützt werden bei kompletter Kostenübernahme durch den Verein. Dieser habe sich dazu bereit erklärt und eine Kostenschätzung erstellt. Diese korrespondiere allerdings nicht mit der, die die Behörden erstellt haben, informierte der Bürgermeister.